Vic Bondi And His Issues – self-titled 

25.05.2026 – Punkrock – Alternative Tentacles – 15:24 Minuten

Vic Bondi zählt zu den legendären Ikonen der amerikanischen Punk- und Hardcore-Geschichte. Articles Of Faith – seine erste Band Anfang der 80er – gehört zu den Meilensteinen des frühen, politischen US-Hardcores. Danach folgten die unterbewerteten Jones Very und die umso großartigeren Alloy, die beide den Post Hardcore nachhaltig prägten. Es folgten Dozententätigkeiten für amerikanische Geschichte an diversen Universitäten und immer wieder Musik, auch durchaus differenzierte Art kund. Selbstverständlich erscheint die erste Single auf Alternative Tentacles, dem Label vom Bruder im Kampf um eine bessere Welt, Jello Biafra.

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Die fünf Songs auf der selbstbetitelten EP sind geprägt vom wütenden gepressten Gesang Bondis, der schon seit 1980 seine hochwertigen musikalischen Projekte charakterisiert. Dazu kommen seine politische-sozialen Statements ganz im Stile des Punks, provokant aber mit Hintersinn. Mit 08/15-Musik hat sich der Gute nie abgeben, so sind seine Issues wieder mal auf den Punkt gebracht: wortgewaltiger Punk Rock zwischen Up- und Midtempo, ansteckenden Melodien, Kanten, einfacher, aber druckvoller Produktion und großer Leidenschaft. Seine Message braucht unbedingt die gebührende Untermalung. Mit weniger gibt er sich nicht zufrieden.

So ist Sun God ein treibender Song, der seiner Aussage dringenden Nachdruck verleiht und sofort im Ohr hängen bleibt. Strata ist ruhiger, gediegener, ein wenig country-esk, aber nicht weniger ein flammender Appel. Mit einem bestimmenden Bass ist Demolition Days ein Punk-Rock-Kracher, wie ihn das Jungvolk oft nicht mehr hinbekommt. P-I-G ist ein wütender Rundumschlag, 105 Sekunden engagierter Punk Rock, wie er im Buche steht. Viele alte Punk-Kader fragen sich, wie es sein wird, „alt“ zu sein. Die Frage haben Descendents komplett anders beantwortet als Vic Bondi. Für die einen ist Punk eine Lebenseinstellung, für Bondi eine politische Haltung. Und natürlich auch eine Frage der Musik. Die beantwortet er immer wieder auf unterschiedliche Weise, Hauptsache sie ist originär, ehrlich und authentisch.

Hier geht es lang für weitere Informationen zu Vic Bondi And His Issues – self-titled in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Vic Bondi And His Issues – self-titled 
Fazit
Vic Bondi hat wieder Musik gemacht, um Musik zu machen, aber auch, um seine politisch-soziale Einstellung unters Volk zu bringen. Bei ihm sind beide Aspekte immer gleichberechtigt, kein Wort ohne gute Musik, kein Ton ohne einen begründeten Gedanken zur Lage der Nation. Zu Vic Bondi gehören immer gute Lautsprecher und das Textblatt. Auch wenn die fünf Tracks sicherlich nicht besonders innovativ sind, sind sie stimmig, passen zusammen, wie schon bei Dead Ending oder Redshift. Bondi ist umtriebig, aber wenn er etwas macht, dann richtig, mit vollem Herzen und mit den richtigen Leuten. Zu viel Zeit wird auf schlechte Musik mit okayen Texten und gute Musik mit überflüssigen Texten verschwendet. Nicht so bei Vic Bondi And His Issues.

Anspieltipp: Sun God
Kristian H.
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