Bands: Uncle Acid & The Deadbeats, Truckfighters, Yawning Man, Daevar, Elephant Tree, Electric Citizen, Dirty Sound Magnet, Os Solair, Green Milk From The Planet Orange, The Heavy Eyes
Ort: Schlachthof Wiesbaden, Murnaustraße 1, 65189 Wiesbaden
Datum: 27.06.2026
Kosten: 69,00 € VVK, 75,00 € AK
Genre: Garage, Blues Stoner Rock, Psychedelic Rock, Heavy Rock, Heavy Psych Rock, Krautrock, Grunge, Funk, Instrumental Rock, Post Rock
Veranstalter: Sound Of Liberation, Schlachthof Wiesbaden
Link: https://schlachthof-wiesbaden.de/events/sol-2026
Sound Of Liberation feierte im letzten Jahr seinen 20. Geburtstag. Dies sogar mit Festivals. Nachdem am Anfang des Jahres bereits das Sol Sonic Part I im Club Volta / Carlswerk in Köln gefeiert wurde, feierte die Fangemeinde dann Sol Sonic Part II im gleichen Jahr in Wiesbaden im Schlachthof. Dieses Jahr stand bereits Sol Sonic Part III erneut in Köln auf dem Programm und heute Sol Sonic Part IV im Schlachthof in Wiesbaden.
Wir freuen uns, heute beim Sol Sonic Part IV dabei zu sein, und bedanken uns für die Einladung! Für das Tagesfestival wird (wie im letzten Jahr) der gesamte Bereich des Schlachthofes in Wiesbaden genutzt: die Halle, der Außenbereich und zum Abschluss das (kleine) Kesselhaus. Robin und ich kommen früh genug an, müssen allerdings noch etwas am Eingang warten, da sich der Einlass zeitlich ein wenig verschiebt. Am Eingang können wir bereits unsere „Freak Valley / Rockblog.Bluesspot“ Freunde Jules, Volker und Peter begrüßen. Am Eingang und im Innenraum warten dann noch jede Menge Freunde und Bekannte. Gefühlt ist das halbe Freak Valley hier am Start.

Heute ist es wieder richtig heiß – nicht nur von der Musik her, sondern auch von den Tagestemperaturen. Dementsprechend soll heute verstärkt die Halle (wegen Klimaanlage) genutzt werden. Der Eingang ist zwischen der Halle und dem Kesselhaus. Durch die wohltemperierte Halle gelangen wir in den Außenbereich, wo uns unter anderem eine erfrischende Sprinkleranlage empfängt. Waren im letzten Jahr noch ein paar Stände im Außenbereich, hat man diese in diesem Jahr auch in den geschützten Bereich der Halle verlagert. Der Merchstand der Bands ist wie gewohnt im Eingang in der Halle. Vor dem Kesselhaus legt ein DJ Platten für diejenigen Musikfreaks auf, die von den Livebands noch nicht genug bekommen haben und auch in den Pausen noch Beschallung brauchen. Das Ambiente hier im Schlachthof in Wiesbaden ist hervorragend für dieses tolle Festival geeignet.
Os Solair – instrumentale Klangreisen zum Festivalauftakt
Den Auftakt des diesjährigen Sol Sonic Ride auf dem Außengelände des Schlachthofs Wiesbaden übernehmen Os Solair – und für mich ist es gleichzeitig die erste Begegnung mit der Instrumentalband aus Darmstadt.
Ohne ein einziges Wort zu verlieren, lassen die vier Musiker ihre Instrumente sprechen. Von Beginn an entfaltet sich ein dichter Klangteppich, der das bei dieser Hitze noch spärliche Publikum förmlich in seinen Bann zieht. Mal schweben verträumte Gitarrenmelodien über einem warmen, tragenden Bassfundament, dann treiben präzise Rhythmen die Songs langsam nach vorne, bevor sich dezente neue Klangfarben hinzufügen.

