Rock@Area51 am 18.02.2017 im Area51, Duisburg

“Schlicht und ergreifend eine tolle Veranstaltung!“

Eventname: Rock@Area51

Bands: Never Back Down, Hakuna, Demon Seduction, Ignition, Breakdowns At Tiffany’s

Ort:
Area51, Duisburg

Datum: 18.02.2017

Kosten: 5,00€ AK

Genres: Metalcore, Hardcore, Melodic Hardcore, Deathcore, Power Metal, Death/Thrash-Metal, Mustache Metal, Beardcore

Veranstalter: Jugendzentrum Area51 (https://www.facebook.com/jzarea51/)

Link: https://www.facebook.com/events/241385492970723/

 


Inmitten eines idyllischen Wohngebietes gelegen findet sich das Jugendzentrum Area51 in Duisburg Rheinhausen. Direkt nebenan steht die Friedenskirche, aber deren Glocken schweigen, denn heute Abend versammeln sich hier Metalheads, um sich von fünf Bands wieder mal ordentlich den Schädel freiblasen zu lassen. In einem sehr netten Gespräch mit den Organisatoren habe ich dann auch ein wenig zur Geschichte sowohl des Jugendzentrums als auch des Rock@Area51 erfahren. Tatsächlich schon seit dem Jahr 1999 finden diese Konzerte statt, wobei es jedes Jahr zwei gibt. Die Bandnamen, die da so fallen, sagen mir zum größten Teil zugegebenermaßen nicht viel, viele der Bands existieren aber auch schon gar nicht mehr.

Kurzfristig noch einen Slot hat die Band Never Back Down aus Heinsberg ergattern können. Da es vorher beim Soundcheck der Bands einige Probleme gab, kommen die vier Jungs mit leichter Verspätung aber natürlich hochmotiviert auf die Bühne. Leider, zumindest für mich, liegt diese überwiegend im Dunkeln und wird nur ab und zu von einigen Scheinwerfern beleuchtet. So gibt es leider von dieser Band nur wenige und auch nicht besonders tolle Fotos, denn zaubern kann ich leider nicht. Die Stimme von Daryl, der sich mehr vor als auf der Bühne bewegt, kommt aber kraftvoll aus dem Dunkel und setzt sich gut gegen die technisch sehr versierte Instrumentalfraktion durch. Vor etwas über zwei Jahren haben Never Back Down verstärkt losgelegt und präsentieren sich heute als eingespielte Einheit, die weiss, wie Metalcore der etwas härteren Gangart geht. Das Los der ersten Band, bei der das Publikum meist noch etwas zögerlich und abwartend ist, trifft sie allerdings auch, aber ich denke und hoffe mal, dass sich die Jungs davon nicht allzu nachhaltig beeindrucken lassen.

Never Back Down @ Rock@Area 51 2017 02 18

Als nächstes dürfen Hakuna ran. Und selbstverständlich sind auch wieder die drei Die-Hard-Fans anwesend, stehen in der ersten Reihe und singen jeden Song inbrünstig mit 😀 Dass man fleißig an neuen Songs arbeitet, war ja schon auf Facebook zu lesen, heute gibt es auch die ersten Kostproben, wie zum Beispiel den Song Angst, und die klingen schon mal sehr vielversprechend. Bei der Ansage von Frontmann Manuel, dass der Song Broken Man seinem verstorbenen Vater gewidmet ist, jagt es mir doch einen Schauer über den Balg, denn ich finde es immer sehr mutig, solch tiefgreifende persönliche Erfahrungen in Songs zu verarbeiten und damit dann an die Öffentlichkeit zu gehen. Das trübt die Stimmung aber natürlich in keiner Weise und markiert auch erst die Hälfte der Setliste. Längst hat sich Manuel seines Pullovers entledigt, auch Schlagzeuger Marc zieht sein Shirt aus und spielt wieder mit freiem Oberkörper, es ist augenscheinlich warm auf der Bühne. Der letzte Song trägt dann passenderweise den Titel The End. Und ich frage mich immer noch, was Mustache Metal bzw. Beardcore eigentlich sein soll, aber vielleicht liegt es schlicht und ergreifend daran, dass fast alle Bandmitglieder einen Bart tragen 😀

Hakuna @ Rock@Area 51 2017 02 18

Einen Bart trägt der Frontmann der folgenden Band, Demon Seduction, auch, Core spielt bei den Jungs aus Duisburg allerdings nur eine kleine Rolle. Jetzt gibt es eine gelungene Mischung aus Death und Thrash Metal auf die Ohren, wobei es Demon Seduction tatsächlich schaffen, hier und da auch noch was an Metal-/Hardcore einzustreuen. Die hauptsächlichen Einflüsse kommen aber dann doch von Bands wie Kreator, Metallica oder Lamb Of God. Bassist Marcel ist immer noch nicht ganz auf dem Damm, Shouten ist streng verboten, Sprechen eigentlich auch. So beschränkt er sich dann auch weiterhin darauf, behände die tiefen Saiten zu zupfen. Aber Frontmann Kevin ist genauso gut bei Stimme, wie Gitarrist Arnold, und so shouten und growlen sich die beiden durch die Setliste, während Erik am Schlagzeug gnadenlos den Takt vorgibt und die drei Jungs am Bühnenrand wieder mal zu Höchstleistungen antreibt. Pausen gibt es in der nächsten Zeit eher selten, denn die Arbeiten am neuen Album laufen auf Hochtouren und Termine für die nächsten Shows stehen auch schon.

