Frozen Soul – Glacial Domination

Direkter und mitnehmender Old School Death Metal

Artist: Frozen Soul

Herkunft: USA

Album: Glacial Domination

Spiellänge: 42:23 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 19.05.2023

Label: Century Media Records

Link: https://frozensoultx.bandcamp.com/album/encased-in-ice

Bandmitglieder:

Gesang – Chad Green
Gitarre – Michael Munday
Gitarre – Chris Bonner
Bassgitarre – Samantha Mobley
Schlagzeug – Matt Dennard

Tracklist:

1. Invisible Tormentor
2. Arsenal Of War
3. Death And Glory
4. Morbid Effigy
5. Annihilation
6. Glacial Domination
7. Frozen Soul
8. Assimilator
9. Best Served Cold
10. Abominable
11. Atomic Winter

Nachdem im Jahre 2019 eine Split und ein Demo von der Band Frozen Soul auf dem Markt landeten, hatte man schon das Gefühl, dass diese Band ordentliches Potenzial hat. Dieses haben sich mit ihrem Debütalbum Crypt Of Ice im Jahre 2021 deutlich unterstrichen. In meinem Review (hier) hatte ich das Album als eine Art Hommage an Bolt Thrower beschrieben. Danach hat man sich in den Katakomben von Fort Worth zurückgezogen und an neuem Material gearbeitet. Century Media Records hat die Klasse der Band erkannt und Album Nummer zwei liegt nun auf meinen Tisch.

Invisible Tormentor geht dann auch gleich in die Magengrube und schmerzt dort, wo es eben schmerzen muss. Man hat sich von den typischen Bolt Thrower Klängen sehr entfernt, bleibt aber natürlich der alten Schule treu. Death Metal, der eben reinhaut. Feines Teil. Nach einem kleinen, aber bedrohlichen Intermezzo zu Beginn, so wie es sich eben gehört, geht es rasant zur Sache. Ein derbes Riff, ein Knüppelpart, eine sägende Gitarre und dann ab ins drückende Midtempo. Das Riff herrscht und kann so einiges. Das Tempo wird dann ganz rausgenommen und man kriecht um die Wette. Dabei scheppert die Doublebass ordentlich. Vorspieler und ab dafür. Yeah, ab in den Uftatapart. Danach wird das Tempo angezogen und man bekommt wieder gelungene Vorspieler um die Ohren. Ja, das macht Spaß, weil man dann wieder die Uftata regieren lässt und anschließend den Knüppel präsentiert. Ein leckeres Solo zur rechten Zeit hat noch nie geschadet. Ja, so klingt Death Metal der alten Schule anno 2023. Danach geht es wieder langsam weiter. Pure Abwechslung, so mag ich es. Vorspieler und kurz draufhauen, um dann schon fast zu slammen. Langsam, aber so langsam lässt man den Song austrudeln. Yepp, ein sehr geiler Opener.

Es folgt der Song Arsenal Of War. Dieser Song ist besonders für Sänger Chad Green etwas Besonderes, denn es handelt sich textlich um das Spiel Everquest, welches er immer mit seinem Bruder gezockt hat. Dieser ist leider verstorben und der Song soll an ihn erinnern und sein Licht weiter strahlen lassen. Musikalisch gehen sie den Weg weiter, den sie mit dem Opener betreten haben. Auch hier ein kleines Intro, wahrscheinlich aus dem Spiel und danach geht es gleich in die Vollen. Kurz ein langsames Geschepper und dann eine schnelle Uftata. Ja, das fetzt. Mein Kopf geht rauf und runter. Man bedient sich dann des Midtempos um einen groovenden Part zu erzeugen, der sofort bei mir Wirkung zeigt. Einfache, aber effektive Parts sind meistens die Besten. Das Tempo wird wieder angezogen und so geht es hin und her. Dabei überzeugt man mit echt geilem Riffing und fettem Sound, der drückt und alles an die Wand haut. Natürlich muss auch hier ein wildes Solo her. Kurzer Stopp, ein Hoooohhhh und schon groovt man sich den Wolf mithilfe der schleppenden Doublebass, um dann richtig langsam zu werden. Das ist der Rhythmus, wo man mit muss. So bewegt man sich bis zum Ende vorwärts. Reese Alavi von den großartigen Creeping Death fungiert hier als Gastmusiker.

