Neue italienische Doom-Titanen steigen auf ihren dunklen Thron
Warcoe aus Pesaro sind noch eine junge Band – gegründet 2021 –, aber ihr Name dürfte längst als Geheimtipp durch die europäische Doom-Szene geistern. Das Trio Stefano (Gesang/Gitarre), Carlo (Bass) und Francesco (Drums) hat sich einen Sound erarbeitet, der ungeniert in der Tradition schwerster Riffs steht, zugleich aber genug eigene Handschrift trägt, um sich in der Underground-Landschaft klar abzusetzen: schleppend, groovend, okkult schimmernd und tief im Stoner- wie im klassischen Doom verwurzelt. Mit Upon Tall Thrones, das bereits am 26. September 2025 über Ripple Music erschien – und dort auf CD sowie als limitiertes Vinyl (Farbe: Lavender-Marble) verfügbar ist – legt die Band ein düsterstes und ausgereiftes Werk vor.
Ein Einstieg wie ein Ritual
Der Opener Octagon macht sofort klar, wohin die Reise geht: tonnenschwere Gitarren, ein knurrend-düsterer Gesang und Drums, die sich mit schmerzhafter Bedachtsamkeit durch die Finsternis wühlen. Versatzstücke der frühen Sabbath sind hörbar, aber Warcoe verwandeln die Vorlage in etwas Eigenes: hypnotisch, beharrlich und von unheiligem Groove durchzogen. The Wanderer setzt diesen Eindruck fort, getragen von Carlos dröhnendem Bass, der mit Francescos präzisen Schlägen eine rhythmische Erdschwere entfaltet, aus der man kaum wieder auftaucht.
Hymnen, Abgründe und schwelende Riffs
Mit I’ve Sat Upon Tall Thrones (But I’ll Never Learn) öffnet sich der Sound für einen Hauch Rock ’n’ Roll, ohne die Grundschwere zu verlieren. Ein Track, der beweist, wie lebendig Doom sein kann, wenn Groove und Gitarrenlust zusammenfinden. Nach dem atmosphärischen Interlude Gather In The Woods stürzt das Album mit Flame In Your Hand in ein Meer aus dröhnenden Riffs und stampfender Energie zurück. Spheres verschränkt Sludge-Wucht mit melodischen Momenten, bevor Deepest Grave einen der finstersten Punkte der Platte markiert: roh, unnachgiebig, eindringlich.
Mit Brown Witch liefern Warcoe eine Lehrstunde in klassischem Doom, getragen von einem Bass, der jeden Raum erschüttert, und Gitarren, die wie schwarze Nebelschwaden wabern. Dark Into Light setzt den epischen Abschluss. Was soll ich jetzt noch weiter dazu sagen: Irgendwie wie zwischen Heaven & Hell.
Hier! geht es für weitere Informationen zu Warcoe – Upon Tall Throne in unserem Time For Metal Release-Kalender



