Die Japaner von Defiled sind schon lange keine Unbekannten, und das nicht nur im asiatischen Raum. Kein Wunder, denn sie sind ja auch schon seit 1992 dabei und haben schon einiges an Strichen in ihr Veröffentlichungs-Kerbholz geschnitzt. Das erste Album, Erupted Wrath, erschien zwar erst im Jahre 1999, aber seitdem sind die Mannen rund um Gitarrist, Gründungsmitglied und letztes Original Yusuke Sumita recht fleißig gewesen und haben bis dato acht Studioalben herausgehauen. Nun liegt Album Nummer neun, namens Altered State vor, welches via Season Of Mist auf die Menschheit losgelassen wurde.
Und von der ersten Sekunde an hört man, dass die Burschen keinen Gedanken daran verschwenden, den Weg, den sie 1992 eingeschlagen haben, zu verlassen oder zu verändern. Sie machen eben Death Metal im Defiled-Stil. Gleich zu Beginn hauen die Burschen wild um sich und kombinieren die Blastattacken mit technischen Einheiten und aggressiven Vocals und erinnern mich ein wenig an meine Lieblingskanadier von Cryptopsy. Auch die eingebauten Riffs gehen in diese Kerbe. Hier geht es immer vorwärts. Stumpf geht definitiv anders. Technisch anspruchsvoll und zum Ende hin im langsamen Bereich vielleicht ein wenig zu vertrackt, aber was der Trommler da wegballert, ist auf ganz hohem Niveau. Schon starker Tobak.
Auch der nachfolgende Song Altered State geht in diese Richtung. Man bleibt aber immer auf Spur. Ja, man hat progressive Elemente dabei und die technischen Parts habe ich ja schon angesprochen, aber man bleibt dabei immer straight und knüppelt überwiegend geil herum. Ja, das macht Spaß. Gerade eben die Passagen, die zur Beruhigung beitragen und ein wenig so klingen, als würden sie neben der Spur sein, sind sie aber definitiv nicht. Ein Solo wird mit eingearbeitet und dann gibt man noch einmal so richtig Gas.
Bei Obsession zeigt man sich dann von der verspielten Seite und liefert ein fettes Riff, welches irgendwie wie eine Mischung aus Atheist und Sepultura klingt. Das Ding fetzt und auch die fiesen Breaks können überzeugen. Hier geht man gezielt nicht geradeaus durch das Ziel. Kann man definitiv so machen.
Die Produktion ist auf alt getrimmt und deswegen macht mir das Zuhören noch mehr Spaß.
Die vierzehn Songs sind alle zwischen drei und vier Minuten lang. So soll es sein, in der Zeit ist das meiste ja auch gesagt. Da beißt die Maus keinen Faden ab, warum auch. Ich weiß auch gar nicht, was diese hier zu suchen hat. Egal.
Trotz der Intensität bauen die Japaner immer wieder kleine Überraschungen mit ein, wie z. B. Portal. Ein schon fast rockiges Riff wird präsentiert und brennt sich in deinen Gehörgang. Natürlich klingt man auch hier progressiv und überzeugt eher im langsameren Tempo, bietet aber immer wieder Geschwindigkeitsattacken an.
Das nachfolgende Necro-Force kommt mit aufheulender Gitarre in der Mitte, einem schnellen Groove, langgezogenen Riffs, einem dissonanten Part und eben Blast Beat. Diese dürfen auf keinen Fall fehlen.
Mit Zombified und dem Rausschmeißer Apocalyptic End hat man sich die besten Songs bis zum Ende aufgespart. Welch eine geile Knüppelorgie, aber immer untersetzt mit langsameren Passagen und teilweise abgehackten Gitarrenriffs. Der Bass brummt bei Zombified vor und dann spielt man einen erstklassigen Uftata, groovt dann in technischer Manier und pfeffert einem einen schnellen Stakkato-Part um die Ohren. Und dann ist Ende. Herrlich.
Apocalyptic End zeigt sie noch einmal von ihrer besten Seite, besonders das Tier an den Drums namens Keisuke Hamada gibt noch einmal alles. Schnell und technisch und immer noch einen Schlag extra in Petto. Ziemlich vertrackt, aber dennoch straight und brutal. Diese Aussage gilt wohl für das ganze Album.
Hier geht es für weitere Informationen zu Defiled – Altered State in unserem Time For Metal Release-Kalender.



