Okkulter Rock mit skandinavischer Handschrift
Da wir bald ja das Fest der heiligen Goat feiern, sollte bei unsern Reviews wahrlich doch nicht dieses okkulte Album der heiligen Geiß vergessen werden und vllt. bei dem einen oder anderen als Gabe unter den Baum gelegt werden.
Year Of The Goat zählen seit Jahren zu den markantesten Vertretern des skandinavischen Okkult-Rock. Die 2006 von Thomas Sabbathi und Mikael “Pope” Popovic gegründete Band verbindet Hard-Rock-Wurzeln mit psychedelischen Farben, Doom-Schwere und Proto-Metal-Aromen – getragen von Orgeln, Mellotron, melodischer Gitarrenarbeit und charakteristischen Chorarrangements. Nach drei Studioalben und einem erschien am 12. September 2025 ihr viertes Werk Trivia Goddess, veröffentlicht über Napalm Records, erhältlich als CD sowie auf Vinyl in Rot und Pink Alien Green Ink.
Mythos, Archetypen und weibliche Perspektiven
Mit Trivia Goddess liefern Year Of The Goat ein Konzeptwerk ab, das sich um archetypisch Weibliches dreht – um Frauenbilder, die im Lauf der Geschichte dämonisiert, verfolgt oder schlicht missverstanden wurden. Das Album widmet sich weiblichen Figuren aus Mythologie, Geschichte und Popkultur – von Eva bis Hekate, von den Hexenprozessen bis zur Horrorfigur Alucarda. Dabei geht es weniger um Spektakel, sondern um die Mechanismen, die Frauen zu Projektionsflächen für Angst, Schuld und Macht gemacht haben. Year Of The Goat behandeln dieses Thema mit erzählerischer Präzision und atmosphärischer Sensibilität.
Stimmen, die Räume öffnen
Besonders hervorzuheben ist der mehrstimmige Gesang. Die Band webt kontinuierlich Chorpassagen und Gegenstimmen ein, die den Songs Struktur geben. Die weiblichen Backing Vocals von Elin Gårdfalk sind mehr als nur Zierde – sie sind das emotionale Rückgrat des Albums. Ohne sie wäre Trivia Goddess deutlich weniger eindrucksvoll!
Die Songs: fünf ausgewählte Schlaglichter
Der Opener The Power Of Eve entfaltet sofort eine dichte 70s-Atmosphäre: schwebende Orgeln, psychedelische Nuancen und ein subtil treibender Rhythmus. Ein starker Einstieg, der die Themen und die ästhetische Richtung des Albums elegant eröffnet und sich wie ein Tor zur Schattenwelt öffnet. Der Titeltrack Trivia Goddess verbindet kraftvolle Hard-Rock-Energie mit breiten Orgelteppichen. Das beinahe zeremonielle Arrangement verleiht dem Stück eine rituelle Präsenz, die nachhallt. Doomig, schwer, von Gothic-Farbtönen durchzogen präsentiert sich Kiss Of A Serpent, quasi wie eine dunkle Versuchung / Verführung. Besonders der kurze Moment, in dem die weibliche Stimme in den Vordergrund tritt, setzt einen der intensivsten Akzente des Albums. Alucarda ist für mich persönlich der zugänglichste Song des Albums: rhythmisch eingängig, beinahe euphorisch. Textlich behandelt er Besessenheit, Kontrollverlust und okkulte Obsession verhandelt. Der Abschlusstrack The Witch Of The Woods explodiert in psychedelischer Farbenpracht: Gitarren, die flirren, Stimmen, die wie Rauch aufsteigen, Keyboards, die wabern. Und am Ende kehrt sie zurück – die Hexe, die dieses Album durchzieht. Ein perfekter Schlussbogen.
Hier! geht es für weitere Informationen zu Year Of The Goat – Trivia Goddess in unserem Time For Metal Release-Kalender



