Inverse Records aus Finnland ist ein Label, welches sich seit Jahren um Bands aus den eigenen Reihen kümmert und somit die finnische Szene extrem supportet und Leben einhaucht. Respekt, muss man auch einmal erwähnen. Serpent God stammen aus Ilsami. Ilsami liegt im Norden der Landschaft Nordsavo. Wieder etwas gelernt. Auch wenn man nicht wüsste, woher die Band stammt, würde man bei den Namen der Member die Herkunft zumindest erahnen können. Samu Männikkö (Gesang, Gitarre, Keyboards), Juho-Pekka Lappalainen (Bass) und Jimi Myöhänen (Schlagzeug) klingen schon arg finnisch. Die recht jungen Zeitgenossen zocken seit dem Jahre 2023 und veröffentlichten im Jahre 2025 vier Singles, bevor man dann eben dieses Album namens Denial auf den Markt geworfen hat, eben mithilfe von Inverse Records.
Besinnliches Intro
Denial beginnt mit einem typischen Intro, welches dann auch noch auf den Namen Denial hört. Nach dem Hören der Klänge könnte man die Band schon beinahe in der Gothic-Metal-Ecke vermuten, auch wenn das Intro nicht so kitschig, sondern eher düster romantisch klingt. Sehr anmutig und sehr dunkel.
Melodischer Death/Doom der alten Tage
Auch Beneath fängt mit langsamen und ruhigen Tönen an. Man zieht einen erst einmal in den Abgrund herunter und gefühlt bleibt man den Rest des Albums auch da. Die Burschen mischen melodischen Death Metal mit doomigen Anleihen. Man sagt den Finnen ja nach, dass sie ein Händchen für melancholische Klänge haben, und dieses ist auch so. Man höre sich nur Amorphis zu ihren Anfangstagen an. Und auch Serpent God haben etwas von dieser verträumten Verspieltheit, diesen anmutigen Blick auf die Dunkelheit. Die Burschen sind, ohne es genau zu wissen, mit der Natur aufgewachsen, und man spürt und hört dieses Bündnis irgendwie. Kann man nicht genau beschreiben, man muss es beim Hören spüren. Im Midtempo agiert man, wenn man ein wenig härter unterwegs ist, ansonsten beherrscht eine dunkle Melodie das Dasein. Nach vier Minuten wird es still und danach regiert eine cleane Gitarre. Man bleibt verträumt und baut den Song dann langsam wieder auf. Angenehm ist, dass man auf cleane Vocals verzichtet, sondern überwiegend aggressiv screamt und auch Growls beifügt. Klingt eben so, wie es früher einmal war, nur dass man eben mehr Akzente auf doomige Klänge legt und auch mehr Wert auf Melodie. Dieses Wechselspiel zwischen cleanen und harten Gitarren klingt aber absolut interessant und ruft in mir das Verlangen hervor, mehr hören zu wollen.
Dieses passiert natürlich auch und der Song Repent steht als Nächstes auf meiner Agenda. Und hier legen sie einen Zacken zu. Die etwas höher gestimmten Gitarren legen im Midtempo los und man liefert wieder eine erstklassige Melodie ab. Dann wird man langsamer, baut den Song auf und lässt wieder das Midtempo agieren. Doublebass-Klänge erzeugen einen gewissen Druck, während die Klampfe eine hervorragende Melodie hervorbringt. Und so geht man langsam treibend zu Werke. Die screamigen Vocals klingen passend und setzen sich fest. Dann bremst man wieder alles ab. Es wird ruhig und man agiert erneut sanft und besinnlich mit einer Cleangitarre, die kurze Zeit später etwas bedrohlicher wird. Ein sanfter Cleangesang gesellt sich kurz dazu, bevor man dann wieder die Gitarren und die Vocals sprechen lässt. Kurzer und langsamer Stakkato-Aufbau und man wiederholt den vorherigen Midtempo, der echt sehr geil klingt. Man wechselt noch einmal in den cleanen Part am Ende und lässt den Song so ausfäden. Natürlich sind die Songs länger, aber das ist in diesem Bereich ja eher normal und fällt auch nicht so auf.
Auch Revelation geht über sechs Minuten und fängt langsam, druckvoll und voller Verzweiflung an. Der Anfang ist einfach nur herrlich sentimental, aber im melancholischen Sinne. Dann werden sie nicht schneller, aber aggressiver, und lassen es gemächlich weiter angehen. Aber nur, was das Tempo angeht, ansonsten ist man bitterernst und vor allem abgrundtief emotional unterwegs. Musik, die man selber hören und dann fühlen muss. Man erhöht zwar das Tempo, aber schnell wird man natürlich nicht, sondern agiert dann im langsamen Midtempo. Man nimmt das Tempo wieder ganz raus und zelebriert die Akustikschiene. Eine Passage mit Sprechgesang. Und dann nimmt man wieder das langsam treibende Tempo auf und lässt natürlich eine Melodie für sich sprechen. Das hat tatsächlich was und berührt einen. Auch der Song geht an die sechs Minuten und immer wieder kann man Relevation mitsingen. Am Ende wird es noch einmal chillig und melancholisch.
Erinnerungen an alte Amorphis werden wach
Ich bin ja sonst eher einer der schnelleren Spieleinheiten, bin aber eben auch mit den alten Amorphis, My Dying Bride oder Paradise Lost aufgewachsen. Gerade bei einem Song wie Sermon werden Erinnerungen an die alten Landsleute von Amorphis wach. Die haben sich ja mittlerweile anders entwickelt, und so bedient man ein Feld, welches ein wenig offengeblieben ist, und das machen sie echt gut. Ein gewisser progressiver Faktor ist auch zu hören, und dann erinnern sie mich am Rande an ihre finnischen Kollegen von Sentenced.
Logischerweise hätte ich mir einige richtige Geschwindigkeitsattacken gewünscht, wie man sie zum Beispiel auf The Karelian Isthmus oder Where The Flowers Whisper gehört hat, aber auch so nimmt einen das Zeug einfach mit. Schon geiles Zeug. Für mich aber dann eher Musik, welche zu Hause an einem Dezemberabend vor der heimischen Anlage so richtig funktioniert.
Hier geht es für weitere Informationen zu Serpent God – Denial in unserem Time For Metal Release-Kalender.



