Revolt! Gorezone im Hamburger Bambi Galore am 01.02.2020

Ca. 50 Jahre Musikgeschichte im Keller auf der Bühne

Eventname: Gorezone – Revolt!

Headliner: Gorezone

Vorbands: Soul Demise und Avowedera

Ort: Bambi Galore, Hamburg

Datum: 01.02.2020

Kosten: 13,00 € VVK, 15,00 € AK

Genre: Death Metal, Melodic Death Metal, Brutal Death Metal

Besucher: ca. 70 Besucher

Veranstalter: Stiftung Kultur Palast Hamburg (https://www.kulturpalast.live)

Links: https://de-de.facebook.com/souldemise
https://www.facebook.com/avowedera
http://www.souldemise.de
https://www.facebook.com/gorezoneinyourface

Setlisten:

Avowedera:

  1. Evident Solution
  2. Gravity Of Avarice
  3. Transversal Ferocity
  4. Radical Research
  5. Deities Within Us

Soul Demise:

  1. Intro
  2. Plagued By Fear
  3. Desperate Cry
  4. The Tempest
  5. Evidence Of Spoken Words
  6. The Glow Of The Rich Man’s Friend
  7. Empty
  8. Still Alive
  9. Obtuse
  10. Cerebral Tumor
  11. My Own Coffin
  12. Draw A Conclusion

Gorezone:

  1. Control Us
  2. Consuming The Weak
  3. Haloworm Gargantuan
  4. Knee-deep In Bodybags
  5. Quasar, Swallower Of Light And Matter
  6. Waterboarding Complex
  7. Feeding The Insane
  8. Uprising The Tyrants
  9. Brutalities Of Modern Domination
  10. Daggers Of Black Haze
  11. The Privilege To Breathe
  12. Panzerterror
  13. Superluminar Extinction

Samstagabend und keine sonstigen Termine. So geht es nach längerer Zeit mal wieder in das Hamburger Stadtteil Billstedt. Easy zu erreichen mit der U2. Von der Station Billstedt sind es dann kaum mehr als zwei oder drei Minuten bis zum Club. Das Bambi Galore gehört zum Komplex des Kultur Palast Hamburg. Der größere Saal ist oben und nennt sich Kronensaal. Heute sind wir im Keller und dem Bambi Galore. Für den Abend haben sich zwei Bands der deutschen Death Metal Historie angekündigt.

Vorne weg gibt es aber erst mal eine recht junge Kapelle. Seit 2016 gibt es Avowedera. Die Jungs haben heute Heimspiel. Mit leichter Verspätung ist die Truppe dann auch auf der Bühne. Leider ist Sänger Rob kaum zu vernehmen. Zumindest ist genügend Zeit, um das komplette Repertoire zu spielen. Fünf Tracks haben die vier Hamburger bisher eingespielt. Die sind dem Subgenre Brutal Death Metal zuzuordnen und werden dem Publikum präsentiert. Steven und Jay greifen kräftig in die Saiten, während Asgard die Felle bearbeitet. Der eher nicht optimale Sound sorgt dafür, dass die vier bei mir keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Die Umbaupause ist kurz, ebenso wie der Soundcheck von Soul Demise. Die Herren sind weit gereist (aus Nürnberg bzw. Neumarkt) und spielen den ersten Auftritt in Hamburg seit 18 Jahren! Damals übrigens noch im legendären Headbangers Ballroom. Soul Demise gibt es seit 1993. Wir haben hier also 27 Jahre deutsche Death Metal Geschichte. Man stand mit Genregrößen wie Morbid Angel, Sinister, Dying Fetus oder Vader auf der Bühne. Das war allerdings in den 90ern. Als einflussreiche Band bezüglich des Songwritings stehen At The Gates in der Bandgeschichte und somit die Orientierung an dem schwedischen Melodic Death. Zwischen 1998 und 2010 veröffentlichten Soul Demise fünf Longplayer und eine EP. Anschließend wurde es ruhig. Erst 2017 gab es mit Thin Red Lin etwas Neues aus dem Studio. Die Herren sind alle älter geworden und es bestimmen andere Themen den Lebensmittelpunkt. Familien sind gegründet und das Bandleben tritt in den Hintergrund. So kommt man also in den Genuss, einen bekannten Namen in einem kleinen Club für kleines Geld zu sehen. Das Line-Up hat sich natürlich auch verändert. Aus der damaligen Zeit ist nur noch Andreas Schuhmeier (ehemals auch Disbelief) an der Gitarre in der Band verblieben. Die anderen Bandmember sind Roman Zimmerhackel (Gesang), Alex Hagenauer (Gitarre), Jan Sotiriu (Drums) und Dennis Schneider (Bass). Los geht es mit zwei neuen Werken. Plagued By Fear und Desperate Cry sind die ersten beiden Tracks auf dem 2017er Werk Thin Red Line. Melodischer Old School Death Metal scheppert durch den Keller. Es gibt einen Ausflug über die Musikgeschichte der Truppe. 15 Jahre alte Tracks werden selbstverständlich auch performt mit Still Alive oder My Own Coffin (Blind, 2005). Elf Titel werden den anwesenden Musikfreunden in ca. 45 Minuten präsentiert. Gerade Sänger Roman legt sich mächtig ins Zeug und ist mehrfach im Publikum unterwegs. Der Sound ist deutlich besser als bei Avowedera. Der Schlusspunkt heißt Draw A Conclusion. Die Herren aus Bayern werden mit Pommesgabeln und fliegenden Haaren an die Bar bzw. Backstage entlassen.

