Mit Santa Somnia, das am 13. Februar 2026 über Subsound Records erschienen ist, legen die italienischen Doom-Metaller Kröwnn ihr mittlerweile viertes Studioalbum vor. Das Album ist als CD sowie in limitierten Vinylauflagen erhältlich: 250 Exemplare auf schwarzem Vinyl und 150 Stück in einer goldenen Variante. Die Band selbst beschreibt ihren Stil treffend als Dark Fantasy Doom – eine Bezeichnung, die den atmosphärischen Kern dieses Albums präzise einfängt.
Bandgeschichte und Besetzung
Gegründet wurden Kröwnn 2012 in Venedig von Sänger und Gitarrist Michele Carnielli sowie Bassistin Silvia Rossato – inspiriert von der Atmosphäre eines Konzerts der Doom-Legenden Pentagram. Gemeinsam mit Schlagzeugerin Elena Fiorenzano veröffentlichten sie 2013 ihr Debütalbum Hyborian Age, ein Konzeptwerk, das der Welt von Conan Der Barbar gewidmet war. Mit Magmafrost (2015) wurde der Sound deutlich düsterer und griff Einflüsse klassischer Fantasy-Literatur auf. Es folgten zahlreiche Konzerte in Italien sowie Tourneen durch Österreich, die Schweiz und Deutschland. 2017 stieß Gitarrist Nicola Bordignon zur Band, was den Sound weiter verdichtete und 2019 im Konzeptalbum Bluedeep mündete, das sich mit den düsteren Abgründen und der Symbolik Venedigs auseinandersetzte. Ein personeller Wendepunkt folgte 2022 mit dem Einstieg von Schlagzeuger Mimmo Bennici, der die ursprüngliche Schlagzeugerin Elena Fiorenzano ersetzte und nun erstmals auf einem Album der Band zu hören ist.
Konzept und musikalische Umsetzung
Santa Somnia erzählt die Geschichte eines imaginären Heiligen – einer mythischen Gestalt, die Schlaf, Unschuld und Kreativität raubt, um daraus ein Reich des Vergessens zu nähren. Der Protagonist wird von dieser Figur durch eine zerfallende Welt geführt, in der Albtraum und Realität untrennbar ineinander übergehen. Das Album entwickelt sich dabei zu einer Reise durch eine bröckelnde Psyche, geprägt von Verzweiflung, Delirium und dem Kampf gegen den durch Schlafentzug ausgelösten Wahnsinn. Die kryptische Erzählweise trägt deutliche Einflüsse der düsteren Universen von Dark Souls, Bloodborne und Elden Ring sowie der nihilistischen Bildsprache von Berserk. Hoffnungslosigkeit, das schmerzhafte Erwachsenwerden und die ambivalente Anziehungskraft des Todes werden dabei zu zentralen Allegorien.
Musikalisch bleibt die Band ihren Wurzeln treu: Schwerer Doom Metal bildet weiterhin das Fundament, doch klassische Heavy-Metal-Strukturen und vereinzelte Thrash-Anklänge sorgen für Bewegung innerhalb der bedrückenden Klanglandschaft. Die Songs wechseln zwischen klaustrophobischer Enge und eruptiven Ausbrüchen emotionaler Verzweiflung – eine Spiegelung der inneren Zerrissenheit des Konzepts.
Ein kurzes, beinahe entrücktes Intro eröffnet das Album wie das Erwachen aus einem unruhigen Traum, bevor You Died mit schleppender Wucht einsetzt und die düstere Stimmung endgültig festzurrt. Obwohl ich ja eigentlich nie gerne Vergleiche mache, spürt man Einflüsse von Black Sabbath und kann diese auch nicht verleugnen. Lacey Dungeonn kriecht schwerfällig aus der Tiefe, Skullknight bringt unerwartet kurzzeitig Tempo ins Spiel, während Moriredormire melancholisch beginnt und sich langsam steigert. The Old Blood entfaltet spürbare Bedrohlichkeit, bevor Respawn das Album vor dem eigentlichen Outro langsam und eindringlich ausklingen lässt – getragen von emotional aufgeladenem Gesang und eindrucksvollen Ruhephasen.
Hier! geht es für weitere Informationen zu Kröwnn – Santa Somnia in unserem Time For Metal Release-Kalender.



