Caligula’s Horse – Bloom

“Aller guten Dinge sind drei“

Artist: Caligula’s Horse

Herkunft: Brisbane, Australien

Album: Bloom

Spiellänge: 44:59 Minuten

Genre: Progressive Rock, Alternative Rock, Djent

Release: 16.10.2015

Label: Inside Out Music

Link: https://www.facebook.com/caligulashorseband und http://caligulashorse.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Jim Grey
Leadgitarre – Sam Vallen
Gitarre – Zac Greensill
Bassgitarre und Gesang – Dave Couper
Schlagzeug – Geoff Irish

Tracklist:

  1. Bloom
  2. Marigold
  3. Firelight
  4. Dragonfly
  5. Rust
  6. Turntail
  7. Daughter Of The Mountain
  8. Undergrowth

Caligulas Horse - Bloom

 

Wenn man in der Schule im Fach Geschichte aufgepasst hat, ich habe es nicht, kennt man Caligula als Gaius Caesar Augustus Germanicus, der von 37 bis 41 römischer Kaiser war und posthum Caligula genannt wurde. Überwiegend wird er als wahnsinniger Gewaltherrscher betrachtet, wobei mir jetzt der Übergang zur Band Caligula’s Horse schwer fällt 😀

Gegründet wurde die Band im Jahr 2011. Bislang wurden zwei Alben veröffentlicht, und die Männer aus Australien haben bereits die Bühnen mit so namhaften Bands wie Opeth, Mastodon, The Dillinger Escape Plan oder Ne Obliviscaris geteilt. Am 16.10.2015 erscheint mit Bloom das dritte Album. Allein das wunderschöne, sehr plastische und detailreiche Cover ist eine besondere Erwähnung wert, wobei ich leider nicht herausgefunden habe, wer es gestaltet hat.

Beinahe hätte ich noch nicht einmal das erste Lied und zugleich den Titeltrack Bloom zu Ende hören können, denn ich hatte wegen des sehr leisen und getragenen Beginns die Lautstärkeregler etwas weiter als sonst nach oben gezogen. Der abrupte Ausbruch nach ca. 2 Minuten hat mich dann doch sehr zusammenzucken lassen 😀

Naht- und übergangslos schließt sich Marigold mit einem instrumentalen Intro an, das mich sofort an Bands wie Monuments oder TesseracT denken lässt. Diesen instrumentalen Teil gibt es dann auch zunächst immer wieder im Wechsel mit den ziemlich getragenen Gesangsparts auf die Ohren. Und auch wenn es zwischendrin immer mal wieder ruhigere Parts gibt, nimmt der Song insgesamt doch mächtig Fahrt auf und lässt mich, als Fan von eben den vorgenannten britischen Bands, auf Wolke sieben schweben.

Firelight fängt fast schon poppig an, ich muss an das letzte Album von Daughtry denken, aber nach einer Minute geht es dann wieder richtig fein proggig zur Sache, ohne verfrickelt oder zu detailverliebt zu werden. Auch bei diesem Song erinnert mich der sehr schöne Gesang von Jim Grey mächtig an Arnór Dan Arnarson von Agent Fresco.

Das längste Stück des Albums, Dragonfly, fängt wieder sehr verhalten, teilweise leicht jazzig an. Das geht dann aber auch sehr bald über in die herrlich djentartigen Spielereien der Saitenfraktion. Und über all dem dieser herrlich variable Gesang von Jim Grey, der hier ansatzweise so klingt, wie Daniel Tompkins von TesseracT. In einem Moment noch flehend, dann beschwörend und dann so lässig wie nur was. Der sehr ruhige Part in der Mitte des Albums könnte mich dazu verleiten, den Lautstärkeregler wieder hochzufahren, um ja nichts zu verpassen, aber ich habe meine Erfahrung gemacht und lasse es 😀 Mit welcher Lässigkeit der Song danach weitergeht, ist unbeschreiblich. Für diese songschreiberischen Qualitäten waren mir bislang eigentlich nur TesseracT bekannt.

Bei Rust fällt mir dann zum ersten Mal das klasse Schlagzeugspiel von Geoff Irish auf. Er muss ja auch bei den anderen Songs teilweise richtig ran, aber hier habe ich das Gefühl, ich schaue ihm bei den Aufnahmen zu. Und was die Saitenfraktion da ab ca. der dritten Minute für ein geiles, und leider viel zu kurzes, Geschreddere hinlegt, lässt mich fast vor Begeisterung platzen. Da können andere Bands gern noch mal hinhören, wenn sie an das nächste Album gehen.

Auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen, auch Turntail ist so sehr der Teil von TesseracT, den ich so liebe, nämlich der heftigere Teil der bisherigen Alben, dass ich mich nur schwer auf meinem Stuhl halten kann. Hätte ich erst dieses Album und dann das neue Album von TesseracT zur Bewertung gehabt, hätten TesseracT wohl eher alt ausgesehen, denn abwechslungsreicher ist definitiv die Scheibe von Caligula’s Horse.

Das zweitlängste Stück des Albums, Daughter Of The Mountain, startet sehr lässig, auch leicht jazzig angehaucht. Auch hier wieder einige djentartige Spielereien der Saitenfraktion, allerdings bleibt der Song überwiegend eher im Downtempo und wälzt sich langsam und unaufhörlich wie glühende Lava durch die Gehörgänge.

Sehr überraschend kommt dann der letzte Song Undergrowth aus den Boxen. Nur Gesang und akustische Gitarre leiten das Album genauso leise aus, wie es begonnen hat. Sehr, sehr schön!

Fazit: Irgendwie sind die beiden Vorgängeralben bei mir in Vergessenheit geraten. Das wird nach diesem Fast-Meisterwerk gleich wieder geändert. Zu diesem Album kann ich eigentlich nur sagen, dass es auf jeden Fall für all diejenigen absolut empfehlenswert ist, die mit dem letzten Album von TesseracT nicht so wirklich zufrieden waren. Caligula's Horse machen es definitiv besser, wobei sich Daughter Of The Mountain ein wenig zieht. Aber das ist bei der Klasse des gesamten Albums verzeihlich. Leider schaffe ich es nicht, die Jungs in diesem Jahr noch live zu erleben, aber aufgeschoben ist definitiv nicht aufgehoben.

Anspieltipps: Marigold, Firelight und Turntail
Heike L.
9.5
Leser Bewertung1 Bewertung
10
9.5
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