Will Of Ligeia – Dissipation

“Eins meiner Deathcore-Highlights 2018“

Artist: Will Of Ligeia

Herkunft: Mönchengladbach, Deutschland

Album: Dissipation

Spiellänge: 20:44 Minuten

Genre: Deathcore

Release: 16.11.2018

Label: Eigenproduktion

Link: www.facebook.com/willofligeia

Bandmitglieder:

Gesang – Linn
Gitarre – Thomas
Gitarre – Lucas
Bassgitarre – Yannik
Schlagzeug – Dieter

Tracklist:

  1. Extinction
  2. Disarray
  3. Anomy
  4. Carnage
  5. Servility

 

Das erste kurze Lebenszeichen haben die Jungs von Will Of Ligeia Mitte 2015 auf Facebook von sich gegeben, ich habe sie im April 2017 zum ersten Mal auf der Bühne erleben dürfen. Schon damals haben sie mich im Magnapop mit ihrer Show sofort gehabt. Ultrafieser Deathcore, eine auf höchstem technischem Niveau spielende Instrumentalfraktion und mit Linn an Mikro einen sehr unaufgeregten Frontmann, der aber nichtsdestotrotz zu fesseln weiss. Und obwohl Will Of Ligeia seitdem auf so einigen Bühnen standen, habe ich sie danach viel zu selten noch mal live erleben dürfen. Als kleines Trostpflaster für mich und sicherlich auch von den Fans schon lange erwartet, gibt es nun aber seit dem 16.11. auch was für die heimischen vier Wände. Fünf Tracks haben Will Of Ligeia für die Debüt-EP Dissipation eingeprügelt und tauchen damit für ungefähr 20 Minuten die Welt in absolute Finsternis.

Gleich mit Extinction lassen Will Of Ligeia die Kinnlade runterklappen. SO und nicht anders geht Deathcore: Wildeste Raserei, bei der man sich eigentlich nur noch in den Moshpit stürzen kann, unterbrochen nur von fiesen breakdowns und Midtempo-Parts, in denen nicht nur Linn am Mikro sein ganzes Können zeigt. Der growlt und screamt sich durch die Songs, als ob er damit den Teufel persönlich aus der Hölle locken wollte. Der sitzt nur staunend da und wird von den Blastbeats und Double-Base-Attacken, die Dieter sich selbst und seiner Schießbude abverlangt, windelweich geprügelt. Die Saitenfraktion wirbelt mit ihrem wahnwitzigen Spiel dermaßen Gischt auf, dass die Flammen der Hölle in Nullkommanichts gelöscht sind. Die vielen Strudel, Untiefen und Verwirbelungen, die die drei Jungs mit ihrem Spiel erschaffen, degradieren jedes Wildwasser-Rafting zum Kinderkarussell. Und dann ist da plötzlich die kurze, überaus melodische und sehr ruhig gehaltene Bridge bei Anomy, die so ziemlich genau zur Halbzeit zu hören ist und bei der es tatsächlich auch mal sehr geilen Clean-Gesang zu hören gibt. Diese Sekunden sollte man auf jeden Fall dazu nutzen, mal ganz tief Luft zu holen, das tun die fünf Jungs nämlich auch und nehmen die Hatz langsam und unaufhörlich wieder auf.

Für diejenigen, die zu meinen Worten auch gern mal Töne hätten, bitteschön: Die komplette EP könnt Ihr Euch auf der Bandcamp-Seite von Will Of Ligeia anhören, bevor Ihr Euch das Digital Album zulegt und für die Ewigkeit auf Eurer Festplatte abspeichert 😉

https://willofligeia.bandcamp.com/

Fazit: Auch dieses Album ist für mich mal wieder ein Beweis dafür, dass sich nicht immer nur Underground-Bands eine Scheibe von den etablierten Bands abschneiden können, sondern es durchaus auch mal andersherum sein könnte. Was Will Of Ligeia hier an geilem Deathcore raushauen, und zwar vom Songwriting bis hin zur hervorragenden Produktion des Albums, legt die Messlatte, auch für andere Underground-Bands, schon sehr hoch. Zum Ende von 2018 für mich eines DER Deathcore-Highlights des Jahres!

Anspieltipps: alles
Heike L.10
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