Thunderkraft – Totentanz

“Ambossschläge und ”Dodendans”!“

Artist: Thunderkraft

Album: Totentanz

Spiellänge: 51:36 Minuten

Genre: Industrial Folk Death Black Metal

Release: 12.03.2012

Label: Svarga Music

Link: www.myspace.com/thunderkraft

Klingt wie: Eine Mischung aus Fear Factory und Crematory

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre, Geige – Master Alafern
Bass – Sigurd
Keyboard, Flöte – Ann
Schlagzeug, Gesang – Munruthel

Live Gesang – Amorth I.M.

Tracklist:

  1. A Time Will Come
  2. Mass Defect
  3. Death Won’t Separate Us
  4. The Future World
  5. A Crumpled Story
  6. Where The Dream Flows As Moisture From Eyelashes
  7. Towards A New Dawn
  8. The Creator Of Life

Thunderkraft_Totentanz_Cover

2001 gegründet, 2005 das erste Album veröffentlicht, 2012 der nächste Silberling. Das ist die Geschichte der ukrainischen Industrial-Band Thunderkraft in Kurzform. Mit ihrer neuen Scheibe Totentanz gibt es neun Songs und gut 50 Minute Spielzeit auf die Ohren. Es muss allerdings gesagt sein, dass die Texte in der Heimatsprache der Ukrainer gesungen werden, ob das nun Ukrainisch oder Russisch ist, kann ich nicht sagen. Auch die Songtitel sind komplett in Kyrillisch geschrieben – oder zumindest in ähnlichen Zeichen – aber zum Glück wurden die englischen Übersetzungen beigefügt. Einzige Ausnahme hierbei ist der Titelsong, der auf teilweise unverständlichem Deutsch gesungen wurde. Aber jetzt geht’s los!

Die Genrebezeichnung der Band ist nicht grundlos so lang. Man hört von allem etwas: mit den Keys und Hintergrundgeräuschen den Industrial Metal, mit der allgemein finsteren Stimmung und der Flöte den Folk Black Metal und mit der Härte und verschiedenen anderen Aspekten den Death Metal. Dies sorgt dafür, dass die Scheibe Totentanz teilweise wirklich exotisch klingt, wie zum Beispiel bei dem Song Mass Defect, bei dem die Flöte und die finstere Musik dem Song einen orientalischen Flair gegeben haben.

Wie schon angesprochen ist der Titelsong Totentanz auf Deutsch gesungen. Erstmal ein Kompliment an die Band, sich da ran zu trauen. Doch ich muss gestehen, dass es doch ziemlich schief gegangen ist, denn vor allem der Chorus ist recht bescheiden umgesetzt worden. Als Beispiel das Wort „Totentanz“, das als „Dodendans“ endet. Aber musikalisch ist der Song einwandfrei und die Industrial und Death Metal-Einflüsse wurden hier besonders gut umgesetzt, was einiges wieder rausreißt.

Einen sehr gemischten Eindruck bekommt man bei dem Song The Future World. Hier wird der Gesang rausgeschrien, was das Zeug hält, jedoch auf eine in meinen Ohren unangenehme Art und Weise. Musikalisch ist der Song ebenfalls recht gut gemischt, doch größtenteils Industrial-Metal. Es wurde hier auch mit vielen Effekten gearbeitet, wodurch ich sagen muss, dass der Song musikalisch ganz gut, gesanglich aber nur mittelmäßig ist.

Der Titel A Crumbled Sotry ist wohl die Umsetzung verschiedenster Inspirationen, wie zum Beispiel Marilyn Mansons Sprechgesang oder Rammsteins Keyboardsolo bei dem Song Mein Teil. Das macht diesen Titel unglaublich abstrakt und es ist wirklich Geschmackssache, ob man sich dies anhören oder antun will. Obacht ist geboten, der Song ist nichts für schwache Gehörgänge.

Nach dem Song Where The Dream Flows As Moisture From Eyelashes, den ich als eine Art Midtro bezeichnen würde, geht es weiter mit den letzten beiden Nummern Towards A New Dawn und The Creator Of Life. Der Song Towards A New Dawn ist eine sehr ruhige Folk Black Metal-Nummer mit sehr melancholischen, epischen Klängen und in meinen Augen auch nur eine weitere Überbrückung zum Abschlusssong The Creator Of Life. Dieser hat mit 8:55 Minuten eine beachtliche Länge und ist ebenfalls sehr Folk Metal lastig, aber auch der Industrial Metal-Einfluss kommt hier wieder stark zum Vorschein. Viele Instrumente werden hier eingesetzt und die Komposition wechselt öfter zwischen Black Metal und Death Metal, ist aber gerade deswegen eine sehr gute Abrundung eines ganz gut gelungenen Albums.

Fazit: Die Spanier haben oft genug bewiesen, dass man Metal auf Spanisch machen kann. Nun beweisen diese vier Ukrainer, dass man Metal auch auf Russisch (o.ä.) machen kann! Die Mischung aus Industrial, Black, Death und Folk Metal klingt manchmal ein wenig exotisch, doch ist dieses Konzept alles in allem gut umgesetzt worden. Der Gesang ist nicht immer der beste, doch die Truppe aus der Ukraine gibt sich Mühe und sich an die Deutsche Sprache heranzutrauen, ist auch nicht ohne. Es ist erst das zweite Album von Thunderkraft, daher sage ich: da geht noch mehr! Anspieltipps: A Time Will Come und Totentanz
Lennart L.
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