Artist: Heretic Warfare
Herkunft: Deutschland
Album: Perpetual Fire
Spiellänge: 36:56 Minuten
Genre: Death Metal, Thrash Metal
Release: 20.06.2025
Label: Eigenproduktion
Link: https://www.facebook.com/HereticWarfare37/
Bandmitglieder:
Gesang – Jan
Gitarre – Ingo
Bassgitarre – Lukas
Schlagzeug – Leo
Tracklist:
1. Apotheosis
2. Of Gods And Men
3. Perpetual Fire
4. The Eightfold Path
5. Extermination
6. The New Divine
7. Hunting Prey
8. The End of All Life
In der Stadt Münster ist ja so einiges los, gerade in Sachen Metal ist man gut aufgestellt. Einige Konzerte laufen da, man hat oder hatte das Münster Metal Meeting und Bands wie Keitzer oder Taskforce Toxicator dürften dem einen oder anderen Metalfan ein Begriff sein. Aus diesem Dunstkreis stammt auch die Band Heretic Warfare, die auch schon seit 2011 dabei ist. Gestartet als Infernal, änderte man 2012 den Namen in Heretic Warfare und der Wahnsinn nahm seinen Lauf, allerdings recht schleppend. 2014 brachte man ein Demo heraus und dann aber erst im Jahr 2020 das erste Album namens Hell On Earth. Nun, fünf Jahre später, muss also das zweite Album her. Bei den Musikern handelt es sich aber um keine unerfahrenen Genossen, denn man zockte oder zockt noch bei Bands wie Sudden Death, Antilles oder Eiter. Ingo und Jan waren bei der Band Death By Dawn tätig. Kennt die noch jemand? Da hat mal der Martin Van Drunen gesungen. Ich erinnere mich da noch so halb an einen Auftritt in Emden in der Alte Post und an eine legendäre Bunkerparty bei der Band Meatknife. Egal, ich schweife ab, hier geht es um das zweite Werk der Münsteraner.
Los geht es mit dem Song Apotheosis. Ein Sturm fegt auf, düstere Klänge fliegen einem entgegen, überall hört man Schreie und es herrscht ein schmerzvolles Chaos, und dann bricht das richtige Death-Metal-Ungewitter aus. Fette Riffs, Geschwindigkeit und kraftvolle Growls bringen meine Ohren auf eine wohlfühlende Temperatur, eine kleine Melodie wird eingestreut, man nimmt das Tempo raus, schleppt ein wenig herum und nimmt dann wieder Fahrt auf. Die Drums klingen wie ein Donnerwetter und machen unheimlich Spaß. Diese kleine Melodie, so nenne ich sie jetzt mal, und der verschleppte, groovige Part folgen, und dann haut man ein ziemlich markantes Solo heraus. Aber hallo, da muss und darf man nicht meckern. Ein tiefes Uargh und man liefert wieder das volle Brett. Das Riffing wird betont und dann holt man wieder den Knüppel aus dem Sack. Break, Gitarre alleine, dann der Bass alleine und dann wieder alle zusammen und Attacke hoch zehn. Oh ja, das macht Spaß!
Ich muss zugeben, dass ich die Band komplett anders in Erinnerung habe, oder ich verwechsle die gerade. Denn auch die nachfolgende Version der Brutalität namens Of Gods And Men geht komplett in meine Magengrube, versetzt mir da ein paar Fausthiebe und ich bin auch noch glücklich darüber. Hier wird ebenfalls von Anfang an geknüppelt, aber immer mit fetten Riffs dabei und ganz weit weg von einer gewissen Stumpfheit. Es ist einfach nur intensiv ohne Ende. Die druckvolle Produktion erledigt dann gefühlt den Rest. Hier hat sich eine Band viele Überlegungen gemacht. Denn bei der ganzen Prügelei zeigt man sich doch abwechslungsreich, weil man immer kleine Gimmicks mit einbaut. Der Gesang passt sich der Qualität des Materials an und drückt ohne Ende. Ich bin gerade ein wenig sauer auf mich, denn ich habe sie auf dem Party.San aufgrund einiger Gespräche inklusive Biereinlage leider verpasst. Beim Songwriting schimmern immer wieder einige Thrash-Elemente durch und das macht den ganzen Spaß absolut interessant. Hier wird auch einmal das Tempo herausgenommen, ein kleiner, atmosphärischer Moment mit eingebaut und dadurch ein grooviger Moment geschaffen. Dieses halten die Jungs aber nicht lange aus und nehmen wieder Fahrt auf, wechseln innerhalb des Parts die Geschwindigkeit und dann kommt dieser Part, den ich so liebe. Gitarre vorweg und voll auf die Zwölf. Alles im Sinne der alten brutalen Schule und dann erst wieder der Blast. Dieser dient als Refrainpart und alle dürfen Of Gods And Men mitbrüllen.
Im Midtempo schleppen und dabei böse klingen, ja, das können die Burschen von Heretic Warfare auch. Man höre nur den Beginn von Perpetual Fire. Natürlich dient das nur als Einleitung des Untergangs, denn kurze Zeit später wird der kurz versteckte Knüppel wieder herausgeholt und man jagt die Sau wieder durch das Dorf. Zwischendurch darf sie mal kurz tanzen und sich erholen, bevor man sie dann wieder weiterjagt. Die Gitarre trillert hier mal kurz wie eine Pfeife und dann liefert man auch noch ein melodisches Solo ab. Alles stimmig. Die trillernde Gitarre übernimmt das Zepter, aber nebenbei drücken die Drums natürlich weiter und der Gesang ja eh. Dann kehrt man zur Natürlichkeit zurück und ballert die Eingeweide aus der Sau – dann kann sie auch nicht mehr und ist am Ende.
Mit dieser Inbrunst und Intensität geht es immer weiter. The Eightfold Path zum Beispiel fegt wie ein Waldbrand über einen weg und ist nicht aufzuhalten, hat aber auch wieder groovige Momente dabei und einen fetzigen Midtempopart, der treibend und schleppend ist. Man bemüht sich um Abwechslung und bekommt diese auch gut hin.
Gnade zeigen die vier Musiker aus Münster nicht und hauen einem von der ersten Sekunde direkt in die Fresse. Das Ergebnis ist, dass man als gut erzogener Metaller nicht nur auch die andere Wange hinhält, sondern das ganze Gesicht und dieses immer und immer wieder.
Am Ende ist man zwar ein wenig erschöpft, atmet durch, drückt die Repeattaste und freut sich auf eine neue Einheit Prügel. Natürlich nur musikalisch. Und mit knappen 37 Minuten hat man genau die richtige Länge. Top. Geiles Brett.




