Velvet Viper – Pilgrimage (Re-Release)

Die Velvet Viper schnappt sich die remasterte Pilgrimage

Artist: Velvet Viper

Herkunft: Hamburg, Deutschland

Album: Pilgrimage

Genre: Rock, Heavy Metal

Spiellänge: 43:57 Minuten (ohne Bonustracks)

Release: 1989 / 21.08.2020 (Re-Release)

Label:  Massacre Records

Link: http://www.velvet-viper.de

Bandmitglieder:

Gesang – Jutta Weinhold
Gitarre – Gunnar Heyse
Gitarre – Jimmy Boehlke
Bass – Wolfgang “Tatch” Mirche
Schlagzeug – Claus “Bubi The Schmied” Reinholdt (RIP)

Zusätzliche Musiker – Bonustracks:
Gitarre – David Moore
Gitarre – Olaf Eimer-Lenk
Gitarre – Peter Szegeti
Gitarre – Jochen “Zeno” Roth
Bass – Lars Ratz
Schlagzeug – Franco Zuccaroli

Trackliste:

  1. Pilgrim’s Choir
  2. Pilgrimage
  3. The Fear Of Death
  4. Pioneer Of The Storm
  5. Black Bone Song
  6. Rose Of Martyrdom
  7. The Man Who Stole The Holy Fire
  8. Achilles Heel
  9. The Pale Man
  10. Omega Child
  11. Fallen Angel
  12. Merlin (Bonustrack)
  13. HM Rebels (Bonustrack)
  14. King Arthur (Bonustrack)
  15. Ring Of Stone (Bonustrack)

31 Jahre nach Erstveröffentlichung nun endlich ein Re-Release der zweiten Scheibe von Zed Yago, dieses Mal unter dem Banner von Velvet Viper. Remasterd wurde es im Mastersound Studio von Alexander Krull (Leaves Eyes, Atrocity).

Die Re-Release Ausgabe vom Pilgrimage wird ab dem 21.08.2020 über Massacre Records als CD und limitiertes Vinyl mit neuem Artwork verfügbar sein.

Wie wohl die meisten Fans wissen, existierten Zed Yago mit ihrer Sängerin Jutta Weinhold nur kurze fünf Jahre (1985 – 1990) und brachten zwei für den deutschen Metal bedeutsame Alben mit From Over Yonder und dem hier vorliegenden Pilgrimage heraus. Dann löste sich die Band auf, es gab rechtliche Auseinandersetzungen. Jutta Weinhold machte unter eigenem Namen (was sie bereits auch schon vorher tat) und mit der Band Velvet Viper weiter. Jimmy, der damalige Gitarrist, reformierte Zed Yago 1997 anlässlich eines Gigs auf dem Wacken Open Air und machte mit einem geänderten Line-Up (mit seiner Frau Yvonne als Sängerin) unter dem Bandnamen Zed Yago weiter.

Toll, dass die Grande Dame des deutschen Rock und Metal nun den Re-Release von Pilgrimage unter dem Banner von Velvet Viper herausbringen kann, den eine Rock ’n‘ Roll-Seuche mit dem Namen Egoismus lange Jahre verhindert hat.

Jutta Weinhold war schon lange vor der Zed Yago Zeit im Rock und Metal eine bekannte Größe. Vor allem die Zusammenarbeit mit Udo Lindenberg brachte ihr eine größere Bekanntheit ein. Auf Lindenbergs erstem Livealbum Livehaftig sang sie die kompletten weiblichen Gesangparts ein.

Pilgrimage ist, wie bereits erwähnt, das zweite Album von Zed Yago, welches die konzeptionelle Fortsetzung des Vorgängers From Over Yonder (1988) darstellt.

Wie der Vorgänger auch ist das Album dem Heavy Metal zuzurechnen. Stilistisch ist die Band nach eigener Aussage der Richtung Dramatic Metal zuzuordnen. Der Sound ist recht schwer und für die damalige Zeit auch recht hart. Inspiriert wurde man auch von der klassischen Musik von Richard Wagner.

Thematisch geht es, wie auf dem Vorgänger auch, um die Geschichte der fiktiven Tochter des Fliegenden Holländers. Beim Fliegenden Holländer handelt es sich um eine Sage, deren Ursprung nicht bekannt ist. Das Thema das durch die gleichnamige Oper von Richard Wagner, die 1843 in Dresden uraufgeführt wurde, wurde dadurch einem großen Publikumskreis näher gebracht.

Pilgrimage ist dabei die perfekte Symbiose zwischen orchestralem Symphonic Metal und klassischen Heavy Metal, der in diesem Fall musikalisch immer die Oberhand behält.

Den besonderen Touch bekommen die Songs durch Jutta Weinholds außergewöhnliche Rockröhre. Damit kommt eine gewisse Dynamik und epische Breite in die Mucke. Keine künstliche Dramatik, wie man es bei heutigen sogenannten female fronted Symphonic Bands manchmal sieht und hört. Meist fallen diese Bands alleine durch die Kleidung und Gehabe der Frontfrauen auf und das war es auch schon bzw. dann wird es dann kitschig. Jutta Weinhold ist in ihrer Performance sehr authentisch und ausdrucksstark in ihrer Stimme.

Zu Recht kann man hier vom wegweisenden deutschen Metal der achtziger Jahre sprechen. Neben Jutta Weinhold kraftvoller Rockröhre will ich die Leistung der Männer an den Instrumenten nicht vergessen, denn die liefern ihr schließlich den passenden Rahmen.

Pilgrims Choir führt uns als Opener fantastisch in die sagenumwobene Heavy Metal Welt, dem zugleich mit voller Energie das Titelstück folgt. Voller düsterer Anziehungskraft kommt mit The Fear Of Death eine magische Hymne. Pioneer Of The Storm ist klassischer Metal im Midtempo, bei der Rockröhre Jutta Weinhold vollends überzeugt.

Black Bone kracht und groovt faszinierend vor sich hin. Wer bis jetzt noch nicht im Album drin ist (was ich stark bezweifle), wird spätestens nun betäubt. Jutta geht nun wahnsinnig zu Werke, Jutta – The Witch! Ausdrucksstark und einnehmend. Mit Rose Of Martyrdom gibt es noch einmal eine starke Hymne, bevor ein walzender und groovender The Man Who Stole The Holy Fire mit tollen Bassläufen mächtig abräumt.

Es folgen weitere klasse Songs auf dem Album, welches mit Fallen Angel einen fantastischen Abschluss findet. Von nun an waren Zed Yago gefallene Engel, die sich zu einer Velvet Viper erhoben …!

Auf der CD-Version befinden sich noch vier Bonussongs, die im Original und auf der Vinylausgabe nicht enthalten sind.

 

Velvet Viper – Pilgrimage (Re-Release)
Fazit
Ich zähle Pilgrimage jetzt einfach mal zu den Standardwerken der Achtziger. Die sollte jeder Fan in seiner Sammlung stehen haben. Hier besteht sogar die Chance, es remasterd zu ergattern. Alex Krull hat da sehr gute Arbeit geleistet. Pilgrimage ist ein tolles Beispiel wie guter (female fronted) Heavy Metal der Achtziger sein sollte. Jutta Weinhold Rocks! Mit diesem Album erhoben sich Zed Yago zu einer Velvet Viper.

Anspieltipps: Pilgrimage, The Fear Of Death und Black Bone Song
Juergen S.
9.2
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