Event: Bon Scott – 40 Jahre Bon Scott 2026
Bands: Bon Scott
Ort: Logo Hamburg, Grindelallee 5, 20146 Hamburg
Datum: 16.01.2026
Kosten: VVK circa 22 € plus Gebühren, sold out
Zuschauer: ca. 350
Genre: Hard Rock, Classic Rock
Link: https://www.logohamburg.de/
Eine AC/DC-Tribute-Band feiert ihren 40. Geburtstag an zwei Abenden im Hamburger Logo und der Laden ist zweimal restlos ausverkauft. Wissen die Leute in Hamburg mehr oder haben die einfach Langeweile und zu viel Geld, dass die Menschen sich eine Band ansehen, die altbekanntes Liedgut covert?

Schauen wir zunächst auf die Protagonisten, die heute Abend auf der Bühne stehen. Am Bass Jens Becker, seit fast 30 Jahren bei Grave Digger, früher unter anderem Running Wild und X-Wild. An der Gitarre Yenz Leonhardt, aktuell bei Stormwarrior und Brats. Früher unter anderem aktiv bei Iron Savior, Savage Circus und live bei Lacrimosa und Saxon. Wer genauer wissen möchte, was es mit dem Namen Brats auf sich hat, sei auf den Bericht vom Metal Magic Festival 2025 verwiesen, auf dem Brats eine One-Time-Reunion spielten. Die zweite Gitarre obliegt Matthis Lange, seit fast 30 Jahren hält er die Fäden bei Metalium in der Hand, war aber unter anderem kurzzeitig auch bei Sinner aktiv. Am Gesang agiert Kay Carstens, der auch auf den Anfängen von Paragon zu hören ist. Das jüngste Mitglied ist Karsten Keppert an den Drums, der das Durchschnittsalter auf der Bühne deutlich senkt.
Grave Digger, Running Wild, Iron Savior oder Metalium: bekannte Gesichter bei Bon Scott

Bon Scott, oder die Kurzform Scottis, sind ein Spaßprojekt von hochklassigen Musikern. Hier üben nicht einige Altrocker in ihrem Keller und spielen einige AC/DC-Sachen nach. Allein die Saitenfraktion hat unzählige Platten veröffentlicht und ist sich nicht zu schade, in einem kleinen Club ihren persönlichen musikalischen Anfängen zu huldigen. Es ist irgendwo ein spezielles Ding der Hamburger Rock- und Metalfans, aber ein hochklassiges Vergnügen.
Wie der Name Bon Scott aussagt, geht es vor allem um die LPs bis Highway To Hell. Das bedeutet nicht, dass die Truppe auf Brian-Johnson-Interpretationen verzichtet. Hier konzentrieren sich Bon Scott aber auf die Hits.
Dass die ersten Nummern zum Eingrooven benötigt werden, ist klar. Dann läuft die Maschine und die Stimmung steigt mit jedem Track. Sin City, Live Wire, Up To My Neck, If You Want Blood oder Bad Boy Boogie. Vor allem die Saitenfraktion liefert exzellent, da stört es nicht, wenn der Gesang an der einen oder anderen Stelle etwas unrund rüberkommt. Es geht um den Spaß, bei dem gemeinsam gegrölt und gefeiert wird. Mit Thunderstruck gibt es eine Nummer aus der Nicht-Bon-Scott-Zeit. Nach einer Stunde heißt es Pause für alle Beteiligten. Ein ausverkauftes Logo bedeutet auch einen geringen Sauerstoffgehalt, und etwas Luft schnappen tut sowohl dem Publikum als auch der Band mehr als gut.
Der zweite Teil liefert dann noch mal kräftig nach, wobei vor allem die Hits wie The Jack, Whole Lotta Rosie oder T.N.T. für mächtig Stimmung sorgen. Die Zeit läuft den Protagonisten aber immer mehr weg. It’s A Long Way To The Top, Hells Bells, Let There Be Rock. Hit an Hit schallt durch das Logo. Matthias Lange an der Gitarre spielt It’s A Long Way To The Top mit einem Drumstick. Die keltisch klingende Gitarre im Original bekommt er aber nicht hin. Trotzdem: Bis auf die Glocke bei Hells Bells wird hier live gerockt. Da ist nichts vom Band. Top-Musiker auf kleiner Bühne ohne Fallschirm und doppelten Boden – das ist ein Vergnügen für viele Musikfans.
Zwei Nummern sollen aber noch rein. High Voltage funktioniert noch ohne Probleme. For Those About To Rock (We Salute You) läuft anfänglich auch noch, dann dreht Joachim “Piesel” Küstner am Mischpult (sonst auch an der Gitarre bei Iron Savior) die PA aus, da um 23 Uhr im Logo die Livemusik enden muss wegen Anwohnerstress. Das interessiert die Scottis aber nicht. Die spielen einfach über Monitor den Song weiter. Eine Minute später steht der Fünfer im Dunkeln. Auch egal, der Fünfer spielt die Nummer komplett aus und lässt sich völlig zu Recht abfeiern.

Heute Abend hatten viele Menschen Bock auf Livemusik. Das sind einmal die Herren auf der Bühne. Die hatten genauso ihren Spaß an dem engen und stickigen Laden, wie die Fans, die diverse Kaltgetränke vernaschen und dazu die bekannten Nummern aus vielen Kehlen mitgrölen. Anschließend ist die Party noch lange nicht zu Ende. Fans und Musiker feiern den 40. Geburtstag von den Scottis und freuen sich auf den morgigen Samstag, wo es die Sause noch einmal zu erleben gibt.
Wer Bock auf einen unterhaltsamen Abend mit hochklassigen Musikern hat, der sollte sich zum Beispiel den 15. August notieren. Dann sind Bon Scott erneut im Logo zu erleben. 150 Minuten Livemusik von einer hochklassigen Band für einen schmalen Taler – es gibt bestimmt schlechtere Termine. Wer auf größere Showelemente verzichten kann und niemanden in Schuluniform auf der Bühne benötigt, der macht mit Bon Scott alles richtig.










