Andernach Rockt 2026 – Benefizfestival am 23. und 24.05.2026 im Schlossgarten Andernach

Rocken für den guten Zweck

Bands am 23.05.: The Wild Bobbin’ Baboons, Rook Road, Sign X, John Diva And The Rockets Of Love, Bonfire

Bands am 24.05.: Just 2 Jam, Riot In The Attic, Karabooza, Mandowar

Ort: Schlossgarten Andernach (Open Air), Am Stadtgraben, 56626 Andernach

Datum: 23. und 24.05.2026 (Einlass ab 12:00 Uhr, Beginn Rahmenprogramm ab 13:00 Uhr)

Kosten: Kombitickets ab 30,00 €, Tagestickets ab 18,00 € (zzgl.Gebühren und Versandkosten)

Genre: Rock, Rock ’n‘ Roll, Glam Rock, Hard Rock

Veranstalter: Andernach Rockt

Link: https://www.andernachrockt.de/

Für uns war mal wieder die liebe Judith S. in Andernach unterwegs! Hier ihr Bericht:

Gute Musik – gute Laune – guter Zweck: Unter diesem Motto startet heute bereits zum fünften Mal das Andernach Rockt Festival, bei dem, wie in jedem Jahr, der gesamte Erlös aus Ticketeinnahmen und Getränkeverkauf an Einrichtungen und Projekte für Kinder und Jugendliche in der Region geht.

Hinter diesem Herzensprojekt von Rockfans für Rockfans steht ein Team aus ehrenamtlich tätigen Menschen, die die Liebe für gute Rockmusik mit sozialem Engagement verbinden und in ihrer Heimatstadt Andernach etwas Gutes bewirken möchten. Daraus ist mittlerweile eine etablierte 2-Tages Veranstaltung geworden, die ein Programm für die ganze Familie bietet. Los geht es bereits um die Mittagszeit mit Clown Marco und Bauchredner Der Minze, bei denen besonders die Kinder ihren Spaß haben. Musikalisch geht es dann weiter: Rock ’n‘ Roll mit The Wild Bobbin’ Baboons steht als Erstes auf dem Plan, bevor mit Rook Road und Sign X bereits deutlich härtere Töne angeschlagen werden.

John Diva And The Rockets Of Love

Ich treffe, bei bestem Frühsommerwetter, gegen 18:30 Uhr ein, und freue mich jetzt, mit den reichlich im Schatten der Stadtmauer anwesenden Rockfreunden, auf Haarspray, Bandanas, Lederwesten und eine amtliche Glam-Rock-Party – John Diva And The Rockets Of Love stehen in den Startlöchern.

Aus dem sonnigen Kalifornien angereist, hüstel, na ja, die (fiktive) Bandgeschichte kann man bei Wiki nachlesen, haben die fünf Herren um den charismatischen Frontmann John Diva heute nur eine Mission: Andernach in die Hochphase der legendären 80er-Jahre zurückzubeamen. Denn auch wenn sie mittlerweile durchaus eigenes Songmaterial vorzeigen können, ist der heutige Abend ganz den Heros ihrer Jugend gewidmet.

John Diva And The Rockets Of Love, Andernach Rockt 2026, Pic by Judith S.

Schon die ersten Klänge von Bon Jovis Lay Your Hands On Me lassen den Funken auf das Publikum überspringen. Vor der Bühne wird mitgesungen, geklatscht und ausgelassen gefeiert. Die Band versteht es von Beginn an, die Zuschauer mitzunehmen und die besondere Atmosphäre der großen Stadionkonzerte vergangener Jahrzehnte auf die Open-Air-Bühne im Schlosspark zu bringen, was aber bei der Hitdichte nicht schwerfällt. Here I Go Again, I Was Made For Lovin’ You, Hush, Carrie, … Wer kann da nicht jede Zeile inbrünstig mitsingen?

Dabei präsentiert sich John Diva mit viel Humor, augenzwinkernden Ansagen und einer großen Portion Rockstar-Attitüde als unterhaltsamer Entertainer, der immer wieder den Kontakt zum Publikum sucht und dieses zum Mitsingen animiert.

Doch auch die Rockets Of Love lassen sich nicht lumpen. Die beiden Gitarreros Snake Rocket und Carsten Stepanovicz (der benötigt unbedingt noch ein passendes Pseudonym) sowie Basser Remmie Martin posen, was das Zeug hält, und finden immer wieder den Weg an den Rand der Bühne, um der begeisterten Menge nah zu sein, während Drummer Mr. Coolman seinem Namen alle Ehre macht und sein Schlagzeug verdrischt, als gäbe es keinen Morgen mehr.

Weiter geht’s zurück in die Hochzeit des Hair Metals, Poison, Jump, We’re Not Gonna Take It, Paradise City, … lassen die Zeit wie im Nu verfliegen. Es ist schon so weit, mit Don’t Stop Believin leider den Final Countdown einzuläuten.

