Kittie + Crypta + Vexed am 07.08.2026 im Gebäude 9 Köln

Ein hochkarätiges Paket aus modernem Heavy Metal, Death Metal und Metalcore

Künstler: Kittie, Crypta, Vexed

Ort: Gebäude 9, Deutz-Muelheimer-Straße 127, 50679 Köln

Datum: 07.08.2026

Kosten: 42 € VVK (plus Gebühren)

Genre: Heavy Metal, Death Metal, Metalcore, Nu Metal, Alternative Metal

Veranstalter: Underdog Recordstore, Gebäude 9

Link: https://gebaeude9.de/kittie-8-26.html

Heute, am 7. August 2026, erwartet die Kölner Metal-Gemeinde ein hochkarätiges Paket aus modernem Heavy Metal, Death Metal und Metalcore: Die kanadischen Metal-Pionierinnen von Kittie machen im Rahmen ihrer Summer 2026-Tour Station im Gebäude 9 in Köln. Unterstützt werden sie von den brasilianischen Death-Metal-Durchstarterinnen Crypta sowie der britischen Modern-Metal-Formation Vexed. Das Konzert heute Abend wollen sich wohl viele nicht entgehen lassen, und das trotz anderweitiger vergleichbarer Veranstaltungen (Rose Tattoo, Testament, Death Angel) am heutigen Tag in der Domstadt, denn das Konzert hier im Gebäude ist nahezu „sold out.“

Vexed – Brachialer Auftakt

Mit Vexed kommt eine Band auf die Bühne, die ihren 30-minütigen Support-Slot für Kittie maximal intensiv nutzt. Die 2019 in Hertfordshire gegründeten Briten haben mit Culling Culture (2021) und Negative Energy (2023) bereits zwei Alben veröffentlicht und liefern an diesem Abend einen kompromisslosen Mix aus Alternative Metal, modernen Groove-Elementen und ordentlich Tiefgang.

Schon nach den ersten Takten ist klar, wohin die Reise geht: schwere Gitarren, drückende Bässe und präzise gesetzte Breaks treffen auf die variable Stimme von Megan Targett. Mal wütend und aggressiv, dann wieder kontrollierter und melodischer, verleiht sie den Songs eine ganz eigene Dynamik. Gitarrist Olly Hall sorgt mit seinem druckvollen Spiel für die passende Wand aus tiefen Riffs, während Bass und Schlagzeug das Fundament mit ordentlich Wucht nach vorne treiben.

Vexed, Gebäude 9 Köln 2026, Pic by Big Simonski

Besonders gefällt, dass Vexed trotz der enormen Härte nie chaotisch wirken. Die einzelnen Elemente greifen sauber ineinander und ergeben einen kompakten, modernen Sound. Das Publikum nimmt den Auftritt entsprechend gut an, auch wenn die halbe Stunde viel zu schnell vorbei ist.

Später treffe ich die Band noch am Merchstand. Vexed erweisen sich dabei als ausgesprochen sympathische und unkomplizierte Gesprächspartner. Natürlich nutze ich die Gelegenheit und lasse mir meine beiden Alben Culling Culture und Negative Energy signieren.

Musikalisch wie menschlich bleibt damit ein sehr positiver Eindruck zurück. Vexed haben ihren kurzen Slot überzeugend genutzt – und definitiv Lust auf einen längeren Auftritt gemacht.

Crypta – alles in Schutt und Asche

Mit Crypta folgt eine ganz andere Hausnummer. Die brasilianischen Death-Metal-Ladies um Frontfrau und Sängerin Fernanda Lira haben bei meinen bisherigen Begegnungen eigentlich immer für beste Unterhaltung gesorgt und auch heute Abend ist von Müdigkeit keine Spur. Stattdessen gibt es von Beginn an ordentlich was auf die Ohren.

Crypta gingen 2019 aus dem Bruch von Nervosa hervor, bei dem Fernanda Lira und Schlagzeugerin Luana Dametto die Band verließen. Nach dem Debüt Echoes Of The Soul und dem 2023 erschienenen Shades Of Sorrow hat sich das Line-Up inzwischen verändert. An den Gitarren stehen mittlerweile Tainá Bergamaschi und Victoria Villarreal, während Luana Dametto heute nicht dabei ist. Hinter dem Schlagzeug sitzt nach meinen Informationen Cierra White und die junge Dame zeigt eindrucksvoll, was sie kann.

Crypta, Gebäude 9 Köln 2026, Pic by Big Simonski

Musikalisch lassen Crypta an diesem Abend keinerlei Zweifel aufkommen: Das ist brutaler, treibender Death Metal mit der unverkennbaren Stimme von Fernanda Lira. Die Frontfrau steht dabei ganz klar im Mittelpunkt. Sie ist permanent in Bewegung, schneidet zwischendurch herrlich böse Grimassen und muss über ihre eigenen Gesichtsentgleisungen teilweise selbst lachen. Auch der eine oder andere schelmische Blick in Richtung meiner Kamera gehört dazu. Auf der Bühne ist permanent etwas los und irgendwann sind die Musikerinnen entsprechend komplett durchgeschwitzt.

