Ultrablut – Tja

Irrwitzige Rollercoaster-Hardcore-Mucke

Artist: Ultrablut

Herkunft: Deutschland

Album: Tja

Genre: Hardcore, Surfcore, Noise

Spiellänge: 30:40  Minuten

Release: 13.06.2025

Label: The Lasting Dose Records

Link: https://www.facebook.com

Bandmitglieder:

Gesang – Christian Lansky
Gitarre, Bass – Sebastian Bauer
Gitarre, Bass, Gesang (Ganbare) – Markus Kresin
Schlagzeug – Leonardo Bardelle

Tracklist:

1. Temu Kobain
2. Alphaerklärer
3. Car Hi-Fi Realität
4. Konrad
5. Chonder
6. Ganbare
7. Schwebebahn Blues II
8. Der Gratulant
9. ZZZ Top
10. Tropfsteinhöhle
11. Siegroy
12. Outro

Ich bin spät dran. Tja – ich weiß! Und dabei hatte mir der Jan Oberg die Scheibe doch früh geschickt. Tja, ich schwitze jetzt echt Ultrablut! Zur Aufklärung: Tja ist das Debütalbum der Band Ultrablut, welches am Freitag, dem 13.06.2025 über das superbe Berliner Label The Lasting Dose Records von Jan Oberg (Earth Ship, Grin) erschienen ist. Dort ist Tja in den Vinylvarianten Magenta (200 Stück) und Black (200 Stück) erhältlich. Zusätzlich für den Sammler natürlich auch noch ein paar Testpressungen (50 Stück). Aufgenommen wurde Tja im Berliner Hidden Planet Studio von Jan Oberg, der das Album auch gleich produziert, gemischt und gemastert hat.

Ultrablut sind zwar eine neue Band, die agierenden Musiker (zumindest ein Teil) allerdings für mich persönlich Altbekannte, denn die kommen aus dem Umfeld von Grim Van Doom und Morast. Gerade zu Sänger Christian Lansky habe ich ein besonderes Verhältnis. Bei unserem ersten Aufeinandertreffen mit seiner Band Grim Van Doom vor einigen Jahren fragte er mich am Merchstand, ob ich nichts zu rauchen hätte. Ich fragte ihn, wieso er gerade mich frage. Er meinte damals, weil ich so aussehe wie der Hausdealer des Kulturzentrums. Einige Zeit später durften Grim Van Doom dann beim von mir veranstalteten Spell Doom For BBW mitrauchen ….

Lange hatte ich zu Grim Van Doom keinen Kontakt mehr, allerdings mitbekommen, dass Christian Lansky ein neues Projekt am Start hat. Im letzten Jahr erschien dann die EP Teneriffa digital und als ultra-pinkes Tape, ultra limitiert auf 50 Stück. Von Jan Oberg hatte ich zwischendurch mal gehört, dass da wohl auch noch mehr kommen wird. Tja und da ist es nun, das erste Album von Ultrablut.

Ultrablut nennen ihre Mucke selbst Surfcore, was immer das auch ist bzw. sein soll! Auf jeden Fall ist diesem Surfcore eine riesige Menge Hardcore unterlegt. Mit Temo Kobain stecken wir bereits mitten im Surfcore. Voll auf die Fresse Vocals und klasse Gitarren, getrieben von einem erstklassigen Schlagzeug, hinter dem Grim Van Doom / Morast Drummer Leonardo Bardelle sitzt. Direkt mit dem zweiten Song verstehe ich auch die Mucke des Quartetts, denn da ist ja ein Alphaerklärer vehement am Start. Ok, Jung. Alles verstanden – Tja!

Erklären muss man die Mucke von Ultrablut allerdings nicht, vielleicht lässt sie sich auch überhaupt nicht erklären. Es reicht, wenn man das Ding einfach in den Player schiebt und sich an der Car Hi-Fi Realität abarbeitet. Was für ein cooler Song! Dabei vielleicht dann doch noch etwas Ultrablut schwitzen, wenn die Streife hinter dir ist, weil du etwas zu schnell unterwegs warst und dabei was geraucht hast 😉

Die Texte sind in deutscher Sprache, die Songtitel lesen sich manchmal echt witzig. Spätestens, wenn Lansky sein Organ anschaltet, ist Schluss mit Lustig und er kann sich auch schon mal seine Wut vom Leib schreien. Richtig aufwühlend, da doomig gehalten ist Chonder, zum Zerreißen spannend dieser Song. Da kann Lansky natürlich seine Qualitäten ausspielen, aber das macht er sowieso bei jedem Song! Punkigen Noise Scheiß gibt es natürlich auch, ich sage nur Ganbare.

Wenn man in Wuppertal lebt, dann ist natürlich ein Schwebebahn Blues unabwendbar. Den gibt es wohl öfter, denn dem Song ist noch eine römische II hinzugefügt und er ist natürlich kein Blues. Irgendwie scheinen die Jungs nicht nur Schwebebahn zu fahren, sondern den Rollercoaster des Hardcore, Surfcore, Noise und was weiß ich noch genommen zu haben. Die Songs sind aus meiner Sicht alle Top, einer sogar ZZZ Top!

Ultrablut – Tja
Fazit
Tja, da habt ihr den geilen, kranken Scheiß von Ultrablut! Surfcore – voll auf die Fresse Mucke – aus der Wuppertaler Schwebebahn mit rosaroten Anstrich, der voll ins Blut geht. Ultrablut ist da doch unvermeidbar! Mehr muss ich wohl nicht erklären. Das machen die Jungs von Ultrablut schon selbst mit ihrem Alphaerklärer. Musik für den Rollercoaster!

Anspieltipps: Temu Kobain, Car Hi-Fi Realität und ZZZ Top
Juergen S.
9.5
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