Energie, Schweiß, Proben, Reisen und Bier – eine anstrengende, aber schöne Zeit liegt hinter Madame Whiskey aus San Carlos, Costa Rica. Die Band ist seit über einem Jahrzehnt aktiv und hat sich mit ihren kraftvollen, von Punk und Grunge beeinflussten Songs eine treue Fangemeinde in ihrer Heimat und darüber hinaus erspielt. Mit ihrer aktuellen Single Holding Ground zollen sie ihren Punk-Wurzeln Tribut und erheben sich gegenüber den Widerständen der Gesellschaft. Nach ihrer ersten Deutschlandtour 2023 kehren Madame Whiskey im November 2026 wieder nach Europa zurück. Vorab gewährte uns Sänger Luis Barahona Einblicke in die Rockszene Mittelamerikas und spricht von seinen ersten „Gehversuchen“ auf einer selbstgebauten Gitarre.

Wann hast du erstmalig ein Instrument in die Hand genommen und welches Instrument war das?
Zuerst hatte ich die 12-saitige Yamaha-Gitarre meines Vaters in der Hand. Es ist eine alte Gitarre, ich glaube von 1974 oder so. Ich konnte natürlich gar nichts spielen, aber ja … danach habe ich mir eine kleine Gitarre aus einem Schuhkarton und Gummibändern gebastelt.
Welche Platte hast du dir als Erstes selbst gekauft?
Es war ein Best-of-Album von Def Leppard. Es war eine Special Edition und sie hat damals 22 Dollar gekostet.
Wann und wo war dein erstes Livekonzert als Zuschauer und wer stand auf der Bühne?
Mein erstes Konzert war das Alan Parsons Project im Teatro Melico Salazar in San José, Costa Rica. Das war, glaube ich, im Jahr 2005.
Wann und wo hast du erstmalig selbst auf der Bühne gestanden und ein Konzert / einige Songs gespielt?
Zuerst habe ich bei kleinen Konzerten der Musikschule oder Ähnlichem gespielt, aber mein erstes richtiges Konzert war in El Saíno de Pital, San Carlos, in einer Bar namens El Gavilán. Es war krass, weil in dieser Nacht auch große Bands wie Pato Barraza und El Pato gespielt haben.
Welche Musiker:innen sind deine Vorbilder?
„Vorbild“ ist ein hartes Wort, haha. Ich weiß nicht, ob er ein Vorbild im klassischen Sinne ist, aber Keith Richards ist auf jeden Fall eine große Inspiration. Was das Songwriting angeht, ist Tom Petty aber auch so etwas wie ein Vorbild für mich.
Welche Bedeutung hat für dich der Bandname Madame Whiskey und wie sind du und deine Bandmitglieder auf den Namen gekommen?
Der Name stammt von einem Song einer costaricanischen Band namens Los Acetatos. Für mich ist er sehr nostalgisch, weil er mich an meine Schulzeit erinnert, als ich diese Musik ganz oft gehört habe. Jedes Mal, wenn ich über dieses Thema spreche, wünsche ich mir, dass mehr Leute Los Acetatos hören würden. Eine großartige Band!
Wo und wann haben Madame Whiskey erstmalig live auf der Bühne gestanden und wie waren die Reaktionen des Publikums?
Unser erstes Konzert war in einer kleinen Bar namens Rock N‘ Pop, zwischen Moravia und Guadalupe in San José. Es gab nicht allzu viel Publikum und wir waren auf jeden Fall super nervös. Trotzdem hatten die Leute viel Spaß!
In welchen Bands mit welcher musikalischen Ausrichtung spielst du noch oder hast du bereits gespielt?
Ich spiele bei Madame Whiskey, das ist so etwas wie eine Indie-/Alternative-Rock-Band. Ich habe auch in Bands wie The Violet Screwdriver (Indie/Math Rock), Kenneth Goes To Prison (Alternative) und Zurcos (Alternative) gespielt. Früher, als ich noch zur Schule ging, habe ich außerdem in einer Thrash-/Death-Metal-Band namens Hyperion gespielt.
Nenn uns fünf Platten, die für deine Entwicklung als Musiker essenziell waren.
• Back In Black – AC/DC
• Road To Ruin – The Ramones
• Band On The Run – Paul McCartney & Wings
• Double Vision – Foreigner
• Somewhere In Time – Iron Maiden
Wenn du zu Hause entspannen möchtest, was legst du auf?
Im Moment höre ich ganz gerne eine Playlist mit Bands wie Superdrag, Soul Asylum, Smile And Burn, den Manic Street Preachers, Shoreline und The Replacements.


