Todtgelichter – Rooms

“Überraschen mit Klasse!“

Artist: Todtgelichter

Herkunft: Hamburg, Deutschland

Album: Rooms

Spiellänge: 51:21 Minuten

Genre: Metal, Extreme Metal, Melodic Black Metal, Progressive Metal

Release: 26.02.2016

Label: Supreme Chaos Records

Link: https://www.facebook.com/Todtgelichter/

Bandmitglieder:

Gesang – Marta
Gitarre und Backgroundgesang – Frederic
Gitarre – Floris
Bassgitarre – Guntram
Synthesizer, Programming – Frieder
Schlagzeug, Programming – Tentakel P.

Tracklist:
1. Ghost
2. Schrein
3. Lost
4. Shinigami
5. Necromant
6. Zuflucht
7. 4JK
8. Origin
9. Pacific

Todtgelichter - Rooms

Als Black Metal-Combo vor 14 Jahren gestartet, leben die Hamburger Todtgelichter anderthalb Jahrzehnte von ganz anderen Einflüssen. Ganz wurden die schwärzesten Klänge auf dem neusten Werk Room nicht verdrängt, als Schwarz Metal kann man die neuen neun Stücke aber nicht durchwinken. Als Extreme Metal mit diversen Ansätzen ist Todtgelichter im Jahre 2016 viel besser zu betiteln. Von melodischen Atmosphären bis hin zu progressiven gar depressiven Klangbildern verarbeiten die sechs Musiker fast alles, was das Genre zu bieten hat, und gehen einen guten Schritt in Richtung Gothic bzw. Symphonic Metal.

Gesanglich basiert Room auf dem Maingesang von Marta, der immer wieder von Frederic aufgemischt wird. Wer jetzt schon wieder an die berüchtigte Klischeekeule denkt und diese zum Kreisen ansetzten möchte, sollte sie schleunigst wieder einpacken. Die Norddeutschen machen ihre Aufgabe als noch im Underground anzusiedelnder Act verdammt gut. Das Duett der beiden ist hochwertig und sehr fein abgestimmt, so dass selbst etablierte Bands mal hinschauen sollten, wie man zwei Gesänge zusammenführt und nicht nur in einen Song quetscht.

Die drei Jahre Abstinenz zwischen Apnoe und Rooms haben für einen frischen Wind gesorgt, der ausgepeitscht über die offene Nordsee fegt, um auf dem Festland immer weiter abzuflachen. Songs wie der Opener Ghost, Lost oder Pacific gehen sehr schnell ins Ohr, bleiben hängen, und auch nach Tagen denkt man, was für eine gelungene Scheibe eines talentierten, ungeschliffenen Diamanten, der noch nicht am Ende seines Könnens angelangt ist. Geschicktes Rausnehmen des Tempos, das erneute Anziehen und ein Gefühl für gleitende Übergänge spielt Rooms in die Karten. Einzig und alleine die deutschen Lyrics klingen hier und da etwas befremdlich im fest geschnürten englischen Gesangskorsett.

 

Fazit: Ganz unvoreingenommen an Rooms herangetreten, überraschen Todgelichter mit einem komplexen Album. Wer noch nie was von den Hamburgern gehört hat und eine standesgemäße Black Metal-Veröffentlichung erwartet, wird entweder enttäuscht oder überrascht. Schroffe, frostige Klänge können als Schnee von gestern ad acta gelegt werden. Intelligente Kompositionen stehen jetzt an der Tagesordnung und machen Lust auf mehr.

Anspieltipps: Ghost, Lost und Zuflucht
Rene W.
8.8
Leserwertung2 Bewertungen
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