Wer nach dem Bandnamen Lynx in den rockigen und metallischen Gewässern forscht, findet eine große Menge an Einträgen. Die hier vorliegende Band Lynx kommt aus dem hessischen Gießen und legt mit Trinity Of Suns den Nachfolger des 2021er-Debüts Watcher Of Skies auf den Tisch. In den fünf Jahren hat sich nicht nur die Welt gefühlt mehrfach verändert. Dieser Veränderungsprozess ging auch an Lynx nicht spurlos vorbei, sodass für Gesang, Synthesizer und eine Gitarre eine personelle Neuaufstellung erforderlich war. Können Lynx trotzdem an ihr starkes Debüt zwischen Rock und Metal anknüpfen?
Kann Trinity Of Suns an das starke Debüt anknüpfen?
Die Veränderungen im Umfeld von Lynx haben für eine klare musikalische Ausrichtung gesorgt. Das Quintett suhlt sich in den rockigen Hinterlassenschaften der 70er-Jahre, ähnlich wie zum Beispiel Tanith. Dabei geht der Blick jedoch nicht zu den bekannten Größen wie Deep Purple oder Thin Lizzy. Die progressiven Spielwiesen, wo zum Beispiel Nektar, Eloy, Jane oder Camel unterwegs sind oder waren, haben Lynx für sich entdeckt und einige entspannte Rocker mit leicht folkigem Touch auf ihr Release gepackt.
Bereits der Auftakt Voyager legt mit einer Laufzeit von mehr als sieben Minuten los. Riffsalven reichen sich mit ruhigen Passagen die Hände und münden in einem entspannten Refrain. Im weiteren Verlauf gibt es typischen 70er-Jahre-Rock mit ausschweifender, aber nicht verkopfter, Saitenarbeit. Wie ein Relikt aus den 70ern kommt Oppressive Sason aus den Boxen, bei dem auch mal Phil Lynott und seine Gitarrenkünste durchschimmern. Mit dem Gesang von Amy und dem Titeltrack bekommen Lynx eine leicht folkige Schlagseite, wobei die Protagonisten progressive Rockmusik mit zum Beispiel Elementen der Marke Fleetwood Mac oder Jefferson Airplane kombinieren.
Ein mehr als zweiminütiges Interlude leitet für Stranger Sign In The Sky ein, bei dem ein nach vorne gehender Rocker die Hörerschaft empfängt. Eingängig, aber trotzdem anspruchsvoll und tief in den 70ern beheimatet, legt das Quintett ein starkes Stück Rockmusik auf den Plattenteller.
Hatten wir schon psychedelischen Rock? Seven Days Of Darkness klingt bereits dunkel, wobei vor allem das Gesangsduo punkten kann und nochmals andere Akzente auf Trinity Of Suns setzt. Das Finale Island Universe kehrt zurück zum progressiven Rocksound und vermischt diesen mit den weiteren Stilelementen der Platte, sodass die etwas mehr als acht Minuten sich wie eine Zusammenfassung der Platte anfühlen. Zum Antesten wäre Bandcamp eine Variante.
Hier geht es für weitere Informationen zu Lynx – Trinity Of Suns in unserem Time For Metal Release-Kalender.