Os Solair nehmen sich Zeit für ihre Musik. Die Songs entwickeln sich kontinuierlich, steigern sich in langen instrumentalen Passagen und leben von ihren dynamischen Spannungsbögen. Psychedelische Einflüsse treffen dabei auf progressive Strukturen und krautrockige Grooves. Die Band setzt auf Atmosphäre und musikalische Entwicklung – ein Konzept, das an diesem Nachmittag hervorragend funktioniert. Das Publikum lässt sich auf die hypnotischen Klanglandschaften ein, nickt im Takt mit und genießt den entspannten Einstieg in das Festival. Die Musiker wirken dabei vollkommen fokussiert und harmonieren sichtbar miteinander, wodurch die ausgedehnten Instrumentalpassagen stets organisch und lebendig bleiben.
Os Solair gelingt es, mit ihrer Mischung aus Psychedelic Rock, Krautrock und progressiven Elementen einen stimmungsvollen Auftakt für das Sol Sonic Ride zu gestalten.
Green Milk From The Planet Orange – virtuose Klangwelten im kleinen Kesselhaus
Nach dem Auftakt auf dem Außengelände geht es für das nächste Konzert ins kleine Kesselhaus des Schlachthofs Wiesbaden. Green Milk From The Planet Orange spielen das einzige Konzert des diesjährigen Sol Sonic Ride im kleinen Kesselhaus. Bereits im vergangenen Jahr wurde die Bühne nur einmal genutzt – damals für das Abschlusskonzert von EinsEinsEins.

Das Trio aus Tokio betritt die Bühne, setzt sich zunächst und begrüßt das Publikum. Ein ruhiges, fast verträumtes Intro bildet den Auftakt, ehe die Band mit einem kraftvollen Riff die Richtung vorgibt. Green Milk From The Planet Orange verbinden Psychedelic Rock, Progressive Rock und Punk zu einem eigenständigen Sound, der von verschachtelten Rhythmen, dynamischen Tempowechseln und überraschenden Wendungen lebt.
Immer wieder durchbrechen abrupte Rhythmuswechsel und ungewöhnliche Klangideen die Songs, ohne dabei aufgesetzt zu wirken. Verträumte Passagen gehen nahtlos in druckvolle Riffs über und entwickeln eine mitreißende Energie, die schnell auf das Publikum überspringt. Die drei Musiker harmonieren hervorragend miteinander und zeigen eindrucksvoll, wie spannend und abwechslungsreich ihre Musik ist.
Mit ihrem ebenso verspielten wie kraftvollen Auftritt hinterlassen Green Milk From The Planet Orange einen bleibenden Eindruck und sorgen für eines der besonderen Konzerterlebnisse des Festivals.
The Heavy Eyes – bluesgetränkter Heavy Rock eröffnet die große Halle
Mit The Heavy Eyes wechselt das Sol Sonic Ride erstmals in die große Halle des Schlachthofs Wiesbaden. Nach den ersten Konzerten auf dem Außengelände und im kleinen Kesselhaus zeigt sich schnell, dass die klimatisierte Halle bei den hochsommerlichen Temperaturen der perfekte Ort für die nächsten Stunden ist. Dort gibt es am Rande auch einige Sitzmöglichkeiten und man kann die Kaltgetränke ohne große Hitzeeinwirkung genießen.
Die Band aus Memphis, Tennessee, ist mit ihrem aktuellen, fünften Studioalbum Focus angereist, das erst Mitte Juni erschienen ist. Seit seiner Gründung steht das Quartett für ehrlichen Heavy Blues und klassischen Hard Rock, der tief in den großen Vorbildern der 1970er-Jahre verwurzelt ist, dabei aber nie altbacken klingt.