Death And Glory ballert in 170 Sekunden alles nieder und wechselt mit dem Tempo. Der Song ist aber nicht ganz so intensiv wie der Vorgänger. Und schon jammert man wieder auf hohem Niveau. Kommt trotzdem ganz geil. Hier arbeitet man auch mal mit Obertönen im langsamen Part.

Der Meister des ballernden Death Metal mit Hardcoreeinflüssen, John Gallagher (Dying Fetus), dürfte bei Morbid Effigy mitwirken. Diese kleinen Intros vorweg mögen die Jungs und Mädels von Frozen Soul. Danach geht es sehr langsam zu Werke und man klingt wie eine Slam Death Metal Band. Die Doublebass rasselt wieder durch, aber nach einer kurzen Pause wird dann ordentlich geballert. Innerhalb des Parts wechselt man die Geschwindigkeit. Sehr geil. Danach geht es wieder sehr langsam zur Sache und man holt ein melodisches Lead heraus, welches sehr geil klingt. Fettes Teil, fetter Part. Und weiter geht es mit dem Gekrieche, allerdings mit kurzer Tempoverschärfung und dann klingt man wieder wie eine Slammaschine und ich glaube, ab nun übernimmt John den Gesangspart, denn es wird ein wenig tiefer. Sehr geil. Eins, zwei, drei – Feuer frei. Der Knüppelpart wird noch einmal herausgeholt und dann hat John auch schon Feierabend. Herrlich.

Annihilation ist ein reines Intro, welches allerdings nicht auf Aggressionen oder Dunkelheit angelegt ist, sondern eher schon beinahe Helligkeit und Positivität verkörpert.

Wie oben schon erwähnt, sind die Produktion und der Sound des Albums wirklich erste Sahne. Absolut druckvoll. Matt Heafy von Trivium ist verantwortlich dafür. Der Bursche hat ja auch schon öfter als Gastmusiker fungiert, u.a. bei Sepultura, Bleed From Within, Ihsahn oder Caliban. Diese Chance haben Frozen Soul genutzt und gemeinsam den Titeltrack des Albums namens Glacial Domination geschrieben. Die old schooligen Death Metal Einflüsse, u.a. eben auch von Bolt Thrower sind natürlich zu hören, aber es würde ja keinen Sinn ergeben, wenn man Matts Gitarrenkünste nicht ausnutzen würde. Und so geht man dann eben sehr gitarrenlastig vor. Und recht melodisch. Kommt sehr gut. Der Song besteht aus vielen Leads, Soli und einem eingängigen Refrainpart. Yeah, macht Laune!

So geht es immer weiter und auch Songs wie Frozen Soul oder das einfädelnde Stück Best Served Cold können absolut überzeugen. Hier werden die alten Trademarks wieder ordentlich zelebriert.

Frozen Soul stehen 2023 für einfachen, durchdachten und vor allem geilen Old School Death Metal. Meine Vorbestellung ist raus.

Frozen Soul – Glacial Domination
Fazit
Freunde vom old schooligen Death Metal dürfen sich freuen, denn Frozen Soul setzen ihren Weg gnadenlos fort War der Opener noch sehr Bolt Thrower lastig, hat man jetzt die Reichweite extrem erhöht. Mit einigen Gastmusikern versehen, kann mich dieses Album absolut mitnehmen. Einfacher, direkter und mitnehmender Old School Death Metal.

Anspieltipps: Invisible Tormentor und Morbid Effigy
Michael E.
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