Reload Festival vom 14.08. bis 16.08.2025 in Sulingen – Freitag

Unser erster Tag auf dem Reload 2025

Festivalname: Reload Festival

Bands: The Butcher Sisters, Bleed From Within, Static-X, Trivium, Scythe, Beast, Conjurer, Annisokay, Dope, Adept, Finntroll, Kublai Khan TX, Obituary, Wind Rose, Fear Factory, Mambo Kurt, Celestial Sanctuary, Our Promise, Breakdown Of Sanity, Downset, Hanabie., Rivers Of Nihil, The Halo Effect, Prong, Landmvrks, The Exploited, Ministry, Coldrain, Gojira, Drowning Pool, Machine Head, The Browning, Frog Bog Dosenband, Abandoned In Destiny, Avralize, Watch Out Stampede, Shoreline, Blood Command, Turbobier, Rise Of The Northstar, Crypta, Fit For  A King, Crystal Lake, Donots, August Burns Red, Mastodon, Kataklysm, While She Sleeps, I Prevail

Ort: Sulingen

Datum: 14.08.2025 – 16.08.2025

Kosten: zwischen 179 und 199 Euro, je nach Preiskategorie

Genre: Heavy Metal, Hardcore, Rock, Punk

Besucher: ca. 18.000 Besucher

Veranstalter: Reload Event GmbH

Link: www.reload-festival.de

Für Time For Metal vor Ort: Alexandra D. und Heinrich N.

Heute ist Freitag und endlich können auch wir uns auf den Weg nach Sulingen zum Reload Festival machen. Ausgebremst von dem unschönen Etwas, das sich Hauptberuf nennt, mussten wir den Donnerstag und die frühen Bands heute leider auslassen. Aber ich habe ein Ziel: Hanabie. Die japanische Metalcoreband habe ich im Stream gehört und es war irgendwas zwischen quietschend und wahnsinnig.

Hanabie.. – Reload Festival Sulingen – 2025

Während wir unser Camp noch aufbauen, erklingen die ersten Töne und treiben uns an. Ruckzuck sind wir startklar und mich führt mein Weg direkt vor die Hauptbühne. Und da sind sie: vier schrille Manga-Klischee-angehauchte Mädels, die mit einer Energie über die Bühne ballern, als gäbe es kein Morgen. In der kurzen Zeit haben sie auch ihr Publikum auf Hochtouren gebracht. Sie werden ordentlich abgefeiert. Und ich steh hier bei 28 °C im Schatten und habe eine Gänsehaut nach der anderen. Ich glaube, das kommt, weil ich mich so freue. Endlich mal wieder was Frisches, was ich so noch nicht gesehen habe. Ich genieße den Auftritt vom ersten bis zum letzten Moment und bin fasziniert davon, wie Sängerin Yukina sowohl im Klargesang als auch im Growl glänzt. Es macht einfach Spaß zuzusehen. Im Herbst sind sie für drei Termine in Deutschland. Und ich finde, es ist absolut sehenswert.

Weiter geht es auf der Plaza Stage. Ohne viel Trara beginnen Rivers Of Nihil ihren Auftritt. Die 2009 gegründete Progressive-Death-Metal-Band aus Pennsylvania hat seit 2022 Adam Biggs am Mikro, der zuvor für den Bass zuständig war. Das Publikum ist hier deutlich ruhiger und es gibt etwas mehr Luft beim Stehen. Uns ist grad einfach nur viel zu warm und wir machen noch mal einen Zwischenstopp im Camp, um uns etwas abzukühlen.

The Halo Effect – Reload Festival Sulingen – 2025

Lange pausieren ist aber nicht drin, denn schon folgen The Halo Effect. Trotz der Hitze hat sich viel Volk vor der Impericon Stage versammelt, um die Schweden um Mikael Stanne zu sehen. Der Sänger, der ebenso mit Dark Transquillity unterwegs ist, hat richtig Bock. Mit Vollgas bringen sie einen Song nach dem anderen, und obwohl sie erst seit sechs Jahren zusammen performen, merkt man ihnen die Professionalität an. Fun Fact: Alle anderen Bandmitglieder waren zuvor bei In Flames.