Vom ersten Song an legen The Heavy Eyes großen Wert auf kraftvolle Gitarrenriffs, einen treibenden Groove und eine gehörige Portion Blues. Frontmann Tripp Shumake führt die Band mit markanter Stimme durch das Set, während die Rhythmussektion das solide Fundament für die druckvollen Songs legt. Die neuen Stücke des aktuellen Albums fügen sich dabei nahtlos zwischen ältere Songs ein.
Mal dominieren schwere, an den klassischen Hard Rock erinnernde Riffs, dann wieder lockern bluesige Soli das Geschehen auf
Das Publikum, in der sich füllenden Halle, nimmt den energiegeladenen Auftritt dankbar an. Vor der Bühne wird eifrig mitgewippt, während die Band sichtbar Spaß daran hat, die große Halle mit ihrem schnörkellosen Heavy Rock zu füllen. Ohne große Showeffekte konzentrieren sich The Heavy Eyes ganz auf das Wesentliche: starke Songs, druckvollen Sound und authentische Spielfreude.
Mit ihrem ebenso erdigen wie kraftvollen Auftritt liefern The Heavy Eyes einen gelungenen Einstand in der großen Halle und beweisen, dass klassischer Heavy Blues und Hard Rock auch heute nichts von ihrer Faszination verloren haben.
Electric Citizen – schwere Riffs und starke Bühnenpräsenz
Direkt im Anschluss an die Umbauarbeiten betreten Electric Citizen die Bühne der großen Halle. Für mich ist es ein Wiedersehen mit der Band, nachdem ich sie bereits 2022 im kleinen Kesselhaus nebenan als Support von Fu Manchu erleben konnte.
Das Quartett aus den USA, das sich live von einem zusätzlichen Keyboarder unterstützen lässt, legt ohne große Umschweife los und hat das Publikum mit seinem Mix aus Heavy Rock, Doom und psychedelischen Einflüssen schnell auf seiner Seite.
Im Mittelpunkt steht Frontfrau Laura Dolan, die mit ihrer Bühnenpräsenz überzeugt. Gekonnt bewegt sie sich über die Bühne, sucht immer wieder den Kontakt zum Publikum und kniet während des Sets auch einmal vor dem Mikrofon nieder. Gesanglich führt sie die Band souverän durch den Auftritt.

Während Bassist Nick Vogelpohl mit stoischer Gelassenheit das Fundament legt, begeistert Gitarrist Ross Dolan mit schweren Riffs und starken Soli. Gemeinsam erzeugt die Band einen düsteren, kraftvollen Sound, der immer wieder von groovenden Uptempo-Passagen aufgelockert wird. Gerade dieser Wechsel zwischen doomiger Schwere und treibendem Heavy Rock macht den besonderen Reiz des Auftritts aus.
Electric Citizen präsentieren sich bestens aufgelegt und liefern einen energiegeladenen Gig ab, der das Publikum von Beginn an mitnimmt. Umso schöner ist es, dass sich später noch die Gelegenheit ergibt, mich mit Laura und Ross Dolan ganz entspannt über frühere Zusammenkünfte zu unterhalten. Fannähe wird hier auf dem Festival großgeschrieben!
Daevar – düsterer Doom mit hypnotischer Wirkung
Zurück auf der Außenbühne übernehmen Daevar das Kommando. Das Kölner Stoner-Doom-Trio hat sich in kürzester Zeit vom Geheimtipp zu einer festen Größe der europäischen Szene entwickelt und unterstreicht dies mit einem eindrucksvollen Auftritt.
Mit ihrem aktuellen Album Sub Rosa, das im März vergangenen Jahres erschienen ist, hat die Band ihren Sound nochmals verdichtet. Die neuen Songs entfalten live eine noch größere Wucht und fügen sich nahtlos neben Material der vergangenen Alben Delirious Rites und Amber Eyes ein.

