Mediøkrist – Traumwelt

Ein mehr als durchschnittliches Debütalbum

Artist: Mediøkrist

Herkunft: Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Album: Traumwelt

Spiellänge: 40:01 Minuten

Genre: Metalcore, Post Hardcore, Hardcore

Release: 21.06.2019

Label: Timezone Records

Link: https://www.facebook.com/mediokrist/

Bandmitglieder:

Gesang (clean vocals) – Patrick Weitzker
Gesang (shouts) – Philipp Georgi
Gitarre – Marvin Schattevoi
Gitarre – Kevin Schattevoi
Bassgitarre – Julian Petzold
Schlagzeug – Patrick Pereira

Tracklist:

  1. Eleos
  2. Monochrom
  3. Median
  4. Traumwelt
  5. Danke Menschheit
  6. Phobos
  7. Katharsis
  8. Hypokrisie
  9. Neo Homo Superior
  10. Spiegel
  11. Omen
  12. Exitus

 

Wie oft ich die energiegeladenen Shows von Mediøkrist mittlerweile schon erleben durfte, habe ich irgendwann aufgehört zu zählen. Irgendwie habe ich es immer bedauert, dass ich neben den Fotos, die ich immer gemacht habe, nicht auch was Hörbares mit nach Hause nehmen konnte. Diese metalcorelastigen Songs, in denen Mediøkrist aber auch gern mal mit (elektronischen) Elementen, mit Szenen aus dem (Post) Hardcore oder sogar dem Pop spielen, machen nämlich Spaß. Nun erscheint also am 21.06. über Timezone Records das Debütalbum Traumwelt. Nachdem bereits im Jahr 2012 der Grundstein für Mediøkrist gelegt wurde und sich die Truppe in 2017 dann nach diversen Drehungen im Besetzungskarussell final aufstellte, um dann auch von den englisch- zu den deutschsprachigen Texten zu kommen, wurde es auch langsam mal Zeit für einen Silberling 😉

Zu erzählen haben Mediøkrist eine ganze Menge. Das fängt schon beim Bandnamen an, denn Mediøkrist bedeutet Durchschnittsmensch. Ihre Texte sind eher nicht Durchschnitt, was sie auch oft mit ihren – teilweise sehr lustigen, weil herrlich selbstironischen – Stories auf Facebook und Instagram beweisen. Auf dem Album Traumwelt geht es also um den Durchschnittsmenschen, wie Du und ich, der sich tagtäglich darum bemüht, sich selbst zu verwirklichen und sich dabei von seiner Umwelt und der Medien nicht vollkommen vereinnahmen und beeinflussen zu lassen. Unmöglich sagt Ihr? Mal sehen, was Mediøkrist dazu zu sagen haben.

Dass die Jungs tatsächlich gern in den verschiedenen Genres wildern, wird mit jedem Song erneut deutlich. Während Monochrom immer mal wieder Post Hardcore-Elemente aufweisen kann, geht es mit Median eher Richtung Punk Rock. Beim Titeltrack Traumwelt und auch beim folgenden Danke Menschheit muss ich irgendwie an die Shows von Mediøkrist denken, bei denen natürlich hauptsächlich Patrick und Philipp die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Hier darf sich auch mal die Saitenfraktion mit einigen sehr geilen Gitarrenläufen und Riffs in Szene setzen. Aber wie bei den Shows ist es auch hier sehr schwierig, überhaupt mitzubekommen, was in den Songs alles so abgeht. Die Texte wollen ja auch nicht ignoriert werden.

Text gibt es beim kurzen, instrumentalen, elektronisch im 80er Style vor sich hin wabernden Phobos nicht, aber der Song könnte als eine Art Lesezeichen dienen und leitet die zweite Hälfte von Traumwelt ein. Die Gedanken können mal Pause machen, bevor die Worte in Katharsis wieder zu sehr intelligenten Sätzen zusammenwachsen und ich aufpassen muss, dass ich nicht allzu viel darüber nachdenke, was die Jungs da so von sich geben. Sonst verpasse ich nämlich, wie es weitergeht, und das wäre schade 😀 Bei Hypokrisie kann man sich nämlich wieder einfach nur in den großen Circle-Pit stürzen, da wird sicherlich mächtig Bewegung vor der Bühne sein.

Noch kürzer als Phobos, aber so ähnlich klingend kommt, fast schon zum Schluss, Omen daher. Mit Exitus hauen Mediøkrist noch einmal ordentlich auf den Metalcore-Amboss, geiler Breakdown inklusive. Und auch wenn das Wort „Exitus“ ja eher negative Assoziationen weckt, verleihen Mediøkrist dem doch eher eine positive Bedeutung: „nun denke ich endlich klar; vergesse, was gestern war“. Der Weg dorthin war lang aber definitiv nicht langweilig.

Zum Titeltrack Traumwelt gibt es hier das Video:

Mediøkrist – Traumwelt
Fazit
Fazit: Irgendjemand sagte mal zu mir, er würde Undergroundbands eher nicht so beachten, weil die sowieso sehr oft nach maximal drei Jahren aufgeben würden, was er dann sehr bedauern würde. Ich bedauere es natürlich auch immer, wenn sich tatsächlich mal eine der vielen Undergroundbands auflöst, wobei man zumindest einige der Mitglieder irgendwann dann doch bei anderen Bands wiedersieht. Aber allein, immer wieder zu erleben, welch' großartige Musiker sich in der Szene tummeln, ist es wert, da einzutauchen. Richtig am Start sind Mediøkrist ja erst seit ungefähr zwei Jahren, aber mit dem Album hier sehe ich keine Gefahr, dass das Ende schon in Sicht ist, im Gegenteil. Und trotz der sehr intelligenten Texte muss man den Moshpit nicht links liegen lassen 😉

Anspieltipps: Traumwelt, Danke Menschheit, Hypokrisie und Exitus
Heike L.
8.5
Leserwertung10 Bewertungen
6.2
Pro
Contra
8.5
Punkte
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