Ob man jetzt Coverbands mag oder nicht: Mit dieser Tribute To The Heros Show, vollgepackt mit großen Rockhymnen, haben John Diva And The Rockets Of Love gezeigt, warum die Musik der 1980er-Jahre bis heute nichts von ihrer Faszination verloren hat.

Bonfire

Das Festival Andernach Rockt hat bereits den ganzen Tag für gute Unterhaltung gesorgt, doch jetzt ist die Sonne endgültig hinter der ehrwürdigen Kulisse der Stadtmauer verschwunden. Alle Anwesenden warten gespannt auf den Auftritt der Hard-Rock-Legende Bonfire um das einzig verbliebene Gründungsmitglied Hans Ziller.

Dabei hatte dieser zwei Wochen zuvor noch für eine beunruhigende Nachricht gesorgt: Er, der schon seit vielen Jahren an einer bipolaren Erkrankung leidet, musste sich kurzfristig in eine Klinik begeben. Ganz ähnlich hat es auch Bassist Ronnie Parkes erwischt, für den jedoch eine langjährige Begleiterin der Band, nämlich keine andere als die dreifache Weltmeisterin im Kickboxen, Tina Schüssler, als Ersatz gewonnen werden konnte, die tatsächlich auch Bass spielen kann. Hans Ziller selber konnte einen Deal mit seinem Arzt aushandeln, für einen Tag die Klinik verlassen zu dürfen, weshalb jetzt dem Auftritt in Andernach nichts mehr im Wege stehen sollte.

Bonfire, Andernach Rockt 2026, Pic by Judith S.

Ohne große Einleitung eröffnet die Band, um den wieder ans Mikro zurückgekehrten Alexx Stahl ihr Set, und es zeigt sich von Anfang an, dass anscheinend wirklich viele Leute extra wegen Bonfire nach Andernach gekommen sind. Starin’ Eyes, Never Mind und Fantasy, allesamt aus den glorreichen 80ern, werden textsicher mitgesungen, was Mastermind Hans Ziller sichtlich gefällt und ihm doch das eine oder andere breite Grinsen ins Gesicht zaubert.

Ich habe Bonfire schon ewig nicht mehr gesehen, mich jedoch über die Nachricht der Rückkehr von Alexx Stahl gefreut. Ein großer Redner war er noch nie auf der Bühne, also beschränkt er sich auf das, was ihm am besten liegt: den Hits aus 40 Jahren Bandgeschichte mit seiner eindrucksvollen Stimme die nötigen Emotionen zu verleihen, was besonders bei Who’s Fooling Who bei dem ein oder anderen für Gänsehaut sorgt.

Ein weiteres Augenmerk liegt natürlich am heutigen Abend auf der Frau am Bass, der wirklich sehr kurzfristig eingesprungenen Tina Schüssler, die ihren Job doch souverän erledigt.

Einen besonderen Auftritt hat die sympathische Tina dann noch, als sie den Bass an Hans Ziller übergibt, und selber zum Mikro greift, um, mit ihren Boxhandschuhen in der einen Hand, den Einlaufsong ihrer Weltmeisterschaften, Eye Of The Tiger (was auch sonst!), selber zu singen. Leider hat ihr Mikro einen Wackelkontakt, aber Alexx Stahl ist behilflich und teilt sein Mikro mit ihr.

Aufgrund der aktuellen Situation seiner Erkrankung nutzt Bandchef Hans dann noch die Gelegenheit, auf sein Buch Rock’n Roll Survivor hinzuweisen, in dem er beschreibt, dass das Rockgeschäft nicht nur aus Glanz und Gloria besteht und er seine bipolare Erkrankung schonungslos thematisiert.

Musikalisch geht’s weiter, und wenn auch der Schwerpunkt heute doch auf den Klassikern der langjährigen Bandgeschichte liegt, gibt es doch immer mal wieder eine Überraschung, so z.B. Sword And Stone, im Original von Kiss, den sie jedoch nie veröffentlicht haben.

Sweet Obsession, Champion und Ready 4 Reaction sorgen wieder für viel 80er-Nostalgie, wobei das Bandgefüge bestens ergänzt wird durch einen der meistbeschäftigten Gitarristen des Landes, Frank Pané, sowie den Italiener Fabio Alessandrini an den Drums. Doch dann ist es leider schon so weit, sich mit You Make Me Feel und Don’t Touch The Light für diesen Abend von Andernach und einer treuen Fangemeinde zu verabschieden und viele zufriedene Gesichter auf dem Festivalgelände zu hinterlassen.

Ich verabschiede mich vom Schlossgarten mit der Erkenntnis, dass Bonfire zu Recht noch immer zu einer Größe in der deutschen Hard-Rock-Szene zählen, die heute mal wieder großartige Musik und eine fantastische Atmosphäre geboten haben, die mir noch länger in Erinnerung bleiben wird.

Sonntags geht’s noch weiter im Schlossgarten Andernach, leider ohne mich, dann darf man sich u.a. auf Mandowar als Headliner freuen, die Rock- und Metal-Klassiker im Mandolinen-Sound auf die Bühne bringen werden.