Lucifer und Blood Of The Sun beim WDR Rockpalast Crossroads Festival am 10.10.2018 in der Harmonie in Bonn

“Lucifer und Blood Of The Sun beim WDR Rockpalast Crossroads Festival am 10.10.2018 in der Harmonie in Bonn“

Bands: Lucifer, Blood Of The Sun

Ort: Harmonie Bonn, Frongasse 28-30, 53121 Bonn

Datum: 10.10.2018

Kosten: 22 € VVK, 27 € AK

Genre: Classic Hard Rock, Heavy Prog Rock, Doom Metal, Stoner Rock

Besucher: ca. 250

Veranstalter: In-Takt Veranstaltungs GmbH

Link: https://www.facebook.com/RockpalastCrossroads/

Setlisten:


01. Faux Pharaoh
02. Abracadabra
03. Eyes In The Sky
04. Dreamer
05. Phoenix
06. Dancing With Mr. D
07. Aton
08. Purple Pyramid
09. Morning Star
10. Take Me Away (Together As One)
11. Reaper On Your Heels
12. Anubis
13. Before The Sun
14. California Son


00. Intro
01. One More For The Ride
02. Keep The Lemmy’s Comin‘
03. Hell On It’s Knees
04. My Time
05. Burnin
06. Livin‘ For The Night
07. Blood Of The Road
08. Air Rises As You Drown
09. Can’t Stop My Heart
10. I Just Wanna Make Love To You

Vom 10.10. bis zum 13.10.2018 findet das renommierte WDR Rockpalast Crossroads Festival in der Harmonie in Bonn statt.
Ich bin für Time For Metal direkt am ersten Tag dabei. Da spielen nämlich meine Lieblinge von Lucifer. Lucifer habe ich bereits im Mai beim DesertFest in der Arena in Berlin gesehen. Da war ich von Lucifer richtig angetan aufgrund der tollen Show. Johanna und Nicke habe ich dort bereits im Pressebereich kennengelernt. Da sie da gerade auf dem Weg zum Flughafen waren, blieb leider nicht allzu viel Zeit. Das möchte ich heute Abend, falls es klappt, natürlich nachholen.

Früh genug angekommen treffe ich mich drinnen mit Freunden, mit denen ich mich heute hier verabredet habe. Rechtzeitig beziehe ich vor der Bühne Platz, um eine gute Position fürs Fotografieren zu bekommen. Heute bin ich nicht in Konkurrenz mit anderen Fotografen (ja es sind noch ein paar da) sondern eher mit Kameramännern. Ich muss hier mal direkt ein großes Kompliment loslassen. Das läuft wirklich total entspannt. Gegenseitige Rücksichtnahme ist angesagt.

Pünktlich erfolgt die kurze Anmoderation und schon beginnt die Show von Lucifer. Einige Fans im Publikum sind erstaunt, dass Lucifer den heutigen Abend eröffnen. Wobei dies ja eigentlich egal ist. Beim WDR Rockpalast Crossroads Festival sind ausnahmslos nur Topbands vertreten. Auch heute Abend sind es zwei großartige Bands.
Lucifer beginnen fulminant mit Phaux Pharaoh, dem letzten Song ihres zweiten Albums Lucifer II. Das ist schon ein richtig doomlastiger Song, trotzdem noch richtig rockig. Da sind wir auch schon beim Stil der Musik der Band. Tief in der Stoner Ecke angesiedelt, spielen Lucifer einen Heavy Magic Doom Metal Rock. So bezeichne ich es jedenfalls. Lucifer werden manchmal auch unter den Begriff Retro Rock gepackt, ohne aber Retro zu sein. Lucifer, das ist herrlicher authentischer Rock der Gegenwart, jedoch tief verwurzelt in den Ursprüngen.

  

Optisches Highlight ist natürlich Johanna, die Sängerin. Johanna kann nicht nur mit ihrem Äußeren beeindrucken. Auch ihre Stimme ist wirklich mehr als großartig und zeichnet die Musik von Lucifer stark aus. Auf der Setlist stehen heute doch wirklich alle neun Titel des aktuellen Albums Lucifer II, welches erst im Juli dieses Jahres erschienen ist (hier geht´s zum Review). Also auch das großartige Rolling Stones Cover Dancin with Mr D.

