“Mitten ins Herz“
Artist: Equilibrium
Herkunft: München, Deutschland
Album: Armageddon
Spiellänge: 50:11 Minuten
Genre: Folk Metal, Viking Metal
Release: 12.08.2016
Label: Nuclear Blast Records
Link: http://equilibrium-metal.net
Bandmitglieder:
Gesang – Robert Dahn
Gesang und Gitarre – Dominik Crey
Gesang und Gitarre – René Berthiaume
Bass – Makki
Schlagzeug – Tuval Refaeli
Tracklist:
- Sehnsucht
- Erwachen
- Katharsis
- Heimat
- Born To Be Epic
- Zum Horizont
- Rise Again
- Prey
- Helden
- Koyaaniskatsi
- Eternal Destination
Equilibrium kennt in der deutschen Metalszene wohl fast jeder – und das zurecht. Die fünf Jungs aus Bayern haben sich mit ihrer Musik tief in unsere Köpfe gespielt und gaben bereits vor Veröffentlichung des neuen Albums bekannt, dass man sich verändern wolle. Ist das Experiment gelungen?
Und wie! Der musikalische Folk-Fünfer hat jüngst ihr fünftes (mächtig viele Fünfen hier) Album unter dem Titel Armageddon veröffentlicht. Schon mit dem Intro Sehnsucht und der darin enthaltenen Aussage: „Was für eine Welt könnten wir bauen, wenn wir die Kräfte, die ein Krieg entfesselt, für den Aufbau einsetzten?“, wird klar, dass man sich von Songs wie Met oder Wirtshaus Gaudi verabschiedet hat. Equilibrium sind auf Armageddon anders. Ernster. Böser. Von der Stimmlage her muss man sich zunächst zwar ein wenig von dem ersten Gedanken entfernen, der sich mit der Singleauskopplung Prey aufdrängte – denn irgendwie kam oft der Gedanke auf, dass dieser Song zu sehr an Amon Amarth erinnert. Doch mit dem Erscheinen des kompletten Albums wird nun klar: Dem ist ganz und gar nicht so.
Equilibrium überraschen auf diesem Album mit sehr viel Material, welches gleichermaßen zum Grinsen, Mitwippen und Nachdenken anregt. Ob nun mit total catchy gespielten Rumgedudel in Born To Be Epic, 8bit-Einflüssen wie bei Helden oder dem bitterernstem Appell, nicht zu früh und falsch über Lebewesen zu urteilen, wie er in Koyaaniskatsi – einem Wort aus dem Indianischen – zu finden ist oder wiederum mit mitreißenden Mitgröl-Parts á la Heimat – man hat es drauf und reißt die Hörer mit wie noch nie.
Ohne nun vorurteilig handeln zu wollen (hah!), aber Armageddon ist ein beinharter Anwärter auf mein Top-Album des Jahres. Wenn nicht sogar der Dekade.



