Bonfire – Temple Of Lies

“Aus Ingolstadt kommt nicht nur Audi, sondern auch Bonfire und das ähnlich solide!“

Artist: Bonfire

Herkunft: Ingolstadt, Deutschland

Album: Temple Of Lies

Spiellänge: 43:30 Minuten

Genre: Hard Rock

Release: 13.08.2018

Label: AFM Reords

Link: http://www.bonfire.de/

Produzent:  Tom Müller und Hans Ziller, Flatliners Recording Studios

Bandmitglieder:

Gesang – Alexx Stahl
Gitarre – Hans Ziller
Gitarre – Frank Pané
Bass – Ronnie Parkes
Schlagzeug – Tim Breideband

Tracklist:

  1. In The Beginning
  2. Temple Of Lies
  3. On The Wings Of An Angel
  4. Feel The Fire (Like The Bonfire)
  5. Stand Or Fall
  6. Comin‘ Home
  7. I’ll Never Be Loved By You
  8. Fly Away
  9. Love The Way You Hate Me
  10. Crazy Over You

Bereits ein knappes Jahr nach dem letzten Werk Byte The Bullet legen Bonfire mit dem nächstens Silberling Temple Of Lies nach. Einmal mehr darf der nun fest agierende Sänger Alexx Stahl beweisen, dass er zu recht den Vortritt vor dem ehemaligen Sänger Michael Bormann bekommen hat. Nach Bandaussage soll dabei auf Temple Of Lies etwas härter zur Sache gegangen werden. Ob dies stimmt, wissen wir am Ende.

Gleich nach dem Opener In The Beginning (wie treffend) kommt bereits das knackige Titelstück Temple Of Lies. Ab und an mal ereilen einen Assoziationen an Saxon aber ansonsten eine gute Nummer, die Großes hoffen lässt, Spaß macht und nach Fortsetzung schreit. Ganz so geht es dann leider nicht weiter. On The Wings Of An Angel geht ein bis zwei Schritte zurück. Wesentlich ruhiger, aber mit einer schönen Melodie und einem ordentlichen Mitsingrefrain ausgestattet, ist es ein wohlgefälliges Stück. Es fehlt die angekündigte härtere Gangart. Überzeugend Alexx Stahl und auch die Gitarrenfraktion arbeitet ordentlich. Feel The Fire (Like The Bonfire) versucht durch ein kräftiges Gitarrenriff-Intro etwas mehr Metal zu initiieren. Das wird dann aber relativiert durch den einsetzenden Gesang. Trotzdem ist auch hier ein gutes Songwriting zu hören, wie bisher bei allen Tracks. Aber auch dieses Stück ist doch eher gemäßigter, als der Titeltrack. Es ist nicht schlecht was hier aus den Boxen, bzw. Kopfhörern tönt, aber es fehlt etwas an Kanten und Ecken. Zu smooth würde man sagen können. Klar gibt’s auch ein Solo beider Gitarristen, sogar fast als Battle zum Ende hin, aber auch das ist mit angezogener Handbremse.

Stand Or Fall, als Single bereits ausgekoppelt, kommt mit einem griffigen Riff und einem schönen Mitsingrefrain daher. Das sind gute Songs aber nicht der ganz große Wurf. Das Niveau ist gleichbleibend gut, es fehlen die richtigen Kracher. Vielleicht wird das mit Comin‘ Home besser. Auf jeden Fall ist eine tolle Melodie dabei und Alexx Stahl kann gesanglich brillieren. Nur, dass es sich nicht um einen Kracher handelt, sondern um eine waschechte Ballade. Das können sie auch, ohne Zweifel. Kerzen, besser Handytaschenlampen dürften bei diesem Stück die Hallen bei der im Herbst anstehenden Tour erhellen. I’ll Never Be Loved By You setzt den eingeschlagenen Kurs fort. Guter Song, gute Melodie, gutes Riff, Mitsingpotenzial im Refrain, aber ansonsten zu vorhersehbar. Hier fehlt mal eine Überraschung, ein Ausbrechen, eine Kante, eine Ecke, eine rauere Seite. Nicht falsch verstehen, das ist schon feine Musik, aber zu „brav“.

Das letzte Drittel beginnt mit Fly Away, einer schnelleren Nummer, die etwas schwülstig erscheint, aber schon rockiger ist. Love The Way You Hate Me wartet mit einem leichten Reggae-Einsatz auf. Ansonsten tendiert auch dieser Song in die Richtung der anderen Tracks. Gutes Riff und natürlich ein mitsingbarer Refrain. Frank Pané und Hans Ziller zeigen nochmals feine Gitarrenarbeit und die gute Produktion kommt auch hier druckvoll aus den Lautsprechern. Mit Crazy Over You wird die 16te Scheibe der Ingolstädter beendet. Nochmals eine schöne Melodie und ein gut aufgelegter Alexx Stahl, der auch hier wieder beweist, dass auch Screams in sein Repertoire gehören.

Fazit: Gute Hard Rock Scheibe aus deutschen Landen. Die Jungs um Hans Ziller bleiben ihrem Motto getreu und so dürfte Temple Of Lies dicht hinter den grandiosen Scheiben Fireworks oder Point Black anzusiedeln sein. Ein Gewinn ist Sänger Alexx Stahl, der der Platte mit seinem Gesang ein Gesicht gibt. Mal sehen, wie sich das so weiterentwickelt. Die angekündigte Härte vermisse ich aber doch ein wenig. Trotzdem ein solides Stück deutscher Hard Rock Kunst. br>
Anspieltipps: Temple Of Lies, Stand Or Fall, Crazy Over You
Kay L.
8.5
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