Die dritte Band für den heutigen Abend kommt wieder aus nördlichen Gefilden. Zwei der Bandmitglieder sind in Oldenburg zu Hause, drei weitere in Hamburg. So hat das Quintett ein quasi Heimspiel. Die Bandmitglieder sind Marcus Deschle (Vocals), Markus Cabrera-Krügel (Gitarre), Kai Schweers (Gitarre), Daniel Meinzer (Bass) und Ole Fink (Drums). Markus ist das einzig verbliebende Gründungsmitglied. Gorzone haben auch bereits 25 Jahre aus dem Buckel. Das erste Album erschien self-released aber erst sechs Jahre später (Erase The Scum, 2001). Zwei weitere Longplayer folgten bis 2009. Dann gab es auch hier eine lange Auszeit inkl. Veränderungen im Line-Up etc. Ich könnte jetzt quasi die Gründe von Soul Demise hierher kopieren. Das Leben ist halt nicht nur Musik. 2019 entstand ein neues Album Namens Implexaeon. Aber auch – Achtung! – zwei Kassetten der ersten beiden Alben. Diese sind limitiert und nummeriert. Kassetten in Zeiten des Streamings findet man nicht so oft. Los geht es mit Control Us vom 2009er Werk Brutalities Of Modern Domination. Sänger Marcus knurrt und röhrt in bester Death Metal Manier. Grindeinfluss ist unüberhörbar und die Tracks ballern aus dem Equipment. Die Setlist konzentriert sich auf die beiden letzten Werke Implexaeon (2019) und dem bereits erwähnten Brutalities Of Modern Domination (2009). Mit Panzerterror ging es aber auch in das Jahr 2005 und dem Machwerk Hate, Peace & Understanding zurück. Nach 13 Songs und einer guten Stunde Spielzeit verabschieden sich die fünf Herren unter Applaus und Pommesgabeln.

Fazit: Kleine Konzerte für kleines Geld aber trotzdem bekannte und hochwertige Bands. Ja, so was gibt es tatsächlich nach wie vor. Gerade der Auftritt von Soul Demise, nach einer halben Ewigkeit wieder in der Hansestadt, wird in meiner Erinnerung bleiben. Wer Bock auf Grincore/Death Metal von Gorezone auf Kassette hat – ein Blick auf die Facebook Seite von Gorezone wird weiterhelfen. Danke an die Bands und das Bambi Galore für den coolen Abend.

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