Die Berliner Bären von Teratoma spielen seit 2021 zusammen und bleiben stabil, wie man so schön sagt. Ein Quintett, welches als solches noch nicht verändert wurde. Immer eine gute Sache. Die Member sind auch noch in anderen Combos wie Reactory, Speedcobra, Skulld oder Conflicted unterwegs. Gleich im Jahr der Gründung brachte man das Album namens Purulent Manifestations heraus. Nun hat man sich aber Zeit gelassen und im Jahre 2026 wird das zweite Album namens Longing Voracity die Reise aus der Hauptstadt in die heimischen Tonverwertungsgeräte antreten.
Mit Exordium haut man das obligatorische Intro heraus. Eine Mischung aus einem düsteren Sample und makabrem Gitarrenspiel. Nach einer Minute ist der Spaß dann auch schon zu Ende.
Der Namensgeber Longing Voracity übernimmt das Zepter und gleich zu Beginn haut man einen fetten Midtempopart heraus. Die Doublebass rasselt und ein melodisches Riff erobert das Dasein. Dieses Riff wird auch im Laufe des Songs eine wichtige Rolle einnehmen, wenn auch verändert. Der fiese und dunkle Gesang gesellt sich dazu und ist schön kraftvoll. Fettes Growling. Man bleibt im Midtempo verhaftet und erzeugt dort sehr viel Energie, und wie schon erwähnt, dieses melodische Riff ist sehr bestimmend. Aber auch ansonsten wird man nicht wirklich schnell, sondern groovt im Midtempo herum, variiert aber dort ganz ordentlich. Ein etwas hektisch klingendes (zumindest zu Beginn) Soli wird mit eingebaut und fügt sich gnadenlos ein. Fiese Screams und dann wieder der Hauptpart, zusammen mit den tiefen Growls. Ja, schockt. Kurzes Gekotze am Ende und dann ist Feierabend.
Auch der druckvolle Anfang von Chaotic Bewilderment hat die gewisse Form der Verschleppung und das Vorwärtsschreiten eines Panzers. Ja, und wenn man Panzer hört und Death Metal, dann sind Bolt Thrower nicht weit. Dieses groovige Midtempo wird ja mittlerweile wieder von vielen Death-Metal-Bands verarbeitet, so auch von Teratoma. Besonders fett finde ich die Abmischung der Doubelbass und des tiefen Gesangs. Aber auch die Riffs können sich hören lassen. Sicherlich kommen sie von der Effektivität an die britischen Meister nicht heran, aber dieser Song hier ist mehr als amtlich. Coole Leads, die ordentlich Power verstreuen. So bleibt man auch im eng gesteckten Universum recht abwechslungsreich und variabel. Am Ende baut man noch ein fettes Solo mit ein und rollt noch einmal ganz langsam über die metallische Meute hinüber. Da biegt sich der Nacken. Zwar langsam, aber dafür intensiv.
Ravaged And Absorbed führt den eingeschlagenen Weg gnadenlos fort. Schwere Schläge kommen einem entgegen. Der Faustkampf wird mit Tiefschlägen eröffnet. Langsam und bedrohlich bohrt man sich am Anfang den Weg ins Nervenzentrum frei und setzt sich dann dort kurzfristig fest. Das Tempo wird dann ein wenig erhöht und knattert ordentlich aus den Boxen, zumal das Riffing ohne Ende sitzt. Wieder so ein melodisches Lead, welches schön düster um die Ecke kommt. Man bleibt im erhöhten Midtempo und wirbelt gut herum. Diese beiden Elemente werden dann wiederholt. Geht gut ab und macht Spaß. Das ist old schooliger Death Metal, der besonders live gut funktionieren wird. Ein weiteres fettes Riff wird verbraten und weiter ausgebaut. Das Tempo wird dann ganz herausgenommen und begibt sich in die Berliner Unterwelt. Langsam und zermürbend schreitet man vorwärts und ein sägendes Solo findet den Anschluss, wiederum mit einer melodischen und verspielten Note versehen. Relativ lang agiert man so, aber es stört nicht, sondern fühlt sich richtig an. Dann groovt man wieder und drückt einem noch einmal ordentlich einen rein und leitet somit das Ende ein.
Man ist aber weit davon entfernt, nur die Briten als Vorbilder zu haben, und baut auch eigene Ideen mit ein, wie z. B. den Anfang von Perpetual Anguish. Auch der später alleine spielende Bass macht Laune, ansonsten zieht der Song aber irgendwie an mir vorbei, ohne dass er sich als schlecht herausstellt.
Von einer Ausnahme abgesehen, hält die Band sich aber daran, dass die meiste Brutalität im Midtempo entstehen muss. Man hört und fühlt, dass sie sich dort am wohlsten fühlt. Einige Sachen ziehen aber an mir vorbei bzw. man hat sich ein wenig sattgehört, aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Am Ende hat man Stertorous Whiser nach einer kraftvollen Dampfwalze am Start, die auch Tempo beinhaltet.
Hier geht es für weitere Informationen zu Teratoma – Longing Voracity in unserem Time For Metal Release-Kalender.