Besonders erfreulich ist der Sound. Nachdem Crypta bei meinem letzten Aufeinandertreffen im Mergener Hof 2024 in Trier leider ziemlich schlecht abgemischt waren, passt heute Abend einfach alles. Die Gitarren drücken, das Schlagzeug knallt und Fernandas Stimme steht klar und präsent im Gesamtbild. Mit ihrer Setlist legen Crypta das Gebäude 9 förmlich in Schutt und Asche.

Nach dem letzten Song verschwinden die Musikerinnen schnell von der Bühne und lassen sich auch anschließend nicht mehr blicken. Das kenne ich von früheren Konzerten anders, bei denen sich Crypta deutlich fannäher präsentierten. Tainá Bergamaschi entdecke ich später immerhin noch am Kittie-Merchstand, wo sie sich selbst ein T-Shirt kauft.

Davon abgesehen bleibt musikalisch ein rundum überzeugender Eindruck. Crypta haben heute gezeigt, dass sie nichts von ihrer Wucht eingebüßt haben, und diesmal stimmt auch der Sound.

Kittie – 30 Jahre und kein bisschen leiser

Dann ist es endlich so weit: Kittie betreten als Headliner die Bühne des Gebäude 9. Die kanadische Band feiert in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen und hat damit allen Grund, diesen Abend gebührend zu feiern. Im Mittelpunkt stehen nach wie vor die Lander-Schwestern: Morgan Lander an Gesang und Gitarre sowie Mercedes Lander hinter dem Schlagzeug. Komplettiert wird das Quartett durch Gitarristin Tara McLeod und Bassistin Ivy Vujic.

Schon vor dem ersten Ton fällt auf, wie viele junge Frauen sich heute im Gebäude 9 eingefunden haben. Besonders auffällig ist dabei die rote Haarpracht, die bei einigen Fans unübersehbar an Morgan Lander erinnert. Eine durchaus charmante Art, die Verbundenheit mit der Frontfrau und ihrer Band zu zeigen. Spätestens als Kittie loslegen, wird dann deutlich, wie groß die Begeisterung tatsächlich ist.

Was anschließend von der Bühne kommt, ist weit mehr als eine nostalgische Zeitreise durch drei Jahrzehnte Bandgeschichte. Kittie zeigen sich von Beginn an druckvoll und selbstbewusst. Zwischen Nu Metal, Groove Metal und den eigenen härteren Wurzeln entsteht ein Sound, der auch nach 30 Jahren erstaunlich frisch wirkt. Im engen Gebäude 9 geht es dabei schon nach kurzer Zeit richtig zur Sache. Das Publikum springt, tanzt und feiert, während sich immer wieder Moshpits bilden.

Kittie, Gebäude 9 Köln 2026, Pic by Big Simonski

Morgan Lander erweist sich dabei als souveräne Frontfrau, die ihre Band jederzeit im Griff hat. Ihre Stimme kann aggressiv und bissig, aber ebenso melodisch und kontrolliert klingen. Dazu kommt eine Bühnenpräsenz, die keinerlei Zweifel daran lässt, wer hier das Kommando führt. Mercedes Lander sorgt hinter dem Schlagzeug für den nötigen Druck und bildet gemeinsam mit Bassistin Ivy Vujic das rhythmische Fundament. Tara McLeod steuert an der Gitarre die passende Portion Härte bei.

Inhaltlich waren Kittie ohnehin nie eine Band, die sich mit belanglosen Texten zufriedengab. Gesellschaftliche Missstände, Sexismus und andere Formen von Machtmissbrauch finden ebenso ihren Platz wie persönliche Frustration. Dass die Band von Beginn an ihren eigenen Weg gehen wollte und sich nicht über Äußerlichkeiten definieren ließ, passt hervorragend zu ihrem selbstbewussten Auftreten.

Fazit

Im Gebäude 9 stimmt heute Abend einfach das Gesamtpaket. Die drei Bands haben jeweils auf ihre Art überzeugt, doch Kittie setzen zum Abschluss noch einmal einen drauf. Zwischen roten Haaren im Publikum, wuchtigen Riffs und ausgelassenen Moshpits wurde das Gebäude 9 zum Hexenkessel. 30 Jahre Bandgeschichte sind schließlich kein Grund, kürzerzutreten – Kittie zeigten eindrucksvoll, dass sie auch nach drei Jahrzehnten noch ordentlich Bewegung in die Menge bringen.

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