Bereits am 12. Mai 2026 erschien VI, das mittlerweile sechste Studioalbum der Bostoner Heavy-Rock-Institution Gozu, über Metal Blade Records. Das Album ist neben den digitalen Formaten auch als klassische schwarze Vinyl-Ausgabe sowie in einer farbigen Vinyl-Variante erhältlich.
Zwischen Wucht und Gefühl
Mit ihrem sechsten Studioalbum beweisen Gozu eindrucksvoll, warum sie seit Jahren zu den spannendsten Vertretern der amerikanischen Heavy-Rock- und Stoner-Szene zählen. Die Band aus Boston bleibt ihren Wurzeln treu, erweitert ihren Sound jedoch um neue Facetten und präsentiert ein Werk, das gleichermaßen kraftvoll, emotional und überraschend vielseitig ausfällt.
Ein Auftakt nach Maß und stilistische Vielfalt als Stärke
Bereits der Opener Corinthian Leatherface setzt ein deutliches Ausrufezeichen. Fette Riffs, ein treibendes Rhythmusfundament und die markante Stimme von Marc Gaffney sorgen für einen mitreißenden Einstieg. Der Song verbindet klassischen Stoner Groove mit eingängigen Melodien und demonstriert eindrucksvoll, wie mühelos Gozu Härte und Zugänglichkeit miteinander vereinen können. Doch VI erschöpft sich nicht in riffgetriebenen Attacken. Mit Midnight Express folgt ein deutlich schwerfälligerer, doomiger Brocken, dessen melancholische Grundstimmung und emotionale Intensität nachhallen. Die besticht auf diesem Album mit monumentalen Gitarrenwänden, eindringlichen Melodien und packender Dynamik.
Gerade diese Dynamik macht einen großen Teil der Faszination von VI aus. Zwischen schweren Doom-Passagen, klassischem Hard Rock, Grunge-Anleihen und teilweise punkiger Energie entfaltet sich ein abwechslungsreiches Klangbild. Das verträumte Corner Lariat sorgt mit seiner beinahe hoffnungsvollen Atmosphäre für einen Kontrast, während das darauffolgende Banacek mit galoppierendem Rhythmus und hymnischem Refrain zu den unmittelbarsten Songs der Platte zählt. Besonders gelungen gerät auch They Did Know Karate, das die perfekte Balance zwischen bedrohlicher Schwere und melodischer Eingängigkeit findet.
Druckvoller Sound mit viel Raum
Der Sound ist druckvoll und erdig, gleichzeitig transparent genug, damit jedes Instrument seinen Platz findet. Vor allem Gaffneys ausdrucksstarke Gesangsleistung trägt wesentlich dazu bei, dass die Songs ihre emotionale Wirkung entfalten. Die Gitarren dominieren zwar das Geschehen, lassen Bass und Schlagzeug jedoch genügend Raum, um die massiven Grooves wirkungsvoll zu tragen.
Hier! geht es für weitere Informationen zu Gozu – VI in unserem Time For Metal Release-Kalender.



