Artist: Deathhammer
Herkunft: Norwegen
Album: Crimson Dawn
Spiellänge: 39:40 Minuten
Genre: Black Metal, Thrash Metal
Release: 29.08.2025
Label: Hells Headbangers Records
Link: https://www.facebook.com/deathhammerofficial
Bandmitglieder:
Gesang, Gitarre, Bassgitarre – Seargant Salsen
Gesang, Gitarre , Schlagzeug – Sadomancer
Tracklist:
1. Abyssic Thunder
2. Satan’s Sword
3. Stygian Lust
4. Nocturnal Windz Of Fire
5. Crimson Dawn
6. Legacy Of Pain
7. Die Eternal
8. Into The Blackness Of Hell
Das norwegische Duo Sergeant Salsten und Sadomancer ist im Moment noch bei Impugner bzw. Black Viper unterwegs. Zusammen haben die beiden seit dem Jahre 2005 die Band Deathhamer am Start, um ihre Liebe für den Speed und Thrash Metal der Achtziger ausleben zu können. Zum zwanzigjährigen Jubiläum der Band darf natürlich ein neues Album nicht fehlen. Das Label Hells Headbangers Records sah dies genauso, und so kommt nun das fünfte Werk namens Crimson Dawn auf den Markt.
Die Reise ins Ungewisse startet mit dem Song Abyssic Thunder und erst einmal schallen einem düstere, aber auch erhabene Synthieklänge um die Ohren. Ein Intro muss natürlich sein, gar keine Frage, aber nach knappen siebzig Sekunden hört dieses abrupt auf und Ventor-Gedächtnis-Toms-Schläge erklingen, so wie man es von früheren Kreator kennt. Ich liebe diese Einstellung der Drums. Ab jetzt wird klar, es wird altbacken und das finde ich erst einmal nicht schlecht. Ein hoher Schrei erklingt und das Gerumpel nimmt seinen Lauf. Thrashiges Riffing und treibende Riffs, gefolgt von einem wilden Solo und dann die volle Attacke in Richtung Teutonen-Thrash. Die Stimme ist screaming thrashig und wird immer wieder mit hellen Schreien kombiniert, die mich persönlich ein wenig stören. Ist aber eher so ein persönliches Ding. Die Gitarren flirren hin und her und verbinden Black- und Thrash Metal und die Drums prügeln ordentlich und treiben die restlichen Musiker fachgerecht an, sodass sie alles geben müssen. Hier wird die alte Schule gelebt und geatmet. Der Song bzw. das Album hätte auch locker dreißig Jahre eher erscheinen können. Macht einfach nur Spaß, ohne dass man jetzt absolut am Glänzen ist, obwohl die Riffs teilweise schon eingängig sind, vor allem, als sie nach fünf Minuten mal den aggressiven Pfad verlassen und kurz grooven. Aber auch dann verlassen sie diesen Pfad nicht wirklich. Ein Solo folgt und dann wird noch einmal die Keule geschwungen. Wie gesagt, die ganz hohen Schreie stören mich ein wenig, aber diese Toms-Klänge sind ganz großes Kino. Ich weiß gar nicht, warum diese aus der Mode gekommen sind. Klaro, klingt nicht alles ganz differenziert vom Sound her, aber das stört mich dann komischerweise überhaupt nicht.
Auch das nachfolgende Stück Satan‘s Sword bietet jetzt dem geneigten Fan nicht wirklich etwas Neues, muss es aber ja auch nicht, aber dafür kann man eine ordentliche Nostalgieträne verdrücken, gar keine Frage. Das Riffing hat man sicherlich an der einen oder anderen Stelle schon einmal gehört, aber auch das ist egal, denn das Zuhören macht einfach nur Spaß und ich glaube, das ist doch tatsächlich das Wichtigste, oder? Das Duo gibt alles und lässt seiner Leidenschaft freien Lauf. Im wilden Midtempo legt man los und liefert dann ein fast schon rockiges Riff ab, wechselt natürlich schnell die Thematik und thrasht drauflos. Diese Mischung aus Speed Metal, Thrash Metal und Black Metal hat es wirklich in sich, muss ich sagen. Das ist Musik, bei der man nicht großartig nachdenken, sondern einfach auf sich wirken lassen muss. Der Song ist nicht so schnell wie der Opener, aber trotzdem sehr aggressiv und intensiv. Diese Leads haben es in sich und dann immer wieder diese Drumbetonungen. Ein Uargh erklingt und dann fährt man mit einem ziemlich rasanten, beinahe schon melodischen Solo auf, welches an allen Ecken und Kanten knattert. Dann geht das Gerödel von vorne los und man klingt ein wenig chaotisch, ist es aber nicht. Ein weiteres Solo ist am Start und so hört man, dass beide Protagonisten ihre Gitarre durchaus lieben und am Songwriting beteiligt waren. Ja, hat was, definitiv.
Wer eben auf diese alte speedige und thrashige Schule steht, muss hier unbedingt reinhören, alleine schon wegen des Beginns von Stygian Lust. Diese Riffs sind so was von alte Schule, unfassbar. Wie schon gesagt, dass hier ist jetzt kein Meisterwerk und auch dieser Song nicht, sondern eher eine Hommage an die alten Bands der Achtziger. Aber diese Hommage ist mehr als geglückt. Ich glaube, besonders live dürfte das Ganze hier unbedingt funktionieren, auch dieser Song hier. Wieder treibt man die Sau durch das norwegische Dorf und spielt sich die Finger wund, bis der Notarzt kommt und wieder geht. So soll es sein. Der Song geht auch so ins Mark, auch wenn es sicherlich kein Nummer-Eins-Hit wird. Wildes Solo und fette Leads bestimmen den Alltag und die Drums sind nur nach vorne gerichtet.
Sicherlich klingen Songs wie Nocturnal Windz Of Fire und Legacy Of Pain ziemlich ähnlich, aber das liegt nun einmal in der Natur und man versucht auch im Rahmen seiner Möglichkeiten, eine gewisse Abwechslung mit einzubauen. Aber es ist auch wirklich egal. Ideen von Manowar und Bathory werden mit verwurschtelt. Wenn die Gitarre vorweg speedet und dann die Thrash-Metal-Hölle ausbricht, reicht es dann auch. Aber hier und da hat man dann doch eine beruhigende Ausnahme dabei, wie das geile Midtempo-Riffing bei Crimson Dawn. Der Song hat auch einen ziemlich geilen Refrainpart. Kann man alles so machen.