Wir laufen ein bisschen über den Platz und ich habe das Gefühl, dass das Angebot an Speisen noch mal gewachsen ist. Ich sehe so ziemlich alles, was man sich vorstellen kann, von Pizza, Handbrot, Fleischspieß und Slush-Eis bis zum Schafskäse. Es gibt Burger, Eis und Crêpes und so vieles mehr. Natürlich sind die Preise alle um die 10 Euro pro Mahlzeit, doch ich entdecke auch Langos für 7 bis 8 Euro und Bagels für 3 Euro. Somit können auch die Menschen mit kleinem Geldbeutel lecker satt werden. Auf dem Vorplatz findet sich wie immer das Kettenkarussell, allerdings ist es am heutigen Nachmittag recht wenig frequentiert und auch uns lockt es nicht in die pralle Sonne, um ein paar Runden zu drehen.

Im Gegensatz zum Vorjahr sind heute erstaunlich wenig Schlangen am Merch, hier scheint man einiges entzerrt zu haben, oder ich habe den ersten Andrang einfach schon verpasst.

Im Netz konnte man verfolgen, wie sehr die Frühanreisenden am Mittwoch mit dem Stau zu kämpfen hatten. Ich bin gespannt, ob es dazu morgen auf der Pressekonferenz Infos und Ideen fürs nächste Jahr gibt.

Weiter geht es mit den Urgesteinen von Prong. Bereits 1986 haben sie sich in den USA gegründet. Sie kommen aus der gleichen Epoche wie die Cro-Mags, die uns letztes Jahr hier schon den A… aufgerissen haben. Prong mit ihrem Industrial Trash Metal sind zunächst scheinbar etwas genervt, weil das Publikum nicht so wirklich abliefert. Aber die Hitze ist grad kaum zu ertragen. Ein paar Duschen durch die Securitys später ist Sänger Tommy Victor aber dann doch zufrieden mit uns und hat sichtlich Spaß an seinem Auftritt.

People of Reload Festival Sulingen – 2025

Wie immer sitzen die Slots hier eng aufeinander und so geht es ohne Pause mit Landmvrks weiter. Schön, eine Band aus Frankreich. Die Wiederholungstäter aus 2023 hauen ihren Metalcore raus, als gäbe es kein Morgen. Die Aufforderung zum Crowdsurfen bringt die Secus fast an die Belastungsgrenze, und irgendwie ist vor der Bühne die ganze Zeit ein heilloses Durcheinander. Ich beobachte das Ganze fasziniert von der Tribüne. Das Infield ist fantastisch voll, Wall of Death, Circlepit und Crowdsurfer, alles passiert irgendwie gleichzeitig und versinkt in einer riesigen Staubwolke. Sehr geiler Auftritt!

The Exploited – Reload Festival Sulingen – 2025

Zeitnah gehen wir zurück zur Plaza Stage. Hier kommen gleich die Hardcore-Punker The Exploited und ich find’s geil. Die ganzen alten Recken kriege ich hier noch mal zu sehen, und Wattie Buchan und seine Jungs sind auch nach 45 Jahren kein bisschen leise. Trotz mehrfacher Herzprobleme auf vergangenen Veranstaltungen läuft hier heute alles glatt und ich freu mich, dass ich die Schotten sehen darf. Das Publikum gibt Gas und so mancher ist textsicher vorn dabei.

Wenn man den Wikipediaeintrag von Ministry durcharbeitet, liest es sich fast wie ein Krimi. Die Band hatte schon mit etlichen Schicksalsschlägen zu kämpfen und auch die Reihe der ehemaligen Mitglieder ist lang. Hier hat es schon so einige Besetzungswechsel gegeben. Ursprünglich 1981 in den USA gegründet, lösten sie sich 2008 auf, um drei Jahre später mit einer Neugründung doch zurückzukommen. Der Auftritt heute verspätet sich durch technische Schwierigkeiten etwas, aber das tut der routinierten Darbietung keinen Abbruch. Ich höre aus dem Camp mit und bin erstaunt, wie super der Sound auch hier ist. Respekt Reload, eure Bühnen habt ihr im Griff.