Wie ich bereits weiter oben geschrieben habe, geht es mit ihrer Musik hin und her. Starker Doom wechselt mit rockigen Songs. Den Musikern auf der Bühne merkt man die Spielfreude regelrecht an. Stark auch in Szene gesetzt Schlagzeuger Nicke. Dabei auch toll angestrahlt, sodass man von ihm heute ein paar sehr schöne Fotos machen kann. Das mache ich dann auch. In Berlin auf dem DesertFest ging das leider nicht, denn dort saß er fast komplett im Dunkeln. Hier ist heute alles sehr schön ausgelichtet.

  

In Berlin war ich noch etwas irritiert, als ich den neuen Gitarristen sah. Das ist Martin Nordin. Lucifer sind ja mittlerweile eine fünfköpfige Band. Dazu gehört auch Martin Nordin, der zudem noch für seine andere Band Dead Lord tätig ist. Ich weiß gar nicht mehr genau, wie oft ich jetzt Dead Lord innerhalb des letzten Jahres begegnet bin, aber es waren schon einige Male. Martin Nordin fällt durch sein großartiges Gitarrenspiel auf und auch durch seine sehr typischen Ausfallschritte während des Spielens, die seinen Spielwitz unterstreichen. Auf der anderen Seite spielen Linus Björklund (Gitarre) und Alex Mayr (Bass) ihre Parts sehr cool und lässig.
Lucifer ist wirklich eine super coole Band mit super tollen Musikern. Das unterstreichen sie heute Abend wieder hier in Bonn. Das kommt auch sehr gut bei den Fans an, die regelrecht aus dem Häuschen sind und voll mit der Band abgehen.


Der reguläre Teil ihrer grandiosen Show vergeht wie im Fluge. Wir stehen allen mit geöffnetem Mund vor der Bühne, als die Musiker nach Reaper On Your Heels vom aktuellen Album die Bühne verlassen. Gott sei Dank ist das aber noch nicht alles. Ein paar Zugaberufe reichen und Lucifer kommen zurück. Die drei Songs dauernde Zugabe beginnt mit einem erstklassigen Doomsong. Anubis ist wirklich der Hammer. Dazu gibt es noch Before The Sun und California Son. Damit ist diese absolut geile Show leider zu Ende. Lucifer haben heute Abend gezeigt, dass das Feuer in der Hölle heiß ist. Johanna hat für das notwendige Knistern des Feuers gesorgt.

 

Die Umbauarbeiten werden sehr zügig und professionell durchgeführt. In der Zeit trinken wir etwas an der Theke und machen uns wieder rechtzeitig vor die Bühne. Wieder die angenehme kurze Anmoderation. Blood Of The Sun werden als ein Wall Of Sound angekündigt. Richtig, ein Wall Of Sound kann man das nennen. Bei Blood Of The Sun geht im wahrsten Sinne des Wortes eine Lawine ab. Unaufhaltsam brettert sie vom Berg ins Tal. Laut, mit ungestümer Kraft und voller Energie.

Blood Of The Sun bringen Classic Hard Rock / Heavy Prog Rock auf die Bühne, der sich gewaschen hat. Bei ihren Songs ist kein Verschnaufen angesagt. Da rumst und bumst es wie wahnsinnig. Typisch für ihren Sound sind fuzzige Gitarren und natürlich der Klang der Seventies schlechthin: Eine fantastische originale und reale Hammond B3 Orgel bildet das Fundament der Songs. Dave Gryder an der Orgel erhebt sich im Hintergrund über seine Mitstreiter und jagt die Sau durchs Dorf.

