Aeon Temple – Resurfaced

31.01.2026 – Stoner Rock, Psychedelic Rock - Independent – 37:47 Minuten

Zehn Jahre Reifezeit

Mit Resurfaced melden sich Aeon Temple nach einer Dekade intensiver Entwicklung zurück. Claus (Gesang/Gitarre), Filzi (Bass) und Ruhrbert (Drums) aus dem Ruhrgebiet liefern kein Comeback, sondern einen bewussten nächsten Schritt. Die Band klingt gefestigt, offen und gleichzeitig erdig: Die Basis aus Stoner Rock, Psychedelic Rock und Heavy Metal ist stabil, während Post-, Doom- und Progressive-Elemente das Klangbild erweitern. Atmosphären, Groove und Dynamik stehen im Vordergrund, nicht Genre-Gymnastik.

Das Album wird am 31.01.2026 veröffentlicht und erscheint physisch ausschließlich auf Vinyl, erhältlich direkt über Bandcamp bei der Band. Die lange Pause zwischen der Debüt-EP und dem neuen Werk war von Veränderungen geprägt: Besetzungswechsel, Proberäume, gesundheitliche Rückschläge und die Pandemie verzögerten das Album. Doch gerade diese Zeit hat der Band neue Energie und Fokus gebracht. Resurfaced wirkt organisch, überlegt und frei von Überstürztem – ein Album, das sich Raum nimmt und dies auch auskostet.

Die Elemente als Leitfaden

Inhaltlich spielt Resurfaced mit der Symbolik der vier Elemente: Erde, Feuer, Wasser und Sturm dienen als lose Orientierung. Erde steht für Verwurzelung und Schwere, Feuer für Antrieb und Rastlosigkeit, Wasser für Bewegung ohne klaren Kurs, und der Sturm symbolisiert Spannung und Ruhe zugleich. Diese Struktur ist subtil, aber spürbar: Sie ordnet die Songs, ohne sie einzuengen.

Die Songs

Das Album besteht aus fünf Tracks, die sich nach hinten hinaus zunehmend öffnen. Grapes And Wine und Children Of Dirt legen das Fundament: klar, geerdet und fokussiert. Children Of Dirt geht dabei so richtig in die Vollen und haut mich regelrecht um. Mit dem über 10-minütigen Tireless Machine streckt sich das Album in Richtung anhaltender Intensität – ein Motor, der unermüdlich weiterläuft. Blumulu öffnet eine psychedelische, verspielte Facette, bevor Golden Veils den Abschluss bildet und sich mit über elf Minuten genügend Zeit nimmt, um das Album ausklingen zu lassen. Alles wirkt wie eine Reise, die sich richtig Zeit nimmt, genauso wie die Band sich für dieses Album Zeit gelassen hat. Claus’ Stimme ist dabei nie dominierend, sondern Teil des Gesamtklangs: rau, präsent und gleichzeitig zurückgenommen.

Aeon Temple, Die Trompete Bochum 2025, Pic by Big Simonski

Klang, Live-Energie und Humor

Aeon Temple haben die Instrumente weitgehend selbst aufgenommen, während der Gesang in professioneller Begleitung im Antiklang Studio entstand. Das Ergebnis ist ein intensives, aber unprätentiöses Klangbild. Die Songs sind für das Live-Erlebnis geschaffen: Clubs, Bewegung und Interaktion mit Publikum stehen im Zentrum. Das Ganze konnte ich persönlich bereits einmal live mit der Band erleben, als sie in Bochum in der Trompete den Support für Coven machte. Dabei zeigte die Band auch ihre humorvolle Seite: Spielfreude und Leichtigkeit ergänzten die musikalische Tiefe, ohne die Ernsthaftigkeit zu mindern. Wer die Band live erleben möchte, sollte sich die Präsentation des Albums am Veröffentlichungstag in Essen nicht entgehen lassen.

Hier! geht es für weitere Informationen zu Aeon Temple – Resurfaced in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Aeon Temple – Resurfaced
Fazit zu Resurfaced
Aeon Temple verbinden auf Resurfaced musikalische Schwere, atmosphärische Tiefe und Spielfreude zu einem stimmigen Ganzen. Ein Werk, das wächst, je länger man sich darauf einlässt – und vor allem live auch sein volles Potenzial entfalten wird. Irgendwie möchte ich dieses Album auch als ein zeitloses Album beschreiben, obwohl es ja einiges an Zeit gebraucht hat.

Anspieltipps: Children Of The Dirt, Tireless Machine und Blumulu
Juergen S.
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