Act Of Creation – Moments To Remain

When darkness falls, you find the light

Artist: Act Of Creation

Herkunft: Deutschland

Album: Moments To Remain

Spiellänge: 52:56 Minuten

Genre: Melodic Death Metal

Release: 19.07.2024

Label: Massacre Records

Link: https://www.facebook.com/Actofcreation

Bandmitglieder:

Gesang – Jess
Gitarre – Carsten Schluch
Gitarre – Göksel Hamali
Bassgitarre – Holger Fischer
Schlagzeug – Sebastian Nienaber

Tracklist:

1. Come With Me
2. Under Friendly Fire
3. Egoist
4. Moments To Remain
5. Dying Inside
6. Confront The Truth
7. Lost Little Soul
8. Beyond Reality
9. Agonizing Slumber

Act Of Creation dürften mittlerweile wohl jedem ein Begriff sein (zumindest in Deutschland), der sich ein wenig im Death Metal zu Hause fühlt, vor allem im melodischen Death Metal. Seit 2007 sind sie dabei und haben schon einige Memberwechsel hinter sich, aber auch schon vier Alben draußen, das Letzte im Jahr 2020. Es wurde viel geprobt und es kam ein Deal mit Massacre Records zustande. Nun liegt das fünfte Album bei mir auf dem Tisch. 

Die Combo aus Siegen hat sich für das fünfte Album die Thematik Zeit zurechtgelegt, welche ja für jeden Menschen im Grunde gleich ist. Der Tag hat für jeden 24 Stunden, aber darum geht es hier nicht. Die Songs beschäftigen sich mit der Lebenszeit und dem Umgang der Menschheit damit. Es geht um Verschwendung und es geht um die Schädigung Dritter. Es geht aber auch darum, wie man damit umgehen sollte. Das Motto der Band lautet: „When darkness falls, you find the light“. 

Und so wundert es einen nicht, dass der Opener Awake mit Uhrengeticke beginnt. Langsam und besinnlich startet man in den Tag. Aufgewacht, Freunde der krachigen Klänge, denn so bleibt es natürlich nicht. Die Stille mag zwar abstrakt sein, aber kann und muss unterbrochen werden. Stakkatoriffs klingen wie Maschinengewehrsalven. Eine klare weibliche Stimme eröffnet den Spaß. Hält nicht lange an. Schnell erklingen fiese Screams von der Frontfrau Jess. Melodische Leads bestimmen den Alltag und Geballer gibt es auch noch. Die Screams klingen schön angepisst und der melodische Hauptpart sitzt und wird noch einmal verfeinert. Anmutig und brutal zugleich, zumal auch immer wieder Growls mit eingespielt werden und das Tempo variabel erklingt. Das melodische Riffing steht aber immer Vordergrund. Sehr gut, so soll es sein. Das Drumming ist druckvoll und auch Blastbeats dürfen mitspielen. Die letzte Minute ist dann noch einmal so richtig brutal. Gelungener Anfang und technisch gekonnt vorgetragen. 

Come With Me setzt die gnadenlose Reise vor. Auch hier steht der melodische Akzent klar im Vordergrund und klar hat man sofort den Vergleich zu Arch Enemy zur Hand. Hier und da trifft das sogar zu und ich denke, das ist auch keine schlechte Geschichte. Das Tempo wird erhöht, es wird gegrowlt und so treibt man davon. Ich bin definitiv kein Freund von cleanem Gesang, aber zusammen mit den aggressiven Screams klingt das richtig gut. Ein richtig ansprechendes Solo und ein interessanter treibender Part. Kann man gut zu abgehen. Ein Wechselbad der Gefühle wird erschaffen und das ist eine runde Sache. 

Der Song Under Friendly Fire ist eine Singleauskopplung und dazu wurde dann natürlich auch ein Video herausgebracht. Ja, das Teil gefällt mir auch am besten, denn hier trifft wirklich melodisches Riffing auf brutale Raserei. Der Song hat den Begriff melodischer Death Metal absolut verdient. Der Refrainpart ist einfach nur geil und man kann sofort Under Friendly Fire mitgrölen. Aggressionslevel ist absolut vorhanden. Hier steht der Death Metal im Vordergrund und die Melodie darf mitspielen, steht aber in zweiter Reihe. Hier geht es schön zur Sache. Feines Riffing, fette Vocals, geiles Songwriting und derbstes Geballer. Der Refrainpart mit Under Friendly Fire darf natürlich auch noch einmal ran und dann ist auch Schluss. Ja, das Teil macht absolut Laune. 

Das folgende Egoist zeigt sich dann wieder von seiner verspielten und melodischen Seite und steht im guten Kontrast zum Vorgängersong. Hier werden sowohl Growls als auch cleane Vocals verwendet und dieser treibende Part erinnert mich irgendwie an diese treibenden Grooves von Decapitation. Der Song ist aber schnell zu Ende. Es geht um das Thema Burn-out, welches ja gut in die Thematik der Zeit passt. 

Was man echt sagen muss, ist, dass die Band sich echt Zeit beim Songwriting gelassen hat. Hier passt vieles. Viele kleine Details werden eingestreut und sie schaffen es, eine gewisse Stimmung aufzubauen, um diese dann mit einem Death Metal Part wieder kaputtzumachen, wie zum Beispiel beim Song Moments To Remain. Hier legt man atmosphärisch los und ballert dann eine ordentliche Portion Gewalt heraus. Ansonsten treibt der Song recht melodisch vor sich hin. Ein recht detailverliebtes und verspieltes Solo darf auch nicht fehlen. Obwohl mir das dann fast schon wieder zu viel ist, aber dieses ist nur kurz und wird dann weggeballert. Der cleane Gesang ist auch nicht so meins, aber das sind echt nur kleine Meckereien. Ist ja auch eine Geschmackssache. Dieser Wechsel ist dann aber wieder gelungen und Schönheit trifft auf Brutalität. 

Und so haut man ein Album raus, welches es absolut in sich hat. Freunde des melodischen Death Metals sollten unbedingt zugreifen. 

Act Of Creation – Moments To Remain
Fazit
Act Of Creation ist ihr Einstand bei Massacre Records absolut gelungen. Gutes Songwriting, welches sehr abwechslungsreich dargeboten wird, bringt eigentlich nur geile Songs ans Tageslicht, die auf der einen Seite melodisch und emotional sind, auf der anderen Seite brutal und aggressiv. Die Vocals haben eine weite Bandbreite und somit kann man die Band aus Siegen jedem Melodic Death Metal Fan ans Herz legen. Alle anderen dürfen natürlich auch zuschlagen.

Anspieltipps: Awake und Under Friendly Fire
Michael E.
8.9
Leserbewertung5 Bewertungen
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