For All This Bloodshed – Black River City

 

“Holy Moses wurden neu erfunden!“

Artist: For All This Bloodshed

Album: Black River City

Spiellänge: 36:27 Minuten

Genre: Melodic Deathcore

Release: 27.04.2012

Label: Noizgate Records

Link: http://www.myspace.com/forallthisbloodshed
https://www.facebook.com/ForallthisBloodshed

Klingt wie: Holy Moses mit Core-Einflüssen

Bandmitglieder:

Gesang – Janine „Rage“ Ercöre
Gitarre – Christoph „Chris“ Keller
Gitarre – Markus „Markus“ Müller
Bass – Marcus „Marcus“ Werner
Schlagzeug – Florien „Flo“ Laubrock

Tracklist:

  1. Intro
  2. Billing On The Clock
  3. A Tower On Distant Shore
  4. Syke’s Nightjar
  5. Black River City
  6. The Book Of Seven Seals
  7. Inside The Chest
  8. Cross My Heart, If You’ll Ever Cross My Path Again
  9. Our Hearts Open Wide
  10. Bare Your Teeth
  11. FML (Famous Last Words)

ForAllThisBloodshed_BlackRiverCity_Cover

2009 gegründet, bringen die Kölner von For All This Bloodshed ein neues Full Length-Album raus. Die Vertreter des sogenannten Melodic Deathcore, der die Grenze zwischen Metalcore, Deathcore und Melodic Death Metal sprengen soll, sind mit elf neuen Songs am Start und wollen mit Black River City eines neues Stück Musikgeschichte schreiben. Da die Jungs schon vorher Banderfahrungen gesammelt haben, zumal sie schon mit Gruppen wie All Shall Perish und Darkest Hour auf der Bühne gestanden haben, sollte man gutes Material erwarten können. Also los geht’s!

Nach einem standesgemäßen Intro wird man auch schon vollgeballert mit hartem Drumming, schnellem, aggresivem Riffing und volle Lotte rausgerotzten Vocals – von der Band selbst auch als „Vokills“ umschrieben. Der Gesang erinnert stark an Bands wie Holy Moses, denn auch For All This Bloodshed haben eine Frontfrau am Mikrofon, namentlich Rage. Nach Raserei und Zorn klingt das Gekeife der Sängerin auch, definitiv nicht jedermanns Geschmack, wie man im Song A Tower On Distant Shore feststellen darf, doch für Holy Moses-Enthusiasten nur zu empfehlen.

Dafür trumpft das deutsche Quintett aber mit fachlich kompetenter Musik auf, die aggressiv auf den lauschenden Metalhead niederprasselt und viele technische Feinheiten beinhaltet, wie z.B. Speed-Drums, progressive Elemente, Breakdowns etc.. Tempiwechsel sind in diesem Genre ohnehin keine Seltenheit, doch For All This Bloodshed können ohne gar nicht leben, wie man meinen mag. Besonders der Titelsong Black River City ist ein perfektes Beispiel, bei dem Tempiwechsel, Pause und Breakdown zu erlauschen sind. Zudem wird dieser Song durch ein abruptes Schweigen gnadenlos beendet.

Die Variation in den Liedern der Band ist eine der Stärken, doch gleichzeitig auch der Wurm, der sich durch das ganze Album frisst, denn die vielen Tempiwechsel gehen einem als Zuhörer irgendwann doch auf die Nerven. The Book Of Seven Seals lässt sich hier als passendes Beispiel nennen: auf einen melodischen Zwischenpart folgt eine knallharte Doublebass, die wiederum von einem Breakdown abgelöst wird, um nach erneuter Mid-TempoMelodik wieder abzuebben und ein plötzliches Ende zu finden.

Ein gelungenes Highlight liefert die Band dafür mit dem Song Inside The Chest ab, da es erstmalig auf der Scheibe Clear Vocals zu hören gibt, die einer Männerstimme gehören, was ebenfalls eine Prämiere auf diesem Album ist. Damit habe ich ehrlich gesagt nicht gerechnet und es zeigt, wie gut die Band sich auch durch den Hardcore/Metalcore Bereich bewegen kann, ohne dabei die Härte der Musik komplett aussen vor zu lassen. Der genretypische Einschlag in die Trance-Szene darf dabei natürlich nicht fehlen, stört die Melodik dieser genialen Nummer aber auch nicht weiter.

Fazit: For All This Bloodshed haben mit ihrem neuen Album Black River City ein sehr starkes Stück abgeliefert. Dieses Gemisch aus den verschiedenen Core-Genres, sowie Melodic Death Metal und gelegentlich auch Trance verleiht dem Werk einen ganz speziellen Charachter und der Abwechslungsreichtum, der durch die Vielfältigkeit der Genres entsteht, perfektioniert diesen Silberling. Einzig die gelegentliche Übertreibung der Tempiwechsel ist ein Störfaktor, der aber angesichts der vielen hochqualitativen, musikalischen Elemente, die in jedem Song ein neues Gesicht haben, zu verkraften ist. Für Fans der Core-Szene und vor allem für Leute, die an einer moderneren Version von Holy Moses interessiert sind, ist Black River City definitiv eine Hörprobe oder gar einen Kauf wert. Anspieltipps: Black River City, Inside The Chest und Our Hearts Open Wide
Lennart L.
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