Artist: Patriarkh
Herkunft: Polen
Album: Пророк Илия (Prophet Ilja)
Genre: Black Metal, Doom Metal, Folk Black Metal
Spiellänge: 40:26 Minuten
Release: 03.01.2025
Label: Napalm Records
Link: https://patriarkh.pl/
Bandmitglieder:
Gesang – Bartholomaeus
Gitarre – Monach Tarlachan
Gitarre – Monach Boruta
Gitarre – Archangel Michael
Schlagzeug – Lekh
Chor – Hyacinthus Jaca, Paganus
Tracklist:
- Wierszalin I (Lat.) – Вершалин I (Cyrillic)
- Wierszalin II (Lat.) – Вершалин II (Cyrillic)
- Wierszalin III (Lat.) – Вершалин III (Cyrillic)
- Wierszalin IV (Lat.) – Вершалин IV (Cyrillic)
- Wierszalin V (Lat.) – Вершалин V (Cyrillic)
- Wierszalin VI (Lat.) – Вершалин VI (Cyrillic)
- Wierszalin VII (Lat.) – Вершалин VII (Cyrillic)
- Wierszalin VIII (Lat.) – Вершалин VIII (Cyrillic)
Wer die Rangeleien um die beiden „Batuschkas“ auch langsam leid war, wird sich seit Anfang dieses Jahres freuen, dass diese Fehde nun endlich ein Ende gefunden hat. Bartłomiej „Bart“ Krysiuk und seine Kumpanen legen das Kriegsbeil nieder und gehen mit dem Bandnamen Patriarkh neue Wege. Auch musikalisch ist das ein wenig spürbar. Hier scheint es wohl nicht nur um eine reine Namensänderung gegangen zu sein. Seit dem 3. Januar dieses Jahres liegt das erste Album unter diesem Namen in den Plattenläden. Пророк Илия – auf Lateinisch Prophet Ilja, ist nun der erste Streich dieses neuen Kapitels.
Auf den ersten Blick scheint sich allerdings erst einmal gar nicht so viel verändert zu haben. Die Polen treten immer noch als orthodoxe Priester auf und auch die charakteristischen liturgischen Gesänge sind weiterhin Teil und stilgebendes Element. Dennoch ist eine spürbare Weiterentwicklung wahrzunehmen. Auch inhaltlich gibt es Veränderungen, denn anstatt der slawisch-orthodoxen Kirchen steht bei Prophet Ilja die Geschichte des selbsternannten Propheten und Sektenführers Eliasz Klimowicz, der in den 1930ern bis 40ern in Krysiuks Heimatregion Podlachien zu Ruhm gekommen ist. Dieser scharrte Jünger um sich, ließ eine Kirche erbauen und geriet im Verlauf seines Lebens in Streit mit dem ansässigen Klerus. Dies hat zur Folge, dass in den Songs auch einige traditionelle Instrumente wie Drehleier, Mandocello oder Talharpa zu finden sind. Eine zusätzliche Neuerung sind die Frauengesänge, die hier und da vernommen werden können und meiner Ansicht nach dem Ganzen sogar noch das i-Tüpfelchen geben. Die Trackliste liest sich recht einfach. Die Siedlung Wierszalin, die Klimowicz gründete, benennt die Songtitel, jeweils gefolgt von den Nummern eins bis acht.
Doch das alles reicht Patriarkh noch nicht ganz an Details und Opulenz, auch ein ganzes Symphonieorchester und Chöre finden sich unter den Gastmusikern wieder und reichern dieses Meisterwerk weiter an. Da verwundert es mich auch nicht, dass die acht Songs wie aufeinander abgestimmt wirken und eigentlich nicht einzeln gehört werden können. Prophet Ilja hat starke Momente, die eine wunderbare Mischung aus bekannter Batushka-Atmosphäre, charakteristisch doomigen Black-Metal-Passagen und neuen Raffinessen und Einflüssen vereinen. Meiner Meinung nach brauchen sich Patriarkh nicht hinter ihrer Vergangenheit verstecken. Klare Empfehlung!




