Am 02.05.2026 erscheint Särge, Erde, Damen & Herren, das Debütalbum von 13Suns, über das Dresdner Label Krakenduft, dort auf Vinyl erhältlich, und zwar in den Farbvarianten Schwarz und Orange. Schon im Vorfeld umwehte die Band ein gewisser Geheimtipp-Charme, genährt durch ein Umfeld, das immer wieder für eigenwillige Veröffentlichungen sorgt.
Wenn mein treuer Promo-Pitbull plötzlich nach Krakenduft schnuppert, weiß ich: In Dresden wurde wieder etwas aufgestöbert, das es verdient, genauer gehört zu werden. Dort nämlich hat das gleichnamige Label seinen Sitz – ein Ort, der in unregelmäßigen Abständen aus dem kreativen Untergrund auftaucht und dabei immer wieder bemerkenswerte Veröffentlichungen ans Licht bringt.
Bereits im November 2024 machte die Band mit ihrer selbstbetitelten EP erstmals auf sich aufmerksam. Das Quintett – bestehend aus Sebastian Beissert (Gesang), Felix Rimkus (Gitarre/Synth/Backing Vocals), Markus Weidmüller (Synth), Franz Schlüter (Bass) und Oliver Leonhardt (Schlagzeug) – hinterließ damals nicht nur bei mir einen bleibenden Eindruck. Umso konsequenter wirkt nun der nächste Schritt: Mit Särge, Erde, Damen & Herren folgt das Debütalbum, das den eingeschlagenen Weg nicht nur fortsetzt, sondern erweitert.
Sound & Stil
Musikalisch bewegen sich 13Suns irgendwo zwischen Indie-Rock, Britpop-Anleihen und einer guten Portion eigenwilliger Experimentierfreude. Tanzbare Melancholie trifft auf kantige Gitarren, eingängige Melodien auf bewusst schräg gehaltene Arrangements. Diese Gegensätze sind kein Selbstzweck, sondern prägen den Sound des Albums entscheidend. Die Songs wirken wie flüchtige Gedanken oder halbwache Träume – flirrend, manchmal widersprüchlich, aber stets mit einem klaren emotionalen Kern.
Songwriting & Atmosphäre
Gleich zu Beginn zeigt sich die verspielte Seite der Band: Titel wie Samba Ibuprofen oder Vatican Girl lassen bereits erahnen, dass hier mit Ironie und surrealen Bildern gearbeitet wird. Hinter dieser scheinbaren Leichtigkeit verbirgt sich jedoch oft eine unterschwellige Schwere. Stücke wie Die Stummen Gesänge Der Höhlenzikaden oder Attacking People At Venice Beach pendeln zwischen absurdem Humor und latentem Unbehagen. Die Band spielt bewusst mit Erwartungen, zerlegt Stimmungen und setzt sie in neuer Form wieder zusammen – mitunter so konsequent, dass aus verletzter Emotionalität plötzlich etwas Bissiges entsteht. Oder zugespitzt gesagt: Enttäuschte Herzen Zeigen Zähne. Das Album selbst fühlt sich an wie ein Streifzug des Absurden, die ineinander verschwimmt. Es gibt keinen klaren roten Faden, vielmehr entsteht ein loses Geflecht aus Eindrücken, Emotionen und Klangbildern. Die Dynamik verschiebt sich dabei immer wieder: Mal dominieren treibende, warme Klangflächen mit unterschwelliger Nervosität, dann wiederum öffnen sich kühlere, zurückhaltendere Passagen, die fast schwerelos wirken. Zwischen diesen Polen entfaltet sich eine besondere Spannung, die den Hörer konstant in Bewegung hält.
Produktion
Aufgenommen wurde das Album im bandeigenen Tortenklang Studio, später wohl veredelt mit viel Sahne von Kurt Ebelhäuser im Tonstudio 45. Für den finalen Schliff zeigte sich Andi „Doc Young“ Jung verantwortlich. Produktionstechnisch wirkt das Ganze durchdacht, ohne steril zu sein. Die Aufnahmen behalten ihre rohe Energie, werden aber durch ein feines Gespür für Atmosphäre und Dynamik veredelt. Man merkt, dass hier Menschen am Werk waren, die wissen, wie man spontane Impulse einfängt und in nachhaltige Klangbilder überführt.
Hier! geht es für weitere Informationen zu 13Suns – Särge, Erde, Damen & Herren in unserem Time For Metal Release-Kalender.



