Bereits am 24.10.2025 erschien das Album Fortune’s Always Hiding der britischen Band The Lunar Effect über das hervorragende finnische Label Svart Records, das erneut sein feines Gespür für schwere, zeitlose Rockmusik unter Beweis stellt. Erhältlich ist der Longplayer als CD sowie auf Vinyl in den Varianten Black, Transparent Green und Cream/Red/Orange.
Eine Band mit klarer Identität
Gegründet wurden The Lunar Effect 2017 in London von den Brüdern Jon und Dan Jefford. Mit Sänger Josh Neuwford, Bassist Brett Halsey und dem zweiten Gitarristen Mark Fuller fand die Band schließlich ihre heutige Besetzung. Seit ihrem Debüt haben sie sich einen Namen mit einem Sound gemacht, der gleichermaßen vertraut wie eigenständig wirkt: eine zeitgemäße Auslegung von grungebeeinflusstem 70er-Jahre-Rock, verzerrtem Blues und einer melancholischen, typisch britischen Soul-Note. Diese Mischung bildet auch das Fundament von Fortune’s Always Hiding.
Zwischen Vergangenheit und Gegenwart
Das Londoner Quintett bleibt dabei seinen Wurzeln treu, erweitert den eigenen Sound aber spürbar. Die Einflüsse reichen weiterhin tief in die Siebziger, doch Retro-Rock und Psychedelic werden nun deutlich stärker mit Alternative, Grunge und doomiger Schwere aus den Neunzigern verzahnt. Wirklich neu ist dieser Ansatz nicht – spannend wird er jedoch durch die Konsequenz und das emotionale Gewicht, mit dem die Band ihn umsetzt.
Schwere Riffs und große Gefühle
Schon der Opener Feed The Hand macht klar, wohin die Reise geht: schwere, trockene Riffs, ein massiver Groove und ein rauer, bluesgetränkter Sound, der an die Schnittmenge aus Black Sabbath, Desert Rock und frühen Alice In Chains erinnert. Watchful Eye erhöht Tempo und Druck, während Five And Two direkter und wilder nach vorne prescht, dabei jedoch etwas weniger Tiefe entwickelt.
Stärken zeigen The Lunar Effect auch in den dynamischeren, emotionalen Momenten. My Blue Veins entfaltet eine dunkle, bluesige Intensität, getragen vom ausdrucksstarken Gesang Josh Neufords. Stay With Me überzeugt als melancholische Ballade (ich bleibe trotzdem ein „Balladenhasser“) mit feinen Klaviermelodien, gefühlvollem Vortrag und einem leidenschaftlichen Solo – ein Song, der auch in einem klassischen Heavy-Rock-Kontext funktionieren würde.
Entwicklung und Kontraste
Mit Settle Down wagt sich die Band nah an die Ästhetik der Neunziger heran: roh, grungig und doomig zugleich. I Disappear beginnt introspektiv mit Piano, steigert sich dramaturgisch und öffnet den Raum für große Gesten, ohne die eigene Identität zu verlieren. Später sorgen das düstere A New Moon Rising, der schmutzig-groovende Stoner-Boogie Scotoma und das traurige Finale Nailed To The Sky für weitere Facetten.
Hier! geht es für weitere Informationen zu The Lunar Effect – Fortune’s Always Hiding in unserem Time For Metal Release-Kalender.



