Eventname: Plage Noire Festival 2019
Bands: Eisbrecher, Project Pitchfork, In Strict Confidence, Tanzwut, Rotersand, Lacrimas Profundere, Faderhead, Merciful Nuns, Schattenmann, Lights Of Euphoria, Lizard Pool, And One, Saltatio Mortis, De/Vision, Goethes Erben, End Of Green, Hocico, Zeraphine, Diorama, Clan Of Xymox, Eisfabrik, FabrikC, Erdling, Hell Boulevard, Angels & Agony, Rroyce, Oul
Ort: Ferienpark Weissenhäuser Strand, Schleswig-Holstein
Datum: 03. – 04.05.2019
Kosten: Zwei Übernachtungen inkl. Festivalticket pro Person 149 € bis 309 €, je nach Zimmerkategorie. Dazu kommt eine einmalige Buchungsgebühr von 25 € und Kurtaxe. Tagestickets: Freitag 69 €, Samstag 75 €
Genre: Dark Rock, Gothic Rock, Neue Deutsche Härte, Elektro Pop, Industrial Pop, Mittelalter Rock, Heavy Metal
Besucher: ca. 5000
Veranstalter: FKP Scorpio Konzertproduktionen GmbH
Links: http://www.plagenoire.de/
https://www.fkpscorpio.com/
Zeitig haben wir uns zum diesjährigen Plage Noire am Weissenhäuser Strand auf den Weg gemacht, damit wir ohne Gehetze entspannt ankommen. Da wir das Privileg von nur einer Stunde Anreise mit dem Auto haben, verzichten wir auf eine Unterbringung in einem der Hotels direkt am Set. An der Bändchenausgabe wartet eine übersichtliche Schlange schwarz gekleideter Gothic-Anhänger. Die Abfertigung läuft reibungslos, zügig bekommen wir dann auch unsere Bändchen. Das klappt besser, als man es von anderen Festivals kennt. Man merkt, dass das noch junge Plage Noire Festival zu den kleinen und nicht so überlaufenen Events gehört. Alles ist perfekt auf die schwarze Szene abgestimmt. Die Anlage des Ferienparks wird für ein Wochenende zu einer eigenen Welt. Alle 25 Konzerte finden innerhalb der Räumlichkeiten auf insgesamt drei Bühnen statt.
Die Gestaltung der Location hat sich zum Vorjahr nicht verändert. Vom eigens ausgelagerten Verkaufszelt bis hinüber in die Galeria, der Haupthalle der Ferienanlage, sind Stände mit Bekleidung und Schmuck sowie Accessoires zur Shopping-Meile ausgebaut. Sie trägt den Namen Le Bazar. Klar, dass wir erst mal alle Stände abklappern und im Verkaufszelt diverse Objekte der Begierde ins Auge fassen, die eventuell den Weg ins Auto finden. Wir sind noch am Überlegen… Rundherum befinden sich ein Mini-Café und mehrere Restaurants, bei denen der kleinere oder auch größere Hunger preiswert gestillt werden kann. 
Um kurz vor 17:00 Uhr erklimmen wir dann den Salle de Fête, einen kleinen Saal, der im ersten Obergeschoss liegt und erwarten den Auftakt der ersten Band Merciful Nuns. Die Bühne hüllt sich erstmals in Nebelschwaden. Wir lassen uns für drei Lieder von der Gothic Metal Formation, die an Sisters of Mercy erinnert, mit sphärischen Klängen in ihren Bann ziehen. Um 17:15 Uhr geht es schon in Richtung Le Chapiteau, dem großen Festzelt.
Der Timetable ist sehr eng getaktet und wir beeilen uns, damit wir rechtzeitig zu Lacrimas Profundere vor Ort sind. 
Bis die Hamburger Elektro-Combo Faderhead ihren Gig um 18:45 Uhr antritt, ist noch etwas Zeit für einen Milchkaffee. Im kleinen verwinkelten Café entdeckten wir „Es“ schließlich, das schwarze Eis in der schwarzen Waffeltüte. Das haben wir heute zwar nicht mehr geschafft, aber morgen ist es fällig! Nachdem wir uns gestärkt haben, geht es wieder in den Salle de Fête, der schon rappelvoll ist. Wieder wabert eine kräftige Nebelwand durch den kleinen Saal, der die Luft sehr schnell stickig werden lässt. Wir geben uns dem Elektrosound für eine gute Viertelstunde hin, bis wir zu Tanzwut aufbrechen, die um 19:45 Uhr im Le Chapiteau aufspielen. Mittelalterliche Klänge ertönen. René, der Sänger, heizt dem Publikum des gut gefüllten Zelts ordentlich ein und animiert die Meute zum Mitmachen. Die rotleuchtenden Gitarren unterstützen die stimmungsvolle Atmosphäre. Mittendrin ist das Mikro des Sängers defekt, für ihn kein Problem, er nimmt einfach das nächstgelegene und überbrückt damit, bevor ihm ein Intaktes gereicht wird.
