Savatage am 12.08.2026 auf der Parkbühne, Leipzig

Die Legende aus Tampa gibt sich die Ehre

Event: Savatage – Prelude To Madness Summer Tour 2026

Bands: Savatage, Nevermore

Ort: Parkbühne Leipzig im Clara-Zetkin-Park, Karl-Tauchert-Str. 28, 04107 Leipzig

Datum: 12.08.2026

Kosten: VVK circa 69,65 €, AK 70 €

Zuschauer: ca. 1800 Menschen

Genre: Progressive Metal, Progressive Rock, Thrash Metal, US Power Metal, Heavy Metal

Links: https://www.parkbuehne-leipzig.com/

Setlist Savatage:

  1. Morphine Child (Snipset)
  2. Dead Winter Dead
  3. Jesus Saves
  4. Lights Out
  5. Taunting Cobras
  6. Unusual
  7. Handful Of Rain
  8. Tonight He Grins Again
  9. Chance
  10. Temptation Revelation
  11. Prelude To Madness
  12. Warriors
  13. Miles Away
  14. This Is the Time (1990)
  15. Sirens
  16. Another Way
  17. Strange Wings
  18. Power Of The Night
  19. The Hourglass
  20. Believe
  21. Gutter Ballet
  22. Edge Of Thorns
  23. Hall Of The Mountain King

Es gibt so Tage, darauf ist die Vorfreude bereits viele Monate vorher da. Savatage, die Legende aus Tampa, gibt sich erneut die Ehre. Mit der Bekanntgabe der Tourdaten war klar, dass die eine oder andere Show in den Terminkalender kommt. Pompeji mit Orchester wäre schon sehr geil gewesen. Terminlich aber nicht mit dem Headbangers Open Air vereinbar. Am Ende wird es die kleine Runde mit Bildern und Berichten vom Elbriot und der Headliner-Show in Leipzig. Für den Besuch in Leipzig sprach noch ein weiteres Argument: Nevermore.

Savatage - Parkbühne Leipzig - 2026
Savatage – Parkbühne Leipzig – 2026

Früh geht es mit der Deutschen Bahn nach Leipzig. Die ist tatsächlich pünktlich und in der Stadt sind bereits die ersten Savatage-Shirts zu sehen. Die Autogrammstunde beim EMP-Store am Nachmittag wird ebenfalls mitgenommen. Die LPs Wake Of The Magellan und Dead Winter Dead liegen nicht nur einmal auf dem Tisch, da die Bandbesetzung nahezu identisch ist. Es zeigt sich bereits hier: Savatage haben eine sehr stabile Fanbase. Die Fans kommen aus allen Ecken der Republik und freuen sich auf den Konzertabend. Dazu präsentiert sich die Stadt Leipzig als metallisch orientiert und interessiert. Eigentlich rennt ständig jemand mit irgendwelchen Metal-Utensilien durch die City, auch wenn es dabei nicht um Savatage geht.

Nevermore – Parkbühne Leipzig – 2026

Gegen 17 Uhr geht es rüber zur Parkbühne Leipzig in den Clara-Zetkin-Park. Das ist eine etwas unübersichtliche Parkanlage, die sich über einige Kilometer erstreckt. Überhaupt bietet Leipzig viele grüne Flächen und Möglichkeiten zum Chillen. Ein natürliches Gewässer sorgt für frische Luft. Die Temperaturen sind angenehm mit um die 25 Grad und die Bäume um die Parkbühne sorgen für Schatten. Es ist angerichtet für die Legende aus Tampa im Jahr 2026.

Wer könnte eine geeignete Vorband für Savatage und ihre Anhängerschaft sein? Die Band sollte anspruchsvoll sein, gerne auch progressiv. Zumindest ist moderner Power Metal eher nicht der Burner. Wer auch immer auf die Idee gekommen ist, Nevermore mit Savatage auf die Reise zu schicken – hier passen Arsch und Eimer in Perfektion.

Nevermore – Parkbühne Leipzig – 2026

Aber der Reihe nach. Der Einlass ist entspannt und die Security scheint sich mit der metallischen Meute bestens auszukennen. Es passiert ungefähr so viel wie beim Geburtstag der 90-jährigen Großmutter. Es ist nur etwas lauter. Neben zwei Bands hat sich auch die Sonne mit einem speziellen Ereignis angekündigt und will gegen 19:30 Uhr finster werden. Da ist der glühende Planet aber schon hinter den Bäumen verschwunden. Um 18.30 Uhr geht es los und mit Spannung werden Nevermore auf der Bühne erwartet. Die fünf Protagonisten entern ohne großes Brimborium die Bretter. Drummer und Nevermore-Urgestein Van Williams nimmt als Erstes Platz und winkt der Fotografenschar  entspannt zu.