Demon Seduction @ Rock@Area 51 2017 02 18

Jetzt gibt es den ersten mehr oder weniger krassen Stilwechsel, denn Ignition haben überhaupt und gar nichts mit Core zu tun, und geshoutet oder gegrowlt wird hier auch nicht. Das wäre in diesem speziellen Fall auch fast schon schade, denn Fronter Dennis hat eine dermaßen kräftige Stimme, da wäre alles andere als Power-/Heavy Metal mit Klargesang fast schon Verschwendung. Wie ich es ja schon in meinem Vorbericht angekündigt hatte, habe ich Dennis dann auch mal vors Schienbein getreten und nach einem neuen Album gefragt, aber da müssen wir uns alle wohl noch in Geduld üben. Heute gibt es aber zumindest schon mal vier neue Songs auf die Ohren, die die Vorfreude weiterhin auf einem hohen Level halten. Ausnahmsweise ist man heute mal nicht in der kompletten Besetzung auf der Bühne, für Dominik, der normalerweise am Schlagzeug sitzt, ist heute Adam Borosch (Eyes Of Tomorrow) eingesprungen, den Dennis noch gut aus den gemeinsamen Zeiten bei Blood Of God kennt. Mit einer Lässigkeit, als ob er nie andere Songs gespielt hat, prügelt sich Adam durch die Setliste, und hat dabei immer noch Zeit und Luft für den ein oder anderen lockeren Spruch. So präsentieren sich Ignition trotz der „Vertretung“ am Schlagzeug als kompakte Einheit, die mit ihrem kraftvollen Power Metal dann auch ein Mädel in der ersten Reihe zu ausgiebigem Headbanging bringt.

Ignition @ Rock@Area 51 2017 02 18

Mit genau diesem Mädel unterhalte ich mich dann auch wieder in der letzten Umbaupause. Sie ist eher der Old School Metal-Fan, ich freue mich jetzt auch auf die letzte Band des Abends, Breakdowns At Tiffany’s. Im November gab es die letzte Show für 2016, da supportete man Pro-Pain im Pulp, dies ist heute die erste Show im Jahr 2017. Wie anscheinend alle Bands des heutigen Abends sind auch die fünf Jungs aus Krefeld gerade mitten in den Arbeiten zum neuen Album, aber für eine Show hat man natürlich immer Zeit und Lust. Das ist auch gut so, denn wie schon bei den beiden vorherigen Malen, die ich die Jungs live erleben durfte, kriege ich bei dem Metalcore/Deathcore, den sie da von der Bühne prügeln, eine Wohlfühlgänsepelle nach der anderen. Ein wenig beneide ich die Fans, die zeitweise vor der Bühne richtig abgehen, denn mit einer Kamera vor der Nase ist natürlich noch nicht mal Headbanging angeraten. Am Mikro ist Marius wieder in Höchstform, wechselt zwischen Shouts, bösesten Growls und der Wasserflasche, die Flitzefinger bringen die Saiten zum Glühen und Daniel die Trommelfelle zum Beben. Da dürfen dann auch grandiose Breakdowns nicht fehlen, um bei dem größten Teil der noch Anwesenden für überaus zufriedene Gesichter zu sorgen. Dann ist aber auch dieser Auftritt schon zu Ende, und die umliegenden Anwohner können jetzt auch schlafen gehen.

Breakdowns At Tiffanys @ Rock@Area 51 2017 02 18

Nachdem diese sehr unterhaltsame Veranstaltung in Nullkommanichts vorbeigeflogen ist, kann ich dem Team des Area51 nur ein großes Kompliment aussprechen. Alles bestens organisiert, jederzeit ansprechbar, immer gut gelaunt, einen tollen Genremix an Land gezogen… Und nicht nur das Team des Area51, auch die Bands haben sich den A… aufgerissen, um tolle Shows zu liefern und das Publikum bestens zu unterhalten. Last but not least war das Publikum so, wie man es bei einem derartigen Line-Up erwarten konnte, nämlich tolerant und aufgeschlossen. Wenn was nicht gefällt, geht man was trinken und unterhält sich mit Gleichgesinnten, ansonsten guckt und hört man sich alles an. Da hat jeder seine Meinung und seinen Geschmack, und das wird so akzeptiert. Da kann man sich ja nur wohl fühlen, und ich bin schon sehr auf die zweite Show zum Ende des Jahres gespannt.

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