Gitarrist Caspar Orfgen liefert tonnenschwere Riffs, während Moritz Emen Bausch am Schlagzeug mit stoischer Präzision den mächtigen Groove vorgibt. Im Mittelpunkt steht jedoch Pardis Latif, die mit ihrem Bassspiel und ihrer klaren, zugleich geheimnisvollen Stimme den Songs ihren unverwechselbaren Charakter verleiht.
Der Sound ist druckvoll und transparent, die Musik entwickelt eine fast hypnotische Wirkung. Das Publikum verfolgt den Auftritt hier im jetzt gut gefüllten Außengelände aufmerksam und spendet zwischen den Songs immer wieder kräftigen Applaus.
Daevar verzichten auf große Gesten und lassen stattdessen ihre Musik sprechen. Gerade diese Mischung aus Schwere, Atmosphäre und Spielfreude macht die Band aus.
Yawning Man – Desert-Rock-Legenden auf der Außenbühne
Anschließend bleibt das Festival auf der Außenbühne, wo mit Yawning Man die Begründer des Desert Rock auf dem Programm stehen. Es ist schön, die Band wieder in Wiesbaden zu erleben. Vor einigen Jahren habe ich sie hier in Wiesbaden bereits gesehen.
Eigentlich sind Yawning Man ein Trio, heute stehen sie jedoch zu viert auf der Bühne. Neben Mario Lalli (Bass) und Gary Arce (Gitarre) ergänzt ein Steelgitarrist das Line-Up, bei dem es sich – wenn ich ihn richtig erkannt habe – um Robert Garson von SoftSun handeln dürfte. Ob am Schlagzeug tatsächlich Bill Stinson sitzt, kann ich dagegen nicht mit Sicherheit sagen. Schließlich habe ich Yawning Man zuletzt 2018 und 2019 hier in Wiesbaden live gesehen. Mario Lalli hingegen ist mir seitdem immer wieder begegnet – allerdings in anderen Funktionen. Im Nachhinein ärgere ich mich ein wenig, Gary Arce bei unserem kurzen Gespräch zwischendurch nicht einfach nach der aktuellen Besetzung gefragt zu haben.

Die instrumentalen Stücke leben von Gary Arces markantem Twang-Gitarrensound, während Mario Lalli mit seinem Bass die Richtung vorgibt. Die zusätzliche Steelgitarre verleiht den ohnehin weitläufigen Kompositionen noch mehr Atmosphäre.
Nicht ohne Grund gelten Yawning Man als Wegbereiter des Desert Rock und als wichtige Inspiration für Bands wie Kyuss oder Queens Of The Stone Age. Ihr entspannter, hypnotischer Sound entfaltet auch heute seine ganze Wirkung.
Elephant Tree – mächtiger Stoner Doom zurück in der großen Halle
Zurück in der großen Halle stehen mit Elephant Tree die nächsten Publikumslieblinge auf dem Programm. Die Londoner gehören seit Jahren zu meinen persönlichen Favoriten aus der britischen Stoner-Rock-Szene. Entsprechend groß ist die Vorfreude, sie wieder live zu erleben. Nach Konzerten im Kesselhaus des Schlachthofs, auf dem Desertfest Berlin und zuletzt beim Hoflärm überzeugen sie auch diesmal auf ganzer Linie.
Seit ihrer Gründung im Jahr 2014 haben sich Elephant Tree mit ihren intensiven Liveshows einen hervorragenden Ruf erspielt und Festivals wie das Freak Valley oder das Desertfest nachhaltig geprägt. Auch in Wiesbaden zeigen sie, warum sie zu den festen Größen der Szene gehören.