Nevermore legen die Messlatte nach weit oben

Nevermore – Parkbühne Leipzig – 2026

Schließ die Augen und höre nur auf die Stimme. Berzan Önen klingt nicht nur einmal wie Warrel Dane und widmet dazu The Heart Collector seinem Vorbild. Er trifft die Tonlagen nach Belieben, auch die Einsätze sind jederzeit am richtigen Punkt. Unfassbar, was für eine Performance. Dazu Jeff Loomis. Wer den grandiosen Gitarristen bei Arch Enemy erleben musste, der konnte feststellen, was passiert, wenn ein Ausnahmekönner gelangweilt die Saiten zupft. Der Herr war einfach unterfordert. Jetzt darf er wieder sein Können zeigen und macht das – selbstverständlich – mit Bravour. Aber auch die zweite Gitarre mit dem blutjungen Jack Cattoi ist technisch großartig. Loomis war und ist nicht die ganz große Rampensau. Cattoi steht ihm in nichts nach, aber bei ihm wird das mit jeder Show besser werden, garantiert. Für den richtigen Rhythmus sorgt Van Williams wie immer an der Schießbude, und instrumental ist das auf den Punkt gespielt und technisch herausragend. Die Rampensau von Nevermore hat das Mikro fest in der Hand und liefert. Born, Enemies Of Reality und zum guten Schluss Sentient 6. Nevermore zeigen eine Stunde die hohe Kunst des progressiven Metals und die Fans feiern die Protagonisten nach Konzertende mit Sprechchören. Hier haben sich fünf Herren klar und deutlich für eine Headliner-Tour empfohlen. Dass der Bass beim Start ausfällt, überspielt die Band geschickt. Dann hat Semir Özakan alles im Griff und der Nevermore-Express rollt sicher und passgenau. Hier hat jemand die Messlatte für den Hauptact ganz nach oben gelegt. Der Hauptact ist aber die Legende aus Tampa.

Nur Savatage spielen in der Savatage-Liga

Savatage – Parkbühne Leipzig – 2026

Ohne großes Brimborium kommen die Protagonisten, flankiert von zwei Live-Keyboardern, auf die Bühne. Dass sich die Magie von Oberhausen 2025 nicht wiederholen lässt, war vorher klar. Dazu ist das Publikum nicht nur mit Die-Hard-Fans bestückt. Aber trotzdem ist die Parkbühne im Vergleich zu zum Beispiel dem Stadionkonzert von Iron Maiden ein Hexenkessel von der ersten Minute an. Highlights? Da wird jeder Fan seinen Favoriten haben. Die alten Schinken wie Unusal und das von Chris Caffery gesungene Warriors gehören bestimmt dazu. Eigentlich ist das Publikum vom ersten Ton an völlig im Savatage-Fieber und steigert sich immer weiter. Tonight He Grins Again lässt die Tränen bei einigen Fans kullern – Wahnsinn! Das Ding ist instrumental die pure Weltklasse. Klar, Sänger Zakk Stevens kommt nicht mehr in die Höhenlagen wie vor 30 Jahren. Aber die Stücke sind auf den Punkt gespielt und technisch ist die Darbietung über jeden Zweifel erhaben. Über die Animationen auf dem Bildschirm lässt sich streiten. Aber das ist kaum mehr als eine Randnotiz im Savatage-Fieber.

Spätestens mit Sirens brechen alle Dämme. Es wird getanzt, die Haare fliegen, und neben der Band testen auch die Fans ihre Stimmbänder. Die erfahrenen Savatage-Fans wissen aber: Da kommt noch viel mehr.

Savatage – Parkbühne Leipzig – 2026

Strange Wings, Power Of The Night, das genial dargebotene The Hourglass und der emotionale Höhepunkt mit Believe. Jon Oliva stimmt das Ding auf dem Scream ein. Bei der zweiten Strophe kehrt die Band auf die Bühne zurück und im weiteren Verlauf wird an Criss Oliva (R.I.P.) erinnert. Die gesamte Crowd zeigt sich textsicher und die Taschentücher müssen fix die Freudentränen trocknen. Zu Gutter Ballet wird anschließend getanzt, gemosht, gesungen und ausgiebig einer unfassbaren Band gehuldigt. Wenn es einen Nachweis gebraucht hat, warum nur Savatage in der Savatage-Liga spielen, dann gibt es den in Leipzig nochmals eindrucksvoll.

Savatage – Parkbühne Leipzig – 2026

Edge Of Thorns darf nicht fehlen und der Mountain King ist die Zugabe. Wie viele Fans die spitzen Schreie auf dem Punkt mitgrölen, ist nicht überliefert. Es sind verdammt viele Leute. Kurz vor 22 Uhr muss wegen Anwohnerschutz Ruhe sein, sodass nach fast genau zwei Stunden den glorreichen Sieben auf der Bühne von den verzückten 1800 vor der Bühne ein enthusiastischer Abschied bereitet wird. 2027 bitte mit 40 Jahre Hall Of The Mountain King wiederkommen. Oder gibt es sogar neues Material? Das Gerücht hält sich hartnäckig und die Bandmitglieder dementieren diesen Ansatz nicht, eher das Gegenteil ist der Fall. Egal was, egal wie, egal wo – Savatage 2027 in Europa – ich bin dabei. Danke für die Konzerte 2025 und 2026, danke für eure unglaubliche Performance und die genauso unglaublichen Platten in mehr als 40 Jahren Banddasein.

This is the time and this is the place, And these are the signs that we must embrace, The moment is now, in all history, The time has arrived and this is the one place to be” (Refrain This Is The Time).