Yawning Man – Support Kaleidobolt – am 09.07.2019 im Kesselhaus im Schlachthof Wiesbaden

Palm Desert Dinosaurier Yawning Man in Wiesbaden

Bands: Yawning Man, Kaleidobolt

Ort: Kesselhaus im Schlachthof Wiesbaden, Murnaustraße 1, 65189 Wiesbaden

Datum: 09.07.2019

Kosten: 15 € VK, 19 € AK

Genre: Stoner Rock, Desert Rock, Psychedelic Rock

Besucher: ca. 150 Besucher

Veranstalter: Schlachthof Wiesbaden

Link: https://www.schlachthof-wiesbaden.de/programmdetails/items/yawning-man-kaleidobolt.html/

Setlisten:

Kaleidobolt

1. Big Sky Land
2. I Am The Seer
3. Steel My Thunder
4. Rocket To The Moon
5. Deadpan Blues
6. Hydra

Yawning Man

1. Macedonian Lines
2. Melancholie Sadie
3. Skyline Pressure
4. Virtual Funeral
5. I Make Weird Choises
6. Bowies Last Breath
7. Black Kite
8. Revolt Against Tired Noises
9. Jam

Gerade mal vor einer Woche mit Radio Moscow und Animal Bizarre ein sehr geiles Stoner Package hier im Kesselhaus live erlebt, steht direkt wieder etwas sehr Exklusives in Wiesbaden an. Yawning Man, die Palm Desert Legende schlechthin, kommt zurück nach Wiesbaden. Nachdem ich sie fast genau vor einem Jahr im Kesselhaus zusammen mit Atomic Bitchwax gesehen haben, gesellen sich heute Abend Kaleidobolt zu ihnen.

Also erneut auf nach Wiesbaden und schnell durchgekommen. Ich betrete die Venue und sehe Mario Lalli von Yawning Man bereits am Merchstand. Ich begrüße Guido, den Gitarristen der Mainzer Thrashkapelle Purify. Dadurch, dass ich ihn hier öfter treffe, weiß ich, dass er Stoner sehr mag. Freudig überrascht bin ich, dass ich Lutz und Fabi von der Frankfurter Instrumental Stoner Band Gosolow wiedertreffe. Die durfte ich mir vor einiger Zeit als Support von Pendejo gleich gegenüber in der Kreativfabrik reinziehen. Heute sind sie da, da sie Fans von Yawning Man sind.

Das Konzert beginnt pünktlich um 20:30 Uhr mit Kaleidobolt. Kaleidobolt kommen aus Finnland. Mit ihrem psychedelischen Stoner Rock konnten Kaleidobolt bisher bereits im Underground von sich reden machen. Aber die Geschichte geht weiter, denn sie haben schon einige Szenegrößen, wie unter anderem Brant Bjork supportet und auf sich aufmerksam gemacht. Gerade erst vor einem Monat haben sie ihr neues Album Bitter über das renommierte Label Svart Records auf den Markt gebracht. Das heutige Set beginnt mit Big Sky Land von diesem Album. Ein Titel der ganz gut in die Psychedelic Rock Ecke passt mit einigen Breaks und Tempowechseln. Mal richtig heftig gegen die Wand gespielt, dann wieder locker flockig.

 

Die drei Jungs Sampo Kääriäinen (Gitarre, Gesang), Marco Menestrina (Bass, Gesang) und Valtteri Lindholm (Schlagzeug) kommen mit sehr viel Energie rüber. Vier der sechs Songs des heutigen Abends kommen vom Album Bitter. Darunter auch I Am The Seer, der stellenweise recht doomig wirkt, mit – ich sage es mal so: apokalyptischen Rasereien. Da bin ich ganz baff. Sehr massiv und abwechslungsreich, was die Finnen hier veranstalten. Das ist nun wirklich nicht Bitter, süß will ich jetzt nicht sagen, sondern hammerhart und bleibt in den Ohren kleben.

 

Jeder der drei Musiker kann hier vollends überzeugen. Sampo Kääriäinen, der Derwisch an der Gitarre, Marco Menestrina mit hammerharten Bassläufen und Valtteri Lindholm, der hinter seiner Schießbude voll aufgeht. Dieser Band merkt man an, dass es ihr richtig Spaß macht. Zwischendurch entdecke ich doch tatsächlich, dass Bassist Marco Menestrina neben dem Bass noch ein Basspedal auf dem Boden vor sich hat, so wie ich es aus der Zeit der (Hammond) Orgeln kenne. Nach den beiden ersten Songs von Bitter geht es mit zwei Songs zurück zu älteren Alben (wobei die ja auch noch nicht so alt sind, denn das Trio ist erst seit 2014 unterwegs). Den Abschluss bilden der Hardocker Deadpan Blues und der zehnminütige psychedelische Hydra, der einem wirklich den Kopf wegballert! Die Jungs kommen authentisch dreckig, kernig, mit einem Schuss Noise rüber. Die Finnen haben hier absolut eingeschlagen!

