Absu – The Temples Of Offal / Return Of The Ancients (Remastered 35th Anniversary Edition)

10.06.2026 – Death Metal - Aeternitas Tenebrarum Musicae Fundamentum – 24:40 Minuten (Original)

The Temples Of Offal / Return Of The Ancients – Remastered 35th Anniversary Edition erscheint am 10.06. über das Label Aeternitas Tenebrarum Musicae Fundamentum. Geplant sind insgesamt 500 LPs als Gatefold-Edition, aufgeteilt in 250 Exemplare auf schwarzem Vinyl sowie 250 auf silbernem Vinyl. Zusätzlich wird es eine auf 500 Stück limitierte CD-Version geben.

Frühe Abgründe des Extreme Metal

Mit The Temples Of Offal / Return Of The Ancients – Remastered 35th Anniversary Edition wird ein Stück Underground-Geschichte erneut zugänglich gemacht. Die Sammlung bündelt frühe Demoaufnahmen aus den Jahren 1990/1991 von Absu und zeigt eine Band, die noch weit entfernt von ihrem späteren, komplexen Black-Thrash-Sound war. Statt filigraner Strukturen dominiert hier roher, düsterer Death Metal mit starkem Old-School-Charakter.

Zur Zeit der Aufnahmen bestand die Band aus Mike Kelly alias Shaftiel, der Gitarre und Gesang übernahm, Ray Heflin beziehungsweise Equitant am Bass, Gary Lindholm an der zweiten Gitarre sowie Danny Benbow am Schlagzeug. Gerade diese frühe Besetzung verlieh den Songs ihren ungeschliffenen und chaotischen Charakter. Proscriptor McGovern war zu diesem Zeitpunkt noch nicht dauerhaft Teil der Band und gehörte erst später zur klassischen Absu-Besetzung, mit der die Gruppe ihren typischen Black-Thrash-Stil entwickelte.

Absu, Mergener Hof Trier 2025, Pic by Big Simonski

Roh, chaotisch und kompromisslos

Schon die ersten Minuten machen deutlich, dass diese Aufnahmen aus einer anderen Zeit stammen. Die Produktion ist ungeschliffen, die Gitarren sägen aggressiv vor sich hin und das Schlagzeug klingt rumpelig. Auch die Vocals setzen eher auf rohe Atmosphäre als auf technische Präzision. Dadurch entsteht jedoch eine Intensität, die erstaunlich authentisch wirkt. Die Songs transportieren eine Energie, die modernen Produktionen oft fehlt, weil hier nichts glattpoliert wurde.

Besonders interessant ist, dass sich bereits erste Ansätze der späteren Bandidentität erkennen lassen. Zwischen den schweren Riffs und den chaotischen Strukturen tauchen immer wieder dunkle, fast mystische Momente auf. Stücke wie Immortal Sorcery zeigen, dass Absu schon früh ein Gespür für okkulte Atmosphäre und eigenständige Klangwelten hatten.

Historisches Dokument für Fans mit kleinen Schwächen

Das Remastering fällt insgesamt gelungen aus. Die alten Aufnahmen wirken druckvoller und klarer, ohne ihren ursprünglichen Demo-Charakter zu verlieren. Der rohe Klang bleibt erhalten und genau das macht einen großen Teil des Charmes aus. Gleichzeitig zeigt die Veröffentlichung aber auch ihre Grenzen. Die zahlreichen alternativen Versionen einzelner Songs sorgen stellenweise für Wiederholungen, die nicht jeden Hörer dauerhaft fesseln werden. Vor allem Gelegenheitshörer könnten die Compilation dadurch etwas zu umfangreich bzw. monoton finden. Trotzdem funktioniert diese Anniversary Edition hervorragend als Zeitdokument. Sie zeigt eine Phase, in der Extreme Metal noch dreckig, unberechenbar und voller Experimentierfreude war. Für langjährige Fans und Sammler von Absu bietet die Veröffentlichung spannende Einblicke in die frühen Jahre der Band und die Entwicklung ihres Sounds.

Hier! geht es für weitere Informationen zu Absu – The Temples Of Offal / Return Of The Ancients – Remastered 35th Anniversary Edition in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Absu – The Temples Of Offal / Return Of The Ancients (Remastered 35th Anniversary Edition)
Fazit zu The Temples Of Offal / Return Of The Ancients – Remastered 35th Anniversary Edition
The Temples Of Offal / Return Of The Ancients – Remastered 35th Anniversary Edition ist keine Veröffentlichung für jedermann, sie zeigt aber einen Blick in die Vergangenheit des amerikanischen Extreme Metal. Roh, düster und kompromisslos vermittelt die Compilation genau jene Atmosphäre, die den frühen Underground so reizvoll macht. Für Fans alter Demoaufnahmen und Absu-Komplettisten bestimmt eine lohnende Veröffentlichung. Für alle anderen dürfte sie hingegen eher nur ein (interessantes) Zeitdokument als ein regelmäßiger Griff im Plattenschrank sein.

Anspieltipps: Immortal Sorcery, Sumerian Sands (The Silence) und Disembodied 
Juergen S.
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