Als Nächstes steht die Electro Wave Band Project Pitchfork auf unserem Plan, die um 21:15 Uhr ihre Show beginnt. Die Zwischenzeit nutzen wir, um eine Kleinigkeit zu essen. Nach rund fünf Stunden macht sich doch etwas Hunger bemerkbar und wir lassen uns beim Italiener nieder. Project Pitchfork liefern eine fesselnde Show im Style von The Cure. Eine Videoanimation unterstützt mit atemberaubenden Bildern. Zeitweise steigen auf der Leinwand züngelnde Flammen empor, die an ein Höllenfeuer erinnern. Die Hamburger wissen die Menge zu begeistern. In ihrem Slot bringen sie es auf satte 15 Tracks plus drei Zugaben.
Um 22:45 Uhr finden wir uns zu In Strict Of Confidence im kleinen Saal ein. Sänger Dennis Ostermann betritt die Bühne mit Bommelmütze, als wäre es nicht ohnehin schon verdammt warm in diesem Raum. Wir lauschen einigen Tracks des sphärischen Elektro-Sounds, bis wir uns kurz nach 23:00 Uhr zu Eisbrecher aufmachen, der letzten Band für heute.

Morgen schlagen wir am frühen Nachmittag auf. Die erste Band beginnt bereits um 14:15 Uhr. Die Nacht wird sehr kurz und daher beschließen wir in diesem Jahr die Lesungen der Fantasy-Autoren Markus Heitz und Christian von Aster zu überspringen, die in den Räumlichkeiten der Cri de la Motte stattfinden.
Gegen 13:00 Uhr sitzen wir entspannt im Auto Richtung Weissenhäuer Strand. Wir sind gut in der Zeit und pünktlich am Set. Es könnte alles perfekt sein, wenn wir nur nicht die heutige Parkplatzsituation unterschätzt hätten… Rund eine halbe Stunde gurken wir auf den Parkplätzen hin und her, mit der Erkenntnis, dass wirklich nichts mehr geht. Verzweifelt fragen wir einen Besucher, der sich auf sein Auto zubewegt, ob er nicht eventuell wegfahren möchte. Es war ja einen Versuch wert, klappt nur leider nicht. Also steuern wir den nächstgelegenen Bezahlparklatz einer Hotelanlage an und kaufen kurzerhand ein Ticket für fünf Euro, bevor wir noch ganz kirre werden.
Das erste Konzert des Tages von FabrikC ist bereits gelaufen und wir starten um 14:45 Uhr mit Erdling, einer Darkrock-Formation aus dem Ruhrpott. Der Sound ist im Gegensatz zu gestern gut abgemischt und die Jungs animieren die feiernde Meute. Meinen Geschmack trifft diese Art Schlager-Metal nicht wirklich und es beruhigt mich zu hören, dass es auch den anderen Pressekollegen so geht.
Um 15:30 Uhr spielen Eisfabrik in der “Nebelhölle”, wir beeilen uns also, um die Räumlichkeiten zu wechseln. Die Dark Elektro Rocker verwandeln den Saal tatsächlich in eine Eislandschaft, Kunstschneeflocken rieseln zu Future Pop und Dark Wave von der Decke. Ich muss zweimal hingucken, um das zu realisieren.
Danach geht es flott rüber zu Zeraphine ins Chapiteau. Dieser Gig hinterlässt irgendwie keinen bleibenden Eindruck bei mir, er rauscht so durch. Bis die Herren von Clan Of Xymox spielen, haben wir noch etwas Luft, die nutzen wir gekonnt mit einer kühlen Leckerei, auf die wir uns schon seit gestern freuen – schwarzes Vanilleeis in einer schwarzen Waffeltüte. Um 16:45 geht es dann mit dem Urgestein des Dark Wave weiter. Wir lassen wir uns in die düstere Klangwelt der 80er-Jahre zurückversetzen.

Um 19:15 Uhr sind dann End Of Green im großen Zelt dran, darauf freuen wir uns schon mächtig. Der Sound ist gewaltig, druckvolle Doom-Riffs und der tiefe, ausdrucksvolle Gesang von Michael Huber schlagen voll ein. Michael raucht nebenbei und selbst eine defekte Gitarre kann ihn nicht aus dem Konzept bringen. Er nimmt es mit Humor. Das nenne ich eine coole Rampensau! Es ist der beste Auftritt des ganzen Festivals. 
Es waren zwei schöne Tage voller spannender Eindrücke in der schwarzen Gothic-Szene, auch wenn uns die Musik nicht immer überzeugen konnte. Die Atmosphäre inmitten dieser zum Teil sehr aufwendig gekleideten dunklen Seelen war schon faszinierend. Für das nächste Festival wünsche ich mir weniger eng gesteckte Slots auf dem Timetable, die auch in diesem Jahr wieder verdammt knapp bemessen waren. Die einzelnen Konzertbesuche mussten wir zeitweise sehr kurzhalten, um zur nächsten Band zu hetzen. Da bekommt man nicht besonders viel mit von dem Geschehen auf den Bühnen, über die man dann berichtet.
Die Fotos stammen diesmal von Maren J.





































































