Kataklysm in Leer am 17.08.2011

Bands: Kataklysm, Deathtrip, In Signum und Elegy Remains

Location: Zollhaus in Leer

Datum: 17.08.2011

Kosten: VVK: 18 Euro, AK: 21 Euro

Besucher: 250

Zwischen dem Party.San und dem Summer Breeze-Wochenende hat Ah-Entertaiment für den Nordwesten Deutschlands noch einen Death Metal Leckerbissen parat. Keine andere Band außer Kataklysm treibt heute in Leer ihr Unwesen, dabei werden sie von den drei regionalen Bands Deathtrip, In Signum und Elegy Remains unterstützt.

Deathtrip machen den Anfang und ich kann euch leider nicht viel über ihren Auftritt berichten, da die Anreise länger dauert als geplant. Die letzten zwei Songs haben dennoch ihren Weg in meinen Gehörgang gefunden. Recht moderner Death Metal wird von der Bremer Band, die heute eine ganz gute Leistung gebracht hat, produziert. Auf dem Metalfest 2011 konnte ich mich davon noch selbst in voller Länge überzeugen und kann nur sagen, dass sie dort eine gute Live-Performance gezeigt haben. Als erster Opener vor Kataklysm haben sie in Leer auf jeden Fall das Pech, dass das Zollhaus zu dieser Uhrzeit noch recht spärlich besucht ist.

Etwas voller wird es bei Elegy Remains, die jedoch auch vor deutlich zu geringem Publikum spielen müssen. Trotzdem geben sie sich große Mühe und kommen bei den Anwesenden gut an. Musikalisch bewegen sich die Norddeutschen in moderneren Metalcore-Gefilden, die durch abrupte Breaks gezeichnet werden. Gesanglich wird die oft gewählte Kombi aus Clean- und Growl-Gesang eingeschlagen. Wobei mir persönlich der härtere Gesang besser gefällt, da der Cleangesang zwar nicht schlecht, aber dennoch deutlich ausbaufähig ist! Kein schlechter Auftritt, der noch Luft nach oben hat!

In Signum dürfen direkt vor Kataklysm das Zollhaus in Leer zum Beben bringen, welches ihnen auch besser als den beiden ersten Bands gelingt. Was auch daran liegt, dass bereits mehr Konzertbesucher die Location betreten haben. In Signum schlagen harte Riffs an und kombinieren diese mit etlichen Geschwindigkeitswechseln, die für Abwechslung und Spannung in den Stücken sorgen. Der Gesang ist ebenfalls sehr flexibel und bewegt sich in verschiedenen Gesangs- und Tonlagen des härteren Metals. Kräftige Shouts, die man auch im Death/Grind bzw. Goregrind findet, werden von im Death Metal gewöhnlichen Growl-Parts abgelöst. Auch die Bühnenpräsenz wirkt sehr spritzig, so wird versucht, professionell mit dem Publikum zu arbeiten, was aber nur stückweise gelingt – an den Ansagen muss die junge Band dann doch noch etwas arbeiten. Dennoch ein guter Auftritt, auch wenn der Band die Nervosität, vor Kataklysm zu spielen, schon anzumerken ist!

Zu guter Letzt steht heute die Band im Programm, für die alle an diesem Abend im Zollhaus eingetroffen sind: die Death Metal-Giganten Kataklysm betreten die kleine Bühne in Leer. Letzte Woche Wacken, dieses Wochenende Summer Breeze – trotzdem dreht die Band aus Kanada mächtig auf und dürfte direkt beim ersten Song alle überzeugt haben, dass sie nicht auf halber Flamme spielt. Maurizio Iacono und seine Truppe sind schon fast beängstigend gut gelaunt und lassen das ostfriesische Publikum daran teilhaben. Jetzt gibt es kein Halten mehr: Kataklysm ziehen alle in ihren Bann. Vor der Bühne wird kräftigt geheadbangt, sodass die Haare nur so durch die Luft fliegen. Auch die Security bekommt jetzt gut was zu tun, da ein Metalhead nach dem anderen über die Absperrung Richtung Bühne getragen wird. Die Songauswahl der Show in Leer ist auch einsame Spitze: so haben diverse alte Hits (z.B. Shadows In Dust, Crippled And Broken und As I Slither) ins Set gefunden, die unter anderem vom Titeltrack Push The Venom des aktuellen Albums begleitet werden. Maurizio Iacono besitzt eine sehr einnehmende Aura, mit der er immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich zieht und staunende Metalheads zu seinem gnadenlos perfekten Gesang feiern lässt.

Das Jahr ist noch verhältnismäßig jung und jetzt schon zu sagen, dass Kataklysm das Konzert-Highlight des Jahres in Leer gelungen ist, ist etwas verfrüht. Dennoch wird an diesem mächtigen Auftritt schwer vorbeizukommen sein. Die Kanadier haben gezeigt, warum sie zu Recht im Death Metal-Himmel ganz weit vorne stehen. Sich so fannah zu präsentieren, ist schon beeindruckend, auch die Spielfreude, die zu kleiner Zeit aufgesetzt wirkt, ist nicht zu toppen. Ein wirklicher Konzertkracher, den Ah-Entertainment den ostfriesischen Metalheads beschert hat und ein absolut gelungener Abend!

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