Mit ihrem unverwechselbaren Mix aus Stoner Rock und einer kräftigen Portion Doom walzt sich die Band förmlich durch ihr Set. Die schweren, stampfenden Rhythmen erinnern stellenweise tatsächlich an den gleichmäßigen Marsch einer Elefantenherde – mächtig, langsam und dennoch voller Dynamik. Dabei wechseln sich drückende Riffs mit eingängigen Melodien ab, ohne dass der charakteristische Sound der Band verloren geht.
Nach dem Auftritt ergibt sich noch die Gelegenheit, mich mit Bassist und Sänger Peter Holland und der ganzen Band am Merchstand zu unterhalten.
Dirty Sound Magnet – virtuos und energiegeladen
Als letzte Band auf der Außenbühne betreten Dirty Sound Magnet die Bühne und sorgen noch einmal für einen echten Höhepunkt auf dem Außengelände. Das Trio aus Fribourg (Schweiz) hat sich längst zu einer festen Größe zwischen Psychedelic Rock, Hard Rock und Blues entwickelt.
Für mich ist es ein Wiedersehen mit einer außergewöhnlichen Liveband. Bereits 2022 begeisterten mich Dirty Sound Magnet in der kleinen Kreativfabrik gegenüber vor gerade einmal 20 bis 30 Besuchern. Danach ließ sich ein weiteres Konzert trotz mehrerer Einladungen der Band lange nicht einrichten, ehe es im vergangenen Jahr endlich wieder im ausverkauften Das Rind in Rüsselsheim klappte. Umso schöner, sie heute erneut auf der Bühne zu erleben.

Mit Stavros Dzodzos (Gitarre, Gesang), Marco Mottolini (Bass) und Maxime Cosandey (Schlagzeug) präsentiert sich das Trio bestens eingespielt. Die Songs verbinden markante Riffs, treibende Grooves und psychedelische Klangwelten zu einem mitreißenden Gesamtbild.
Vor allem Frontmann Stavros Dzodzos begeistert mit seinem virtuosen Gitarrenspiel und seiner enormen Bühnenpräsenz. Unterstützt von der druckvollen Rhythmussektion entwickelt sich ein energiegeladener Auftritt, der trotz aller technischer Klasse nie verkopft wirkt, sondern vor allem durch Spielfreude und Leidenschaft überzeugt.
Dirty Sound Magnet verabschieden das Publikum auf der Außenbühne mit einem starken Auftritt und bestätigen einmal mehr ihren Ruf als herausragende Liveband.
Truckfighters – Fuzz, Schweiß und jede Menge Energie
Als Co-Headliner des Abends betreten Truckfighters die Bühne der großen Halle und machen vom ersten Ton an klar, warum sie seit mittlerweile 25 Jahren zu den Aushängeschildern der europäischen Stoner- und Fuzz-Rock-Szene gehören. Ob Desertfest oder Wacken – die Schweden haben im Laufe ihrer Karriere wohl nahezu jede bedeutende Festivalbühne bespielt.
Auch wenn Truckfighters live als Trio auftreten, bildet seit jeher das Duo aus Oskar „Ozo“ Cedermalm (Bass, Gesang) und Niklas „Dango“ Källgren (Gitarre) den Kern der Band. Der Platz hinter dem Schlagzeug wird dagegen regelmäßig neu besetzt – die Liste der bisherigen Drummer ist mittlerweile so lang, dass die Band vor einigen Jahren ihre Tour augenzwinkernd sogar unter das Motto „Who’s Drumming On This Tour?“ stellte.

