Testament – Dark Roots Of Earth

“Der Sturm der Bay Area ist wieder unterwegs!“

Artist: Testament

Album: Dark Roots Of Earth

Spiellänge: 50:48 Minuten

Genre: Thrash-Metal

Release: 27.07.2012

Label: Nuclear Blast

Link: http://www.testamentlegions.com

Klingt wie: Testament

Produktion: Driftland Studios Oakland, USA; Backstage Studios, Derby, Vereinigtes Königreich, von Andy Sneap

Bandmitglieder:

Gesang – Chuck Billy
Gitarre – Eric Peterson
Gitarre – Alex Skolnick
Bass – Greg Christian
Schlagzeug – Gene Hoglan

Tracklist:

  1. Rise Up
  2. Native Blood
  3. Dark Roots of Earth
  4. True American Hate
  5. A Day in the Death
  6. Cold Embrace
  7. Man Kills Mankind
  8. Throne of Thornes
  9. Last Stand for Independence
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Ladies and Gentlmen, diejenigen, die sich in den frühen 80ern schon dem Metal verschworen hatten, werden sich an den Sturm, der von der Bay Area (San Franzisco) quer über Europa fegte und metalmässig alles niedergeknüppelt hat, erinnern. Heute, fast 30 Jahre später, ist der Sturm von der Bay Area wieder unterwegs zu uns. Testament melden sich eindrucksvoll zurück und knüppeln derzeit in Europa wieder auf unzähligen Festivals alles nieder – so als wären sie wieder am Anfang ihrer Karriere. Für die, die nicht wissen, wer Testament ist, hier ein paar Infos: 1983 begann man unter dem Namen The Legacy und weil die Rechte an dem Namen bereits vergeben waren, taufte man sich nach einigen Besetzungswechseln bald in Testament um und fegte mit Metallica, Slayer, Anthrax, Megadeth und Suicidal Tendencies über Europa und brachte den Thrash Metal an den Mann.

Testament und die eben genannten Bands sind heute Legenden und gelten als die Väter des Thrashs. Alben wie z.B. The Legacy, The New Order, Practice What You Preach und Souls of Black schrieben Thrash-Geschichte und auch das neue Werk Dark Roots Of Earth verspricht Geschichte zu schreiben. Zumindest belegen es die Zahlen aus den ersten Tagen nach Release – 20.000 Alben wurden allein in den USA verkauft und man schafft es nach fast 30 Jahren, weltweit in die Charts zu schießen. Beachtlich, wenn man den Weg von Testament verfolgt hat.

Eigentlich hatte man die Band schon totgesagt wegen der häufigen Besetzungswechsel, vielen stilistischen Experimenten und der tragischen Krebserkrankungen von Gitarrist Eric Peterson und Frontmann Chuck Billy. Zwischen 1999 und 2008 hörte man gar nichts mehr von der Band. 2008 brachte man das Album The Formation of Damnation auf den Markt, das wieder an alte Testament-Tage anknüpfen konnte. Sei es drum und soviel mal zur Geschichte der Band in Kurzfassung.

Widmen wir uns dem Album Dark Roots of Earth. Was beim Opener Rise Up auffällt, ist, dass Testament in alter Manier vom ersten Takt an knüppeln was das Zeug hält und Kenner werden sofort erkennen, wer da an den Drums sitzt. Es ist kein Geringerer als Gene Hoglan, den man aus frühen Tagen schon kennt. Stimmlich typisch Chuck Billy, der eine im Thrash einzigartige Stimme hat. Das macht Lust nach mehr und spätestens bei Native Blood, das sehr hymnenartig und Nackenschmerz förderlich ist, geht der Pegel der Anlage nach oben. Hossa und auch hier wieder ein Lichtblick. Guitarhero Alex Skolnick is back, yeahhh! Mal kurz ins Layout geguckt und man sieht, dass es die alte Besetzung ist. Fantastisch. Dark Roots of Earth hat sogar Mitsing-Character und steht den anderen Stücken in nichts nach. Und jetzt kommen wir mal zumKracher der Scheibe True American Hate, bei dem Chuck Billy sogar gesanglich in die Death-Schiene schweift – genial.

Für Kenner ist es nicht überraschend, dass Testament auch Halbballaden können: Der Song Cold Embrace, der sehr an die 80er Jahre Ballade The Ballad erinnert, wo Chuck es schaffte, die Kinnladen vieler Kritiker fallen zu lassen, denen er zeigte, dass er auch singen kann. Man Kills Mankind und Throne Of Thornes gehen dann wieder steil und sind ebenso genial wie die Stücke zuvor. Last Stand for Independence ist dann wieder typisch 80er Thrash, der Spaß macht… Leider ist das Album hier schon zu Ende, könnte man doch jetzt stundenlang diesem rotzigen, genialen Sound, dem einzigartigen Gesang und den teils sehr genialen Solis zuhören.

Fazit: Eine sehr gut arrangierte Scheibe, die zu keinem Zeitpunkt langweilig wird. Hier geht es von der ersten Minute an steil nach oben. Musikalisch gibt es nichts zu meckern, Testament sind zurückgekehrt zu ihrem 80er Jahre Sound. Die Jungs sind Profis und schließlich einer der Väter des Thrash-Metals. Zugegeben, vielleicht hätte man hier und da noch eine Schippe drauflegen können, aber nach den vielen Problemen sollte man es den Jungs verzeihen und wie die Zahlen ja auch belegen, sind Testament auf dem Weg, die Größten des Thrash Metals zu werden. Wer von der älteren Fraktion auf alte Testament-Scheiben steht, der sollte sich unbedingt Dark Roots Of Earth zulegen. Und die jüngere Fraktion sollte sich unbedingt die alten Scheiben mal anhören. Anspieltipps: Native Blood, Dark Roots of Earth und Cold Embrace
Rene W.
9.5
9.5
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