Coldrain – Reload Festival Sulingen – 2025

Frisch gestärkt machen wir uns auf den Weg zu Coldrain. Die zweite Band aus Japan, die wir heute sehen. Und wie sollte es anders sein, erscheinen auch Hanabie. kurz darauf im Publikum, um zu schauen, was die Metalcore-Jungs so können. Und sie können einiges, nicht umsonst waren sie schon im Vorprogramm von Electric Callboy unterwegs. Kurz erinnern sie mich an From Fall To Spring, nur ohne Rap. Es macht Spaß, den Jungs zuzusehen und das Publikum geht ordentlich mit. Der Circlepit zieht seine Runden und auch die Ordner kriegen wieder reichlich zu tun.

Für uns geht es nun wieder zur Hauptbühne. Hier kommen jetzt Gojira. Die Franzosen um die Brüder Joe (Sänger) und Jean Michel Duplantier (Schlagzeug) sind tatsächlich auch schon seit 1996 mit ihrem Progressive Metal unterwegs. Für den ersten Song ist der Fotograben aufgrund der Feuershow gesperrt. Überhaupt gibt es hier sehr viel Qualm und Licht und Flammen. Zwischendurch ist es mir fast zu anstrengend und zu strobolastig, was sich da vorne abspielt. Trotzdem liefern sie natürlich ein ordentliches Brett ab und die Crowd feiert sie bis zum letzten Takt.

Zu gerne würde ich jetzt noch zu Drowning Pool gehen, doch aus Babysittermangel habe ich meinen Sohnemann dabei und dem fallen so langsam die Augen zu. Ich tröste mich damit, dass ich die Bands ja megagut auch im Camp höre und außerdem auf den Bildern meines Fotografenfreundes sehen werde. Die Alternative-Nu-Metal-Band aus Texas hört sich auch aus der Ferne so energiegeladen an, dass ich nun doch etwas wehmütig werde. Hoffentlich ergibt sich das bald noch mal und ich kann sie mir dann aus der Nähe ansehen. Wie stimmgewaltig Ryan McCombs seinen Job durchzieht, ist auch von hier beeindruckend. Gut, dass er 2023 nach 12-jähriger Pause wieder zurückgekehrt ist. Rebel Yell dröhnt über den Platz und scheinbar singt das komplette Publikum mit. Wow! Und dann läuft auch noch Bodies und ich bin mehr als zufrieden.

Machine Head – Reload Festival Sulingen – 2025

Auch Machine Head starten ohne Umschweife. Wie eine Flutwelle wabert es über das Camp und zieht mich in seinen Bann. Der Trash Metal, den die Kalifornier hier abliefern, ist alles andere als Old School, auch wenn die Band schon seit über 30 Jahren dabei ist. Sänger Robb Flynn reißt hier mit seinen Jungs noch mal echt die Bühne ab, und auch aus der Ferne spüre ich, dass das im Infield unfassbar gut sein muss. Und genau das ist es auch, was mein Freund kurz darauf erschöpft, aber zufrieden berichtet. Das war richtig, richtig stark.

Plötzlich ertönt ein Megafeuerwerk. Aber bevor ich mich entschließen kann, noch mal aufzustehen, ist es auch schon wieder vorbei.

Den undankbaren letzten Slot um 1:10 Uhr füllen The Browning. Ich weiß nicht, wie es den Menschen dort draußen geht, aber nach diesem Tag mit über 30 Grad und praller Sonne fallen uns direkt die Augen zu und ich kann dem Deathcore/Electro-Mix nicht mal mehr lauschen. Schade, die hätten mich doch noch interessiert.

Hier kommt ihr zum Bericht vom Samstag.