Tranquillizer – Des Endes Anfang

“Für ein Debüt in Ordnung“

Artist: Tranquillizer

Herkunft: Deutschland

Album: Des Endes Anfang

Spiellänge: 68:42 Minuten

Genre: Melodic Death Metal, Black Metal

Release: 15.10.2015

Label: Eigenproduktion

Link: https://www.facebook.com/tranquillizer.official

Bandmitglieder:

Gesang, Posaune – Johannes Gauerke
Gitarre – Aleksander Vetter
Gitarre – Fabian Wohlgemuth
Bassgitarre – Madelaine Kühn
Schlagzeug – Nico Dunemann

Tracklist:

  1. Agonie
  2. Eine Andere Welt
  3. Bestie Krieg
  4. Werde Zu Staub
  5. Kapitulation
  6. Blutrot
  7. Welk
  8. Ins Licht
  9. Seelenreiter

Tranquillizer - Des Endes Anfang
Tranquillizer, bisher eher unbekannt, gründeten sich 2008. Viele Musiker kamen, viele wiederum gingen. Was einzig blieb, ist nach eigenen Worten die Musik. Die Band, aus Frankfurt an der Oder stammend, präsentiert uns Mitte Oktober ihr Debüt-Album Des Endes Anfang. Eine Mischung aus melodischem Death- und Black Metal wird uns hier auf den Tisch gelegt. Highlights, in Form von Posaunen, sollen das ganze Werk zu einem Meisterstück verfeinern. Im Dezember 2011 bereicherten uns Tranquillizer bereits mit einer EP namens Blutrot.

Einen schleifend-schleppenden Anfang beschert man uns in Form vom Titel Agonie. Der Opener soll vielversprechend einleiten und mit harten Gitarrenriffs Platz für Spielraum des weiteren Verlaufs erübrigen. Eine Andere Welt leitet uns griffig ein. Hart, zügig, aufbrausend und unruhig spielen sich die Musiker um Kopf und Kragen. Textlich verständlich abgemischt sind die Brandenburger Growl- sowie Cleanparts. Stimmlich erinnert das Ganze an Equilibrium oder sogar Nachtblut. In den Growlparts lassen sich Züge eines Hundebellens erahnen. Anders könnte man es nicht in Worte fassen. Bestie Krieg fährt eine Spur härter ein. Die Stimmung von Krieg, Hass und Verderben, die gesanglich an Grindcore oder sogar Core angrenzt, wird in Wut entfacht. Gitarrenriffe stechen immer wieder heraus und stellen weitere Instrumente in den Schatten. Mit Kapitulation werden alle Befürchtungen wahr. Grindcore-Parts in Form der „Growl“-Stimme lassen sich nicht mehr abstreiten. Außer Geschredder und der üblichen Gitarrenszenerie kann man hier nicht unbedingt mit Abwechslung punkten. Gollumartige Schreie tragen ebenfalls dick auf und werden von einigen ruhigeren Klängen förmlich untermalt. Ins Licht geht man wortwörtlich mit Ins Licht. Hundekläffen, zügige Stimmung, gesanglich verständliche Textpassagen und die üblich harten Gitarreneinspielungen lassen keine weiteren Abweichungen zu. Seelenreiter bildet das Outro. Hier spielt die Posaune gleich zu Anfang auf. Abwechslung, juhu! Wallend aufgetragen verzichtet man sogar auf überflüssige Einspielungen und behält eine einzige Gesangsspur bei. Mit der Posaune ein wirkliches Highlight.

Fazit: Fans von Equilibrium, Nachtblut oder sogar Varg werden hier gut bedient. Die ganze Scheibe ist gut abgemischt und kann somit definitiv glänzen. Für die einen wird es eintönig ausfallen, für die anderen genau den richtigen Geschmack treffen. Für mich jedoch schleift es mit dem Überschuss an Gitarre. Diese stellt für mich alles andere in den Hintergrund. Das hier jemand sein Gerät beherrscht, ist definitiv unanfechtbar – aber muss es gleich das Highlight der Kunst sein? Sollten das nicht eigentlich die erwähnten Posaunen darstellen? Schade. Dennoch ein vorzeigbares Debüt. Ich bin gespannt, ob sich die Musiker halten und uns bald mit neuer Produktion bescheren. Ein bisschen mehr Abwechslung würde ich befürworten.

Anspieltipp: Seelenreiter
Jasmin W.
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