Kvelertak – Splid Tour Europe 2020 am 01.03.2020 in der Rockhal in Esch-sur-Alzette

Bier + Musik = Spaß³

Eventname: Kvelertak – Europe 2020

Headliner: Kvelertak

Vorbands: Planet Of Zeus, Blood Command

Ort: Rockhal, Esch-Sur-Alzette (Luxemburg)

Datum: 01.03.2020

Kosten: 26,40 € VVK

Genre: Punkrock, Metal

Besucher: ca. 1000

Veranstalter: Rockhal

Link: https://www.rockhal.lu/events-tickets/metal-heavy/show/detail/kvelertak/

Setlisten:

  1. Rogaland
  2. Crack Of Doom
  3. Bruane Brenn
  4. Necrosoft
  5. Discord
  6. Nekroskop
  7. 1985
  8. Tevling
  9. Evig Vandrar
  10. Ulvetid
  11. Blodtørst
  12. Berserkr
  13. Mjød
  14. Bråtebrann
  15. Fanden Ta Dette Hull! (Zugabe)
  16. Kvelertak (Zugabe)

  1. Gasoline
  2. Macho Libre
  3. All These Happy People
  4. Loyal To The Pack
  5. Something’s Wrong
  6. Revolution Cookbook
  7. Your Song
  8. Vigilante
  9. Vanity Suit

  1. Ctrl + Art + Delete
  2. Cult Drugs
  3. Quitters Don’t Smoke
  4. All I Do
  5. Saturday City
  6. High Five For Life
  7. S01E02.Return.Of.The.Arsonist.720p.HDTV.x264
  8. Afraid Of Water

Am Sonntag, den 1. März, begebe ich mich ins benachbarte Luxemburg, wo die Norweger Kvelertak zusammen mit uns die Rockhal zum Beben bringen. Seit 2018 begrüßen sie uns mit Ivar Nikolaisen als neuen Sänger an der Front. Doch das ist nicht alles. Ende letzten Jahres verkündeten die Punkrocker einen neuen Drummer namens Håvard Takle Ohr, der ebenfalls wie Ivar zum neuen Album Splid beigetragen hat. Den Rest des Sextettes kennen wir nach wie vor unter den drei Gitarristen Vidar Landa, Bjarte Lund Rolland und Maciek Ofstad, der ebenso den Gesang begleitet. Auch Bassist Marvin Nygaard können wir unterstützend am Mikrofon sehen. Um die gerade mal zwei Wochen alte Platte gebührend zu feiern, nehmen sie Blood Command aus ihrer Heimat und Planet Of Zeus aus Griechenland mit ins Boot, damit die Party noch mehr Spaß macht.

Die vier Punkrocker Blood Command fangen schon früh an. In der Zeit haben sich erst wenige im Club (die kleinere der zwei Konzerthallen) eingefunden. Die Stimmung ist daher noch etwas ruhig, aber das ändert sich in den nächsten acht Songs. Die Band besteht seit 2008, aktuell besetzt aus Karina Ljone (Gesang), Yngve Andersen (Gitarre), Simon Oliver Økland (Bass) und Sigurd Haakaas (Drums). Im Wesentlichen unterscheiden sich die drei Bands darin, dass hier eine zierliche Frau an der Front steht. Dementsprechend kling sie auch etwas zart in der Stimme, wobei sie bei den Studioaufnahmen mehr aus sich herauszuholen scheint. Es sind eben nicht nur die Männer, die kräftige Stimmen haben können. Ihre drei männlichen Begleiter unterstützen sie jedoch alle im Background-Gesang. Die ersten turbulenten Bewegungen kann man in der noch übersichtlichen Halle leicht wahrnehmen. Kopfbewegungen werden beim Punk-typischen Tempo immer angeregt. Am 21. Februar erblickte ihre neue Single Saturday City die Musikwelt. Kaum älter als eine Woche, können wir eine der Livepremieren dieses groovigen Songs erleben. Im April letzten Jahres haben Blood Command nach drei Alben die vierte EP Return Of The Arsonist veröffentlicht. Davon spielen sie zum Schluss den sehr ungewöhnlich bezeichneten Titelsong (siehe Setlist) und Afraid Of Water. Nach ihrem Konzert ist Sängerin Karina vor der Halle für Fragen und Fotos am Merchandise-Stand sehr freundlich anzutreffen.

Nun sind Planet Of Zeus an der Reihe. Das Stoner Quartett setzt sich zusammen aus den Sängern und Gitarristen Babis Papanikolaou und Stelios Provis, Bassist Giannis Vrazos und Drummer sowie ebenfalls mit Mikrofon bewaffneten Serafeim Giannakopoulos. Sie haben mit Gründung im Jahr 2000 nach dem Release ihrer fünften Scheibe Faith In Physics im September letzten Jahres so einiges zu feiern. Wie der Gott, nach dem sie sich benannt haben, kommen sie aus Athen und zeigen uns ihre Kraft auf der Bühne an erster Stelle mit Gasoline. Inzwischen hat der Club sich auf das doppelte mit All These Happy People gefüllt. Beim ersten Dreier-Pack der Setlist merkt man direkt, dass hier nicht nur drauflos geknüppelt wird, sondern auch mal ein langsamer Hauch von Blues inne steckt. Aber kräftige und raue Stimmen findet man nicht nur in Rockbands. Sänger Babis stellt uns eines klar: „This is not a rockband, this is a pack! And we are Loyal To The Pack„. Im Albumtitel von 2016 gib es wie bei einigen Songs von ihnen lange instrumentale Passagen, die uns Zeit lassen, jedem Element der Musiker genauer zuzuhören.