Ich habe Truckfighters zuletzt beim Hoflärm Festival gesehen und weiß deshalb genau, was mich erwartet: eine schweißtreibende Liveshow. Genau das liefern die Schweden auch in Wiesbaden ab. Ozo spielt seine Bassläufe und Gesangsparts gewohnt souverän, während Dango seinem Ruf als menschlicher Flummi alle Ehre macht. Gefühlt verbringt der Gitarrist mehr Zeit in der Luft als auf dem Bühnenboden. Mit einem breiten Grinsen springt er unermüdlich über die Bühne und lässt dabei trotzdem keinen Ton liegen.
Die Energie überträgt sich sofort auf das Publikum. Vor der Bühne wird gehüpft, getanzt und gefeiert – fast so, als gäbe es keinen Morgen. Truckfighters verbinden schwere Fuzz-Riffs mit einer enormen Spielfreude und beweisen einmal mehr, warum ihre Konzerte seit Jahren zu den intensivsten Erlebnissen der Stoner-Rock-Szene gehören.
Mit ihrer mitreißenden Performance liefern Truckfighters einen Co-Headliner-Auftritt, der die große Halle in einen einzigen Hexenkessel verwandelt und die Messlatte für den abschließenden Headliner Uncle Acid And The Deadbeats noch einmal ein gutes Stück höher legt.
Uncle Acid &The Deadbeats – düsterer Schlusspunkt eines großartigen Festivaltages
Den Abschluss des diesjährigen Sol Sonic Ride übernehmen Uncle Acid & The Deadbeats und besser hätte man den Headliner kaum wählen können. Die Briten befinden sich aktuell auf Europatour und haben mit der Single Don’t Let It Control You Ende Mai bereits einen ersten Vorgeschmack auf ihr kommendes Studioalbum veröffentlicht.
Von Beginn an hüllt die Band die große Halle des Schlachthofs in eine beklemmende Atmosphäre. Schwere Fuzz-Gitarren, treibende Rhythmen, psychedelische Klangflächen und düstere Harmonien verschmelzen zu einem Sound, der sich irgendwo zwischen Doom, Garage Rock, Psychedelic und klassischem Heavy Rock bewegt. Uncle Acid & The Deadbeats erschaffen dabei ihre ganz eigene musikalische Welt: dunkel, unheilvoll und hypnotisch.
Frontmann Kevin Starrs führt die Band seit 2009 mit seinem markanten Gesang und den charakteristischen, proto-metallischen Gitarrenriffs an. Unterstützt von einer druckvollen Rhythmussektion entfaltet sich hier eine Klangwand, die immer wieder Erinnerungen an die frühen Tage von Black Sabbath aufkommen lässt, ohne dabei wie eine bloße Kopie zu wirken. Stattdessen entwickeln Uncle Acid & The Deadbeats ihren ganz eigenen, unverwechselbaren Stil, bei dem auch Rachel Burnett an den Keys ihren Anteil einbringt.

Die Lichtshow bleibt dabei ebenso zurückhaltend wie wirkungsvoll. Gedämpfte Farben und dunkle Schatten unterstreichen die geheimnisvolle Stimmung und machen den Auftritt zu einem intensiven Gesamterlebnis. Das Publikum lässt sich bereitwillig auf diese düstere Klangreise ein und verfolgt das Geschehen gebannt bis zum letzten Ton.
Mit ihrer atmosphärisch dichten Performance setzen Uncle Acid & The Deadbeats den perfekten Schlusspunkt unter ein hervorragend besetztes Sol Sonic Ride IV. Ein würdiger Abschluss eines rundum gelungenen Eintagesfestivals, das glücklicherweise bereits im kommenden Jahr in Köln und Wiesbaden seine Fortsetzung finden wird.
Fazit
Das abwechslungsreiche Billing mit internationalen Szenegrößen und spannenden Nachwuchsbands, viele bekannte Gesichter, die entspannte Atmosphäre auf dem Gelände des Schlachthofs sowie die reibungslose Organisation machen den Festivaltag zu einem echten Erlebnis. Besonders der Wechsel zwischen Außenbühne und großer Halle funktioniert hervorragend und bietet selbst bei sommerlichen Temperaturen stets angenehme Konzertbedingungen. Musikalisch reicht die Bandbreite von Psychedelic-, Stoner- und Doom-Rock bis hin zu Heavy Rock und Fuzz und das ohne einen einzigen echten Durchhänger. Wer dabei war, dürfte den 27. Juni 2026 in bester Erinnerung behalten. Umso erfreulicher ist die Nachricht, dass das Sol Sonic Ride Event im kommenden Jahr in die nächste Runde geht.

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