Artist: Bergfried
Herkunft: Österreich / Ungarn
Album: Romantik III
Genre: Hard Rock, Folk Rock, Classic Rock, Melodic Rock, Synthie Pop
Spiellänge: 43:47 Minuten
Release: 24.10.2025
Label: High Roller Records
Links: https://bergfried.bandcamp.com/album/romantik-iii
Bandmitglieder:
Gesang – Anna de Savoy
Alle Instrumente – Erech von Lothringen
Gastmusiker:
Drums – Fabio Alessandrini
Gesang – Maria Nesh
Gesang – Sarah Kitteringham
Gesang – Damna
Tracklist:
- Dark Wings
- Fallen From Grace
- Queen Of The Dead
- For The Cursed
- Gates Of Fate
- Serenades
- Tears Of A Thousand Years
- Star-Crossed Love
- Back For More

Vergangenes Jahr sorgten die Grendel’s Sÿster mit ihrem selbst ernannten Wald Metal, oder besser ausgedrückt Metal für Waldbewohner, und dem Kampfhörnchen auf dem Cover, für eine Überraschung. Das mehr als nur eigenwillige Material sorgte dafür, dass die Combo gerade erst auf dem Keep It True Rising in Würzburg zu erleben war. In eine ähnliche Richtung bewegen sich Bergfried, ein Duo um den umtriebigen Erech von Lothringen, der in diversen Projekten, primär im schwarzen Metal, involviert ist. Zwei EPs (Romantik I und Romantik II) hat von Lothringen mit Sängerin Anna de Savoy bereits veröffentlicht. Nun folgt die erste volle LP als Romantik III.
Wenn Grendel’s Sÿster Musik für Waldbewohner liefern, dann dürfte die Zielgruppe von Bergfried die Bergbewohner sein. Gewisse Parallelen zwischen den beiden Ansätzen lassen sich nicht leugnen. Da wäre vor allem der Gesang von Anna de Savoy, der stellenweise noch schräger ist als der von Caro bei Grendel’s Sÿster. Jedoch sind Bergfried eher in nichtmetallischen Gewässern unterwegs. Primär wird kauzig gerockt und die Popmusik der 80er-Jahre erfährt eine neue Blütezeit. Bereits vor dem ersten Ton ist klar, dass Bergfried eine Platte abliefern, die aus dem üblichen metallischen Rahmen fällt und wo der Begriff Eigenwilligkeit oder Persiflage mehrfach strapaziert wird.
Dark Wings verbindet den Synthie Pop der 80er mit Classic Rock und AOR mit einem schrägen Gesang, dass sich der Ansatz einer Persiflage mehr als aufdrängt. Nachschlag? Schon der Auftakt zu Fallen From Grace erinnert an Solosachen von Belinda Carlisle oder ähnlichen Vertretern, nur eben als Verspottung. Etwas hardrockender (Queen Of The Dead, Gates Of Fate) kommt der Gesang wie eine Mischung aus Nina Hagen, Cindy Lauper und Lee Aaron daher, aber immer hoch hinausfliegend und ohne jede Bodenhaftung.
Wer bei den Klavierklängen zu Serenades nicht schmunzeln muss, hält Loriots Ödipussi für eine aussterbende Tierart. Tears Of A Thousand Years sagt vom Titel her bereits aus, dass nun Hardcore und Tiefsinnigkeit zu erwarten sind. Der Refrain ist tatsächlich zum Heulen – zwischen schaurig schön und quietschend schräg, wo selbst die größte 80er-Jahre-Rock- und Pop-Röhre Beifall klatscht. Star-Crossed Love und Back For More überzeichnen die populäre Musik der 80er genauso, wie der ganze Bergfried.



