Casket – Urn

Ehrlicher Death Metal ohne Trends und ohne Hypes

Artist: Casket

Herkunft: Deutschland

Album: Urn

Spiellänge: 33:36 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 04.06.2021

Label: Neckbreaker Records

Link: https://casketdeath.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Gesang und Gitarre – Schorsch
Bassgitarre – Marinko
Schlagzeug – Susi Z

Tracklist:

  1. Bombing Graves
  2. The Rope
  3. Amnesia
  4. To Separate The Flesh From The Bone
  5. Final Predicament
  6. Onwards To Destruction (Live)
  7. Kill The Red Lamb (Live)
  8. Faces Of The Dead (Live)

Casket aus Reutlingen sind nun auch schon seit 1990 dabei, Wow. Damals als Quartett gestartet, ist man sich selber und dem Underground treu geblieben. Bis 2007 waren sie in dieser Besetzung unterwegs. Danach ging es als Trio weiter, bis heute. Auf dem Buckel hat man vier Demos und vier Alben. Alles sehr beständig, was da abgeht. Die vier Alben fangen alle mit U an – Under The Surface, Upright Decay, Undead und Unearthed. Und nun diese EP namens Urn. Auch hier ist man zuverlässig. Auch so beim Songwriting?

Bombing Graves macht den Anfang. Death Metal Victory. Rhythmische Gitarren und ein Uuuuhhhhh. Ja, das geht schon einmal gut los. Das Midtempo regiert die Welt und das Trio geht sehr rifforientiert vor, wobei das Hauptriff sehr markant ist und die Drums dieses im Reitertempo begleiten. Man variiert mit dem Tempo, ohne wirklich megaschnell zu werden. Das Hauptaugenmerk liegt eben auf dem Riffing. Zwischendurch erklingt die Gitarre so, als ob eine Sirene mit eingebaut worden wäre. Viel Platz für Firlefanz lassen Casket nicht zu und das ist auch gut so. Ganz oben mitspielen werden sie auch nie, aber dafür liefern sie immer konstant und solide ab. Zuverlässig eben. Guter Opener.

The Rope schleppt sich am Anfang und bietet wieder das geile Riffing, welches Casket immer wieder drauf haben. Tempowechsel bestimmen das Geschehen und machen den Song recht abwechslungsreich. Klingt nach alter Schule, ist alte Schule. Death Metal eben. Nicht wirklich etwas Neues, aber man weiß, was man bekommt und ich mag so etwas. Der groovige Part klingt echt fett. Die Breaks mit anschließendem Sologesang kommen geil und dann gibt es auf die Zwölf. Und wieder so ein abgedrehtes Solo. Ja, mag ich. Macht eben Laune. Technische Spielereien sollen andere machen.

Auch beim folgenden Stück Amnesia sind sie weit weg vom komplizierten und komplexen Songwriting. Die Herangehensweise ist immer sehr ähnlich und man geht eher den einfachen und geradlinigen Weg, ohne stumpf oder ausgelutscht zu klingen. Muss man erst einmal schaffen. Auch Amnesia ist kein Death Metal Welthit. Muss er auch nicht sein, denn er ist brachial, brutal und bietet den Death Metal der ursprünglichen Art. Sofern man auf Frickelkrams und Progressivität steht, sollte man zu einem anderen Review wechseln. Hier gibt es nur alten und ehrlichen Death Metal. Meines Erachtens ist es der beste Song des Albums. Sehr markante Riffs verdunkeln die Sonne Baden-Württembergs und das ganze Stück ist schön schnell und treibend, hat aber auch Platz für groovige Momente. Mister Mystical Music, der Herr Hauber, ist hier als Gastsänger unterwegs.

To Separate The Flesh From The Bone lässt dann auch einmal Platz für den Bass. Blastbeatattacken und wildes Riffing hauchen dem Biosphärengebiet zusätzliches Leben ein. Wieder sehr aggressiv und mit altklingenden Attacken ausgestattet, bekommt man ein ordentliches Brett vorgesetzt, welches mit einem dramatischen und akustischen Part endet. Als Gastsänger ist hier Roman Thyzorn Schönsee aktiv.

Wer seit 1990 dabei ist und keine Verjüngung innerhalb der Band zulässt, weiß natürlich, was er kann und vor allem, was er will. Dieses wird auch beim fünften Song Final Predicament hörbar. Casket stecken tief im Death Metal Sumpf und ich bin wohl nicht der Einzige, der dieses gut findet. Maschinenartig erklingen die Drums zu Beginn und die restliche Instrumentenfraktion muss sehen, dass ihre Finger da mitkommen. Hier gibt es kein schneller, höher, weiter – hier gibt es nur Aggressionen, positive Aggressionen, die eben zum Death Metal passen. Man treibt alles vor sich hin. Es klingt alles wie ein unkontrolliertes Chaos, welches sich aber zurechtfindet im Death Metal Universum.

Urn wurde von Roman Schönsee bei Found Sound Music gemixt und gemastert, während das Cover-Artwork von Roberto Toderico stammt. Passt. Der Sound ist leider eine kleine Schwachstelle, wie ich finde, denn die Drums gehen irgendwie manchmal ein wenig verloren. Der Mix ist ein wenig unausgewogen. Aber sonst gibt es nicht viel zu meckern. Wer auf alten Death Metal abfährt, wird Casket ja eh kennen und zugreifen, zumal es noch drei geile Livestücke mit guter Qualität als Bonus gibt.

Casket – Urn
Fazit
Ehrlicher Death Metal, wie er sein sollte – keine Trends, keine Hypes. So sieht die Band es, so sieht das Label es und ich natürlich auch. Beim Sound muss man leider Abstriche machen, aber ansonsten gibt es feinen Death Metal der alten Schule. Nicht wirklich neu, aber dafür weiß man, was man bekommt. Casket sind eben zuverlässig.

Anspieltipps: Amnesia und To Separate The Flesh From The Bone
Michael E.
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