 

Die Jungs legen hier eine atemberaubende Performance hin. Sie zeigen dem Publikum, dass es in Texas in der Musikszene noch viel mehr als die langbärtigen Männer einer sehr bekannten Band gibt.
Blood Of The Sun sind mehr als eine Band. Hier kann man seit der Entstehung in 2002 eher von einem Pool an ausgezeichneten Musikern sprechen. Neben Henry Vasquez, der auch Drummer bei Saint Vitus (ja der Doom Metal Band!) ist, sind noch die Gründungsmitglieder Dave Gryder (Orgel) und Roger Yma (Bass) dabei. Komplettiert wird die Band durch die beiden Gitarristen Wyatt Burton und Alex Johnson. Sänger Sean Vargas ist ebenfalls großartig und gibt auf der Bühne richtig Gas. Permanent fordert er das Publikum zum Mitmachen auf, was ihm auch gelingt.

 

Blood Of The Sun bringen schweißtreibenden Heavy Rock mit Prog Rock Anleihen. Irgendwie Deep Purple (klar alleine schon wegen der Orgel) oder auch Mountain, nur mit wesentlich mehr Kraft. Auf der Setlist haben sie mit Keep The Lemmy’s Coming, My Time, Linvin‘ For The Night und Air Rises As You Drown vier ihrer sechs Songs des aktuellen Albums Blood’s Thicker Than Love, welches die nächsten Tage erscheinen wird. Den Rest steuern Songs ihrer älteren Alben bei. Die Stücke haben alle eine ordentliche Länge.

  

Auch bei Blood Of The Sun vergeht die Zeit wie im Fluge. Mit Just Wanna Make Love To You geht ein großartiger Konzertabend des WDR Rockpalast Crossroads Festival zu Ende. Zwei großartige Bands haben heute Abend hier gehörig abgerockt.

Alle Musiker sieht man im Anschluss nach dem Konzert noch. Ich nehme die Gelegenheit wahr, um mich zunächst mit den Musikern von Lucifer zu unterhalten. Ich zeige ihnen Bilder von Berlin, die ich dort auf dem DesertFest von ihnen gemacht habe. Nicke fragt mich, wieso ich kein Bild von ihm habe. Ich sage ihm, dass er dort im Dunkeln gesessen habe und es unmöglich gewesen sein dort ein vernünftiges Bild von ihm zu machen. Diesmal sei mir das aber gelungen. Mit Martin Nordin spreche ich über seinen für mich ersten Auftritt bei Lucifer beim DesertFest. Ich spreche ihn auf die Festivals in Rengsdorf und in Daun an. Ich frage ihn, wie er das alles unter einen Hut bekommt. Er sagt mir, dass er unwahrscheinlich gerne tourt und in der Welt rum kommt. Nach der Tour mit Lucifer ginge es wieder nach Hause nach Schweden, wo er sich dann wieder zusammen mit Dead Lord auf eine neue Tour aufmacht. Ich sage ihm, dass ich wüsste, dass er mit Dead Lord auf dem Boottrip auf dem Rhein im März dabei wäre. Dazu sagt er mir, er hätte echt zu viele Tourdates, um zu wissen, wann er wo ein Konzert hätte. Das kann man verstehen.

  

Die Jungs von Blood Of The Sun verkaufen noch einiges am Merchstand. Das neue Album, welches erst die kommenden Tage erscheinen soll, haben sie bereits dabei. Das muss ich mir natürlich sofort mitnehmen. Auch mit ihnen unterhalte ich mich noch. Sie sagen mir, dass sie momentan auf Europatour wären. Sie sind echt begeistert vom heutigen Abend. Alex Johnson sagt mir, dass er das neue Album Blood’s Thicker Than Love recorded hat. Außerdem ist es das erste Album der Band, auf dem das komplette aktuelle Line-Up drauf ist. Nach den tollen Gesprächen verabschiede ich mich nochmals von allen und fahre nach Hause.

  

Fazit: Besser als der heutige Abend kann ein Konzertabend nicht sein. Ein ausgesprochen geiles Event mit zwei wahnsinnig guten Bands! Ich könnte mir jede der beiden Bands nochmals alleine anhören, aber auch in dieser Kombination jederzeit wieder! Die Location, also die Harmonie in Bonn ist Extraklasse! Lucifer, Blood Of The Sun und Harmonie rocks!

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