Bild von Toni B. Gunner https://mondkringel-photography.de/

Parkway Drive – Harder Stage – Wacken Open Air 2019

Mom, Mom, Mom,...

Eventname: Wacken Open Air 2019 (zum gesamten Beitrag: hier)

Band: Parkway Drive

Ort: Wacken Open Air, Wacken, Gribbohm und Holstenniendorf (Nähe Itzehoe), Schleswig-Holstein, Deutschland    

Datum: 03.08.2019

Bühne: Harder Stage

Genres: Metalcore

Setlisten:

  1. Wishing Wells
  2. Prey
  3. Carrion
  4. Vice Grip
  5. Karma
  6. Cemetery Bloom
  7. The Void
  8. Idols And Anchors
  9. Dedicated
  10. Absolute Power
  11. Writings On The Wall (mit Streichquartett)
  12. Shadow Boxing (mit Streichquartett)
  13. Wild Eyes
  14. Chronos

Zugabe:

  1. Crushed
  2. Bottom Feeder
Bild von Toni B. Gunner https://mondkringel-photography.de/
Bild von Toni B. Gunner https://mondkringel-photography.de/

Wenn die Australier von Parkway Drive vor die Bühne rufen, dann folgt gefühlt ganz Wacken. So war es bereits 2016 und so ist es nun auch heute. Kurz nach dem Trailer für das Wacken Open Air 2020 ertönt der Gong und drei Mal Parkway Drive steht auf der Slotmachine. Nach kurzer Wartezeit, der eher spartanische Bühnenaufbau war bereits während des Auftritts von Powerwolf auf der Faster Stage zu sehen gewesen, geht die Show mit einem Einspieler los. Im Einspieler ist die Band zu sehen, wie sie mit einem Truppentransporter zum Konzert angerollt kommt. Natürlich alles nur Fake, doch als Inszenierung ist das absolut passend. Auch, dass man nicht von der Bühne kommt, sondern von der Louder Stage mit Fackeln quer über den Platz läuft, ist etwas, was Nähe zum Publikum demonstriert. Los geht es mit einer etwas kleineren Besetzung mit dem Track Wishing Wells. Wo zum Teufel steckt Basser Jia O’Connor 

Dass das alles beim Publikum ankommt, ist alleine schon an den drei Moshpits ganz klar ersichtlich, die sich bereits beim ersten Song vor der Bühne breit machen. Textsicher geht es mit Prey weiter – das schaffen wirklich nur Parkway Drive – da hüpft wirklich gefühlt jeder, egal ob in der ersten Reihe oder noch vor dem Infield. Nachdem Prey ordentlich abgefeiert wurde, bemerkt auch Sänger und Frontman Winston McCall, dass man bisher ohne Bass auf der Bühne steht und dass man überlegen musste, den Gig heute abzusagen, da sich Bassist Jia O’Connor vor fünf Tagen das linke Knie bei einem Fußballspiel gebrochen hat. Doch da „MumO’Connor ihren Sohn im Rollstuhl auf die Bühne fährt, macht man aus der Not einfach eine Tugend. Bassist im Rollstuhl und dessen Mutter Crowd-surfend auf der Menge. So sehr wurde noch keine Mutter auf dem Wacken Open Air gefeiert. Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, jemals mit mindestens 50.000 anderen Leuten zusammen Mum, Mum, Mum,… gerufen zu haben – einfach herrlich. 

Dass das Wacken für McCall und Co. auch etwas Besonderes ist, merkt man ganz klar daran, dass ihm bei den Ansagen fast das Wort im Halse stecken bleibt und er sogar während der Songs immer mal wieder die Hand durchs Gesicht wischen muss und den Mund vor lauter Staunen vor dieser unzählbaren Menge von Menschen kaum schließen kann. 

Weiter geht es mit Carrion, Vice Grip und Karma, um dann mit Cemetery Bloom ein wenig die Geschwindigkeit rauszunehmen. Auch gut so, denn gefühlt haben sich 50% der Gäste überlegt, den Weg zur Toilette über die Menge zu nehmen. Somit folgt ein Crowdsurfer dem anderen über unsere Köpfe hinweg. Natürlich ist das nicht immer spaßig, doch da hier einer auf den anderen aufpasst, gibt es maximal einen Anstupser von hinten auf die Schulter, dass man keine Person in den Nacken oder auf den Kopf bekommt. Der nächste Moshpit wird dann beim neunten Track Dedicated eröffnet. So könnte für mich jedes Konzert hier verlaufen, doch dann wäre es nichts Besonderes mehr, oder?  

Den Abschluss machen Crushed und, wer hätte es anders vermutet, Bottom Feeder. Fast schon traurig, aber mit Sage und Schreibe 810kcal/aktiv auf der Uhr geht ein wirklich geniales Konzert zu Ende – mein persönliches Highlight dieses Jahr.  

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