 

In der Pause sind die Jungs direkt am Merchstand. Nach dem Hammer Auftritt muss ich mir das Album Bitter natürlich mitnehmen. Die Jungs sind zu Späßen aufgelegt und total lustig.

Weiter geht es mit Yawning Man. Yawning Man sind legendär und die eigentlichen Begründer des Wüstenrocks! Es ist schön Yawning Man wieder in Wiesbaden zu sehen. Vor knapp einem Jahr habe ich sie bereits zusammen mit meinem guten Doomer Bekannten Heiliger Vitus hier gesehen. Ich hatte insgeheim gehofft, dass der auch wieder da ist. Schade, ist aber nicht! Ich habe ihn lange nicht mehr gesehen.

Bassit Mario Lalli und seine Mitstreiter Gary Arce (Gitarre) und Bill Stinson (Schlagzeug) betreten unspektakulär die Bühne. Mario Lalli beginnt am Bass, die anderen beiden Bandmitglieder steigen ein und schon sind wir beim Titelsong des neuen Albums Macedonion Lines.
Muss man eigentlich zu Yawning Man noch etwas sagen!? Ich denke mal, wenn es Yawning Man nicht geben würde, würden solche Bands wie Kyuss und Queens Of The Stone Age nicht existieren. Diese und noch weitere Bands berufen sich jedenfalls auf Yawning Man. Die Szene rund um Palm Springs wurde weitgehend von ihnen beeinflusst.

 

Ganz unaufgeregt geht das hier vor sich. Mario Lalli und Gary Arce sind Gründungsmitglieder der Band und bereits seit über 30 Jahren (!!!) dabei. Yawning Man machen rein instrumentale Mucke, die einen massiven twangigen Einschlag hat. Vor Mario Lalli steht zwar ein Mikrofonständer mit Mikro, aber das nutzt er nur in den Songpausen, um auch einmal das Wort an die Fans zu richten. Das tut er genauso unspektakulär, wie sie eben auf die Bühne gekommen sind. Gary Arce legt den Boden für Mario Lalli am Bass, der dem Ganzen praktisch die Richtung gibt. Bill Stinson hält das Ding cool am Laufen. Sehr entspannter Sound hier in Wiesbaden. Dieses Jahr nicht so heiß von den Temperaturen her, wie im letzten Jahr, denn da konnte man hier praktisch von einer heißen Wüstennacht in Wiesbaden sprechen. Das ist gut so, denn damals konnte man es bei ausgefallener Klimaanlage hier kaum aushalten.

 

Während letztes Jahr das Bühnenbild mit (surrealistischen) Filmchen etwas Besonderes war, wird in diesem Jahr drauf verzichtet. Eigentlich schade, denn das hatte schon was. Das hat andererseits den Vorteil, dass man sich dieses Mal nur auf die Musik konzentrieren kann.
Die Songs der heutigen Setlist kommen vom neuen aktuellen Album Macedonian Lines und dem Vorgänger The Revolt Against Tired Noises. The Revolt Against Tired Noises ist auch erst von 2018. Seitdem Yawning Man bei Heavy Psych Sounds unterschrieben haben, sind sie also sehr produktiv. Nach drei Zugaben, die vom Publikum vehement gefordert werden, ist der lange Gig von Yawning Man leider zu Ende. Die Fans hätten wohl noch mehr fordern wollen, aber irgendwann muss ja mal Schluss sein.

 

Mario Lalli kommt praktisch direkt von der Bühne runter zum Merchstand und unterhält sich mit den Fans. Das mache ich auch und zeige ihm ein gemeinsames Bild vom letzten Jahr. Ja, er kann sich sehr gut daran erinnern, an den Gig zusammen mit Atomic Bitchwax. Auch Gary Arce und Bill Stinson trudeln ein und unterhalten sich mit uns. Coole, lockere Jungs, die für sieben Wochen momentan in Europa unterwegs sind. Sie erklären mir auf die Frage, ob sie nächstes Jahr wiederkommen, dass sie auf jeden Fall gerne wiederkommen! Dieses Mal mache ich ein Selfie mit der ganzen Band. Die anderen beiden sind mir letztes Jahr durchgegangen! Das neue Album Macedonion Lines ist jetzt natürlich in meiner Sammlung.

Vor der Tür treffe ich wieder Guido und wir unterhalten uns noch lange. So wird es recht spät, bis ich endlich nach Hause komme.

Fazit: Das Kesselhaus in Wiesbaden ist mittlerweile die Wallfahrtsstätte für Stoner verschiedenster Richtung. Die Kombination Yawning Man und Kaleidobolt hat genauso gut eingeschlagen wie im letzten Jahr die Kombi Atomic Bitchwax und Yawning Man. Es hat richtig Spaß gemacht. Das Konzert war die einhundert Kilometer Anreise wert!

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