Auf die Frage von Vokalist Babis in die Runde: „Are you ready to rock, scream, dance…?“ –  bekommt er eine klare Antwort. Wir sind ja schließlich nicht zum Rumstehen gekommen. Deshalb wird es Zeit für effektreiche Gitarrensoli und dem ersten Moshpit bei Something’s Wrong. Der stimmenbeherrschende Frontmann hakt nach: „Are you still alive?“ Ein lautes „Jaaa!“ bestätigt es deutlich, also kann es mit dem Revolution Cookbook weitergehen. Im Laufe ihres Aufrittes weist uns Babis aber nochmals deutlich darauf hin, dass wir hier nicht nur zum Zugucken da sind. Seine klaren Worte lauten: „This is your time, this is your place, this is Your Song!“ So klingt der leicht mitzusingende Refrain aus dem Song der neuen Platte, bei dem mir im Gesang eine Ähnlichkeit zu Danko Jones auffällt. Vor ihrem Abschlusslied bedankt sich Babis im Namen der Band für ihren ersten Auftritt in Luxemburg und bittet um Applaus für Blood Command und die allmächtigen Kvelertak. Ein letztes Mal möchten Planet Of Zeus mit uns tanzen, bevor es in die zweite Pause geht.

Nachdem im Eingangsbereich das eine oder andere Bier getrunken wird, kommen endlich die Headliner des Abends. Kvelertak betreten die große Bühne. Zwei Wochen lang tragen die sechs Männer ihr neues Werk Splid durch die Welt und das wird an diesem Abend zu Beginn mit dem ersten Song Rogland zeremoniert. Danach folgen mit Ausnahme von Bruane Brenn drei weitere Songs von der neuen Platte an einem Stück. Da kommt zu Beginn bereits viel Freude auf. Ich bekomme es von einer Bekannten bereits im Voraus erzählt und kann es nur bestätigen, dass Sänger Ivar Nikolaisen nicht nur das neue Album, sondern auch die Show auf der Bühne excellent gestaltet. Er passt zur Band wie die Faust aufs Auge. Auch Drummer Håvard macht einen super Job. Die wilden Punkrocker sind nicht zu bändigen, genauso wenig die Fans in den ersten Reihen. Bereits in den ersten Songs schwenkt Ivar mal öfters das Mikrofon zum Publikum. In der anderen Hand hält er ein Glas mit vermutlich etwas Alkoholischem. Das ist alles andere als eine One-Man-Show. Gemeinschaft steht hier an oberster Stelle. Die Gitarristen begleiten ebenfalls mit eigenen Mikros den Gesang, wenn sie nicht gerade ein extra langes Solo spielen.

Nachdem Nekroskop ca. eineinhalb Minuten läuft, wird für etwa 10 Sekunden stillgestanden, damit Ivar sich erst mal mal eine Dose Bier im wahrsten Sinne des Wortes überkippen kann. Wie viel davon in seinen Hals gelangt, lässt sich schwer einschätzen, doch um seine starke Stimme zu schmieren, reicht es. Der Rest verfängt sich in seinen nassen Haaren und weiter geht die Show mit frischem Gebrüll. In den Moshpits spritzt das Bier auch öfters mal in die Höhe, das gehört einfach dazu. Musik, Bier und ein Haufen lustiger Rocker, was gibt es Schöneres? Der Spaßpegel steigt auf den Höhepunkt. Dafür kommt Frontmann Ivar sogar noch ein Stück weiter über die Front hinaus und stürzt sich als Crowdsurfer in die vorderen Reihen, um so richtig die Sau rauszulassen. Nach einem Gang durch den Graben steigt er wieder aufs Gerüst, um erneut den Blickkontakt bis zum Ende der komplett gefüllten Halle aufzunehmen.

Nach ein paar älteren Liedern wird es noch mal Zeit für einen Song des neuen Albums, wo es um die Zukunft geht, die nach Ivars Worten nicht so leuchtend aussieht. Aus den übersetzten Lyrics kann ich herauslesen, dass es sich bei Tevling um den Menschen handelt, der seinen eigenen Lebensraum durch unersättliches Verlangen selber zerstört. Wem also das Programm des Abends bis hierhin noch nicht reicht, der wird jetzt in den Circlepit der Berserkr gerissen. Hier geht es vor allem darum, den Moment zu genießen. Das Ziel jeder Band ist es, an einem Konzert wie diesem für ein paar Stunden alle Menschen ihre Probleme vergessen zu lassen.

Damit das tolle Gefühl noch länger anhält, kippt sich der durstige Ivar für zwei Lieder als Zugabe noch mal ein Bier über. Während Bjarte Lund uns bei ihrem Titelsong Kvelertak mit einem letzten Gitarrensolo in den zu Deutsch übersetzten Würgegriff nimmt, packt unser Mann an der Front zur Krönung eine riesige Fahne aus und lässt das Bandlogo über uns erleuchten. Das war es dann also endgültig für heute. Doch unser Spitzenkandidat begibt sich am Ende an den Merchandise-Stand, um ein paar Sätze auszutauschen, und scheut sich keineswegs vor ein paar Kameras. So bleibt uns dieses geile Konzert bestens in Erinnerung.

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