Filth – Death Exhibition

11.09.2026 - Death Metal - Me Saco Un Ojo Records - 34:18 Minuten

Die drei Schweden Per, Sebastian und Ismael sind schon zum zweiten Mal bei mir auf dem roten Reviewer-Sofa. Filth gründeten sich im Jahre 2022 und sind eher eine ungewöhnliche Band. Nicht nur, weil sie aus Göteborg stammen und keinen melodischen Death Metal zocken, sondern auch, weil keiner der Protagonisten in anderen Bands spielt. Und das ist für schwedische Musiker sehr ungewöhnlich. Das Debütalbum namens Time To Rot (Review gibt es hier) hat mir schon sehr gut gefallen und ist gerade einmal ein Jahr alt und nun schon Album Nummer zwei namens Death Exhibition.

Nach einem kleinen und bedrohlichen, laut nach einem Horrorfilm klingenden Intro namens Intro starten Filth mit dem Song Split Casket ins Rennen. Langsam und gediegen und am Anfang ein wenig an Death erinnernd, kommt Death Metal aus den Boxen gekrochen. Feines Riffing, old schoolig und sehr angenehm. Dann aber eine Explosion und ab ins Uptempo. Dabei wird das Tempo innerhalb des Parts verschleppt. Dieses Vorgehen wiederholt man und rumpelt danach schön im Midtempo herum, um dann wieder das Uptempo mit der Verschleppung regieren zu lassen. Death Metal eben. Die Stimme ist natürlich tief und ein wenig cavig. Eine melancholische und manische Melodie gesellt sich zum traurigen Gesamtspiel und man agiert schleppend, dreckig und behäbig. Kleine Kriecheinheit über die Friedhöfe dieser Welt. Break, Gitarre vorweg und Geballer mit feinem Riffing und ab in einen schnellen Uftata-Part mit Blast und dann ins Spiel auch schon aus. Jawohl, kann man so machen. Bei mir fruchtet das auf nährbarem Boden und gut in den Ohrmuscheln.

Man hört also von der ersten Sekunde an, dass die Schweden sich keinen Millimeter von ihrer Marschrichtung entfernt haben. Time To Rot ist ja auch gerade ein Jahr alt, das wäre auch ein wenig komisch. Der Sound ist ebenfalls weiterhin ähnlich. Schön old schoolig, dreckig und ein wenig roh. Sehr passend zu der Art von Death Metal, die Filth zocken.

Buried Alive ist das nächste Beispiel dafür. Es wird kurz eingefädelt und dann gibt es mit einem langgezogenen Riff erst einmal was auf die Glocke, um dann im schleppenden Tempo zu agieren. Hier klingt man ein wenig nach Immolation. Wieder kurz Tempo und dann doomt man quasi erst einmal herum. Der Gesang setzt ein und eine schaurige Melodie wird hinzugefügt. Ja, das hat was, das macht Laune. Ein Break, ein Oohh, aber keine Geschwindigkeitsattacke, sondern wieder ein Immolation-Part. Betonende Drums und eine melodische Gitarrenführung folgen im Midtempo, um dann wieder langsam zu scheppern. Jawohl, sehr schön. Die schaurige Melodie wird wieder ins Rennen geschickt und darf als Solo agieren, dann noch eine kurze Verschärfung, ohne wirklich schnell zu werden, und auch hier ist dann schon relativ schnell Feierabend. Fühlt sich aber richtig an.

Dieses langsame Riffing und diese teilweise morbide Grundstimmung erinnern dann auch immer wieder an Autopsy und Undergang. Macht echt Spaß, besonders wenn es hin und her geht und die Burschen auch nicht vergessen, immer wieder einmal auf das Tempo zu drücken. Bei Born A Corpse ist es auf jeden Fall der Fall. Finde ich sehr geil, zumal die Parts nicht nur stumpf um die Ecke kommen. Der Fokus liegt natürlich darauf, so dreckig wie möglich zu klingen, aber auch technische Momente sind dabei. Richtig fett klingt es immer, wie auch hier, wenn man von einem langsamen Part kommt, die Gitarren vorspielen und man zum Blast ausholt. Dann wieder das Tempo verschleppt und wieder zu ballern beginnt und dann noch eine schnelle Uftata einfügt. Und ehe man sich versieht, ist auch das Ende schon vor der Haustür.

Aber auch wenn man mal das Gaspedal außen vor lässt, verstehen es die Schweden, einen bestens zu unterhalten. Bei …Inhumed… geht es langsam und schleppend zur Sache. Am Anfang regiert der Bass total und bleibt auch weiterhin ein tragendes Subjekt der Begierde. Irgendwie beängstigend, und man fühlt sich wie in ein enges Korsett gezwängt. Drückend und brachial. Tief unter den Gewölben unserer Stadt ist noch Platz für einen.

Wer …Inhumed… sagt muss auch später …Exhumed sagen, das ist klar und so ist es auch. Auch hier schleppt man sich durch das Universum und verzichtet auf Geschwindigkeit, sondern lullt die Masse mehr oder weniger ein. Eine dunkle und morbide Atmosphäre verdunkelt das Schaffen der Band. Die beiden Songs stehen im guten Kontrast zu dem ansonsten doch prügeligen Gesamtwerk.

Hier geht es für weitere Informationen zu Filth – Death Exhibition in unserem Time For Metal Release-Kalender

Filth – Death Exhibition
Fazit zu Death Exhibition
Die Schweden von Filth hauen ein Jahr später bereits ein zweites Album heraus, welches ich genauso stark finde, wie das Debütwerk namens Time To Rot. Kein Wunder, denn sie ziehen ihren Death Metal gnadenlos durch. Mit einem dreckigen und rohen Sound versehen, kommt ihr Death Metal sehr old schoolig um die Ecke und prügelt sich gut durch das Universum, hat aber immer wieder schleppende, morbide und melancholische Parts dabei. Von Midtempo- bis Highspeed-Attacken ist alles am Start. Tiefer, caviger Gesang und fertig. Wer auf Grave, Immolation, Autopsy, Incantation oder Demilich abfährt, ist hier aber so was von richtig.

Anspieltipps: Buried Alive und Born A Corpse
Michael E.
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