Artist: Fer De Lance
Herkunft: Chicago, USA
Album: Fires On The Mountainside
Genre: Epic Doom Metal, Epic Metal, Heavy Metal, Progressive Metal
Spiellänge: 48:54 Minuten
Release: 27.06.2025
Label: Cruz Del Sur Music
Links: https://www.cruzdelsurmusic.com
Bandmitglieder:
Gesang, Gitarre – MP
Schlagzeug – Scud
Gitarre – J. Geist
Bass – Rüst
Tracklist:
- Fires On The Mountainside
- Ravens Fly (Dreams Of Daidalos)
- Death Thrives (Where Walls Divide)
- Fire & Gold
- The Feast Of Echoes
- Children Of The Sky And Sea
- Tempest Stele
Bereits mit der EP Colossus und der LP The Hyperborean haben Fer De Lance einiges an Eindruck in der metallischen Szene hinterlassen. Entsprechend groß sind die Erwartungen bezüglich des wegweisenden dritten Albums. Fires On The Mountainside nennt sich das gute Stück und wird erneut über Cruz Del Sur Music veröffentlicht.
Das italienische Label scheint ein Hotspot für nordamerikanische Doom und Metalbands zu sein. Namen wie Apostle Of Solitude, Smoulder, Gatekeeper oder Argus sind im Rooster zu finden. Fer De Lance klingen Französisch, kommen aber aus Chicago. Angeblich stellt das dritte Release die Weichen für den weiteren Weg der Band. Wenn das so ist, dann haben Fer De Lance die Weichen in Richtung Sprung nach vorne gestellt. Es gab eine Veränderung in der Band. Die Position an der Gitarre wechselte von Mandy Martillo zu J. Geist, der bereits seit 2022 in der Band ist, sich aber nicht an den Aufnahmen zu Hyperborean beteiligte. Fer De Lance sind somit erneut ein Quartett.

Zum Einstieg den Titeltrack mit einer mehr als zwölfminütigen Laufzeit zu präsentieren, zeigt eine selbstbewusste Herangehensweise. Episch, irgendwo zwischen Warlord oder Atlantean Kodex, aber auch energetisch vom Gesang, der sich vor den ganz Großen der Zunft des Genres nicht verstecken muss, legen Fer De Lance die Messlatte für den weiteren Verlauf des Longplayers ganz weit nach oben. Wer auf epische Melodien mit komplexen Arrangements steht, der sollte den Titeltrack unbedingt antesten. Mit jeder Minute treibt Fires On The Mountainside seine Hörerschaft weiter, ergänzt mit akustischen Passagen, jederzeit spannend und fesselnd, mit rasenden Saiten und keifendem Gesang, sodass eine Nummer das Album eröffnet, welche in einem reichhaltigen Angebot Maßstäbe setzt. Fer De Lance bedeutet übersetzt Speerspitze. Mit dem Titeltrack springen Fer De Lance an die Spitze der neuen Epic-Metal-Bands.
Was soll nach einem Überflieger noch kommen? Das ist die größte Überraschung, dass das neue Album des Quartetts nicht nachlässt. Der Nachfolger Ravens Fly (Dreams Of Daidalos) legt gnadenlos nach und die Hörerschaft schwingt die Schwerter auf dem Weg in die Schlacht. Regelrecht brachial startet Death Thrives (Where Walls Divide), stampft anschließend genüsslich vorwärts und gibt den Fans Zeit zum Luftholen.
Im akustischen Galopp geht es mit Fire & Gold weiter, dann schwört The Feast Of Echoes die dunkle Bedrohung herauf. Die erhabene Melodie reichern die Herren mit einer düsteren, aggressiven Grundstimmung an, sodass sich ein weiteres Fer-De-Lance-Highlight verbuchen lässt. Der Übergang zu Children Of The Sky And Sea ist fast fließend, zumindest passen die beiden Titel perfekt zusammen. Nicht so bedrohlich, dafür etwas stampfend, aber trotzdem mit erhabener Melodie und aufrechten Schwertern sind Fer De Lance auch in Richtung Scheibenende noch unterwegs. Der Schlusspunkt ist Tempest Stele. Das große Epos zum Schluss folgt nicht, den gibt es zum Anfang der Scheibe. Ein Stampfer, der eher wie ein Outro über circa fünf Minuten daherkommt, macht den Deckel auf Fires On The Mountainside.




