Burden Of Life – The Makeshift Conqueror

Hervorragend abgeschmecktes Regensburger Allerlei

Artist: Burden Of Life

Herkunft: Regensburg, Deutschland

Album: The Makeshift Conqueror

Spiellänge: 59:10 Minuten

Genre: Melodic Death / Progressive Metal

Release: 13.03.2020

Label: NOIZGATE Records

Link: http://burdenoflife.de

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre – Christian Kötterl
Gitarre – Michael Schafberger
Bassgitarre – Karl-Arnold Bodarwé
Schlagzeug – Matthias Babl

Tracklist:

  1. The Makeshift Conqueror Pt. 1
  2. Geistesblitz
  3. Goddess Of The River
  4. Anthem Of The Unbeloved
  5. Sealing Our Fate
  6. Pisces
  7. Regression (Goddess Return)
  8. Trust My Own Heart
  9. The Makeshift Conqueror Pt. 2

Ich muss gestehen, dass ich Burden Of Life bislang überhaupt nicht auf dem Schirm hatte und mir die bisherigen Werke gänzlich unbekannt sind. Nun habe ich das mittlerweile vierte Album der Mannen aus Regensburg, was auf den Namen The Makeshift Conqueror hört, auf dem Schreibtisch liegen und kann mich völlig unbelastet deren Musik widmen. Progressive Metal in Verbindung mit Melodic Death, sowie weiteren Einflüssen verschiedener Genres des harten Metals sollen hier geboten werden. Was sich in der Theorie sehr spannend anhört, kann in der Praxis schon mal mächtig in die Hose gehen. Ob es die Oberpfälzer schaffen, aus ihrem Stilmix heraus auch packende Songs zu schreiben, das werden die folgenden Zeilen beantworten.

Nach einem ausführlichen Intro bekommen wir den Opener Geistesblitz zu hören. Und was soll ich sagen: Genau einen solchen muss die Band gehabt haben, als sie diesen genialen Song komponierte! Beginnend mit einem sich wiederholenden, prägnanten Riff, gefolgt von einem kurzen Akustikpart, welcher in einen von choralartigen Gesängen begleitetes Blastbeat-Gewitter übergeht. Sofort kommen mir als Vergleich Wintersun oder auch die leider immer noch arg unterschätzten Brymir in den Sinn. Nach einem grandios epischen Refrain zeigen sich Burden Of Life erstmalig von ihrer progressiven Seite. Nach dem verspielten, aber nie zu vertrackten Mittelpart, kehren sie zu ihrem Anfangsthema samt Chorus zurück und lassen den Song gebührend ausklingen. Wow! Mit Goddess Of The River folgt im direkten Anschluss der sperrigste Song der Scheibe. Im Death Metal verwurzelt, wird das Tempo immer wieder variiert, um dann von einem sphärischen Akustikpart abgelöst zu werden, welcher in einen vertrackten Chorus gipfelt. Hier wird dem Hörer so einiges abverlangt. Ein guter Song, der einige Durchläufe braucht, um seine Klasse zu entfalten, aber kein „Geistesblitz“ ist. Positiv hervorgehoben sei hier auch der Gesang von Christian Kötterl, der stimmlich sowohl bei den Growls, als auch im cleanen Bereich eine hervorragende Figur abgibt.

Ja was ist das denn bei Anthem Of The Unbeloved? Stadion-Metal? Der gleich zu Beginn einsetzende eingängige Chorus hat locker das Zeug dazu, beim Lieblingsfußballverein um die Ecke als neue Hymne die Fans anzuheizen. Im weiteren Verlauf wird er aber beliebig und austauschbar und ist der einzige Titel des Albums, bei dem man ohne schlechtes Gewissen die Skip-Taste benutzen könnte. Anders bei Sealing Our Fate, dem wohl härtesten Song auf The Makeshift Conqueror. Hier wird lupenreiner Death Metal im Uptempo geboten, bevor, wie aus dem Nichts, ein gottgleicher Refrain die Seele streichelt – zum Niederknien! Pisces ist das eingängigste Stück des Albums. Hier wird nordisch geprägter, im Midtempo angesiedelter Melodic Death Metal geboten – und hatte ich schon den genialen Refrain erwähnt? Einfach der Hammer! Ein weiteres Highlight ist Regression (Goddess Return), welches auf demselben Fundament wie Pisces aufgebaut ist, sich aber durch seine komplexe Songstruktur in eine komplett andere Richtung entwickelt. Nach einem zweigeteilten, wieder einmal herzerwärmenden Chorus, geht es in einen ruhigen, mit Anleihen aus dem Psychedelic Rock gespickten Mittelpart, der einfach nur zum Träumen einlädt. Mit Trust My Own Heart haben sie dann auch eine waschechte Power-Ballade am Start, welche sich nach ruhigem Beginn sekündlich steigert und definitiv gut ins Ohr geht. Im abschließenden über zehnminütigen The Makeshift Conqueror Pt. 2 vereinen Burden Of Life noch mal alle unterschiedlichen Trademarks in einem bombastischen Song, der das Album würdevoll beendet.

Burden Of Life – The Makeshift Conqueror
Fazit
Burden Of Life können mich mit The Makeshift Conqueror absolut begeistern. Sie schaffen es trotz oftmals sehr komplexer Songstrukturen, die nötige Eingängigkeit nicht vermissen zu lassen. Zugegeben, einige Durchläufe sind durchaus nötig, um Zugang zu einigen Titeln zu finden, doch dann entfaltet sich, auch dank großartiger Gesangslinien und Refrains, ein Album, das man wieder und wieder hören möchte. Fans, die dem Genre im Entferntesten was abgewinnen können, müssen hier einfach zugreifen. Ihr werdet es nicht bereuen! So, ich bin dann mal weg und werde mir genüsslich die verpassten Vorgängeralben einverleiben…!

Anspieltipps: Geistesblitz, Sealing Our Fate und Regression (Goddess Return)
Christian K.
9
Leser Bewertung2 Bewertungen
